Talgdrüsenentzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Talgdrüsenentzündung ist eine Entzündung der Talgdrüsen in der Haut, die häufig Rötung, Schwellung und Schmerzen verursacht. Sie kann zu Pickeln, Zysten oder Abszessen führen.
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Eine Talgdrüsenentzündung ist eine Entzündung der Talgdrüsen in der Haut, die häufig Rötung, Schwellung und Schmerzen verursacht. Sie kann zu Pickeln, Zysten oder Abszessen führen.
Was ist eine Talgdrüsenentzündung?
Die Talgdrüsenentzündung ist eine Entzündung der in der Haut liegenden Talgdrüsen (Glandulae sebaceae). Talgdrüsen produzieren Sebum (Hauttalg), ein fettiges Sekret, das die Haut vor Austrocknung schützt und eine natürliche Schutzbarriere bildet. Kommt es zu einer Verstopfung oder Infektion dieser Drüsen, kann eine Entzündung entstehen, die sich in unterschiedlichen Schweregraden zeigt – von einem harmlosen Mitesser bis hin zu einem schmerzhaften Abszess.
Ursachen
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Talgdrüsenentzündung begünstigen können:
- Übermäßige Talgproduktion: Hormonelle Schwankungen, etwa in der Pubertät, Schwangerschaft oder bei hormonellen Erkrankungen, können die Talgproduktion steigern.
- Verstopfte Poren: Abgestorbene Hautzellen, Schmutz oder überschüssiges Talg können die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verstopfen.
- Bakterielle Infektion: Das Bakterium Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes) besiedelt häufig verstopfte Talgdrüsen und löst eine Entzündungsreaktion aus.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Neigung zu Akne oder anderen Hauterkrankungen erhöht das Risiko.
- Hautpflegeprodukte: Komedogene (porenverengende) Produkte können Poren verstopfen und Entzündungen fördern.
- Ernährung und Stress: Bestimmte Ernährungsgewohnheiten sowie psychischer Stress können Talgdrüsenentzündungen verschlimmern.
Symptome
Die Symptome einer Talgdrüsenentzündung hängen vom Schweregrad der Entzündung ab:
- Mitesser (Komedonen): Offene (schwarz) oder geschlossene (weiß) Verstopfungen der Talgdrüsenausgänge ohne ausgeprägte Entzündung.
- Papeln: Kleine, rote, erhabene Hautstellen, die auf eine beginnende Entzündung hinweisen.
- Pusteln: Mit Eiter gefüllte Bläschen, die schmerzhaft sein können.
- Knoten und Zysten: Tief in der Haut liegende, schmerzhafte Entzündungsherde, die Narben hinterlassen können.
- Abszesse: Stark eitrige, geschwollene Bereiche, die ärztliche Behandlung erfordern.
- Rötung, Wärme und Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung der Haut gestellt. Ein Arzt oder Dermatologe beurteilt das Erscheinungsbild der Hautveränderungen und klassifiziert deren Schweregrad. In bestimmten Fällen – etwa bei wiederkehrenden oder besonders schweren Entzündungen – können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Abstrich und mikrobiologische Untersuchung zur Identifizierung von Erregern
- Blutuntersuchungen zur Abklärung hormoneller Ursachen
- Histologische Untersuchung bei Verdacht auf eine Talgdrüsenzyste (Atherom)
Behandlung
Lokale Behandlung
Bei leichten bis mittelschweren Entzündungen kommen topische (auf die Haut aufgetragene) Mittel zum Einsatz:
- Benzoylperoxid: Wirkt antibakteriell und talgreduzierend.
- Retinoide (z. B. Tretinoin, Adapalen): Fördern die Hauterneuerung und verhindern die Verstopfung der Poren.
- Topische Antibiotika (z. B. Clindamycin, Erythromycin): Bekämpfen bakterielle Infektionen der Talgdrüsen.
- Azelainsäure: Wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.
Systemische Behandlung
Bei schweren oder ausgedehnten Entzündungen empfiehlt sich eine systemische Therapie:
- Orale Antibiotika (z. B. Doxycyclin, Minocyclin) bei entzündlicher Akne.
- Isotretinoin (orales Retinoid): Für schwere, therapieresistente Fälle; reduziert die Talgproduktion erheblich.
- Hormonelle Therapie: Antiandrogene oder hormonelle Verhütungsmittel können bei Frauen mit hormonell bedingter Talgdrüsenentzündung hilfreich sein.
Chirurgische Eingriffe
Bei Abszessen oder Zysten (Atheromen) kann eine chirurgische Eröffnung, Drainage oder vollständige Entfernung notwendig sein, um eine dauerhafte Heilung zu erzielen.
Hautkosmetische Maßnahmen
Regelmäßige, sanfte Reinigung der Haut, der Verzicht auf komedogene Produkte sowie professionelle Behandlungen wie chemische Peelings oder Mikrodermabrasion können unterstützend wirken.
Vorbeugung
- Regelmäßige, schonende Gesichtsreinigung
- Verwendung nicht-komedogener Pflege- und Kosmetikprodukte
- Ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit
- Stressbewältigung
- Hände vom Gesicht fernhalten, um Bakterienübertragung zu vermeiden
Quellen
- Zouboulis CC, Jourdan E, Picardo M. Acne is an inflammatory disease and alterations of sebum composition initiate acne lesions. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. 2014;28(5):527-532.
- Nast A et al. European Evidence-based (S3) Guidelines for the Treatment of Acne. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. 2016;30(Suppl 3):1-52.
- Plewig G, Melnik B, Chen W. Plewig und Kligman's Acne and Rosacea. 4. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg, 2019.
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