Gewebsflüssigkeit – Definition & Funktion
Gewebsflüssigkeit ist die Flüssigkeit, die sich zwischen den Zellen im Körpergewebe befindet. Sie versorgt Zellen mit Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab.
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Gewebsflüssigkeit ist die Flüssigkeit, die sich zwischen den Zellen im Körpergewebe befindet. Sie versorgt Zellen mit Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab.
Was ist Gewebsflüssigkeit?
Die Gewebsflüssigkeit (auch Interstitialflüssigkeit oder interstitielle Flüssigkeit genannt) ist eine wässrige Lösung, die den Raum zwischen den Körperzellen ausfüllt. Sie bildet das direkte Umfeld jeder einzelnen Zelle im menschlichen Körper und ist damit unverzichtbar für das Überleben und die Funktion der Gewebezellen. Beim Erwachsenen macht die Gewebsflüssigkeit etwa 15 bis 20 Prozent des Körpergewichts aus und ist damit der größte Anteil der extrazellulären Flüssigkeit.
Zusammensetzung
Die Gewebsflüssigkeit besteht hauptsächlich aus Wasser sowie gelösten Stoffen wie:
- Elektrolyten (z. B. Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid)
- Nährstoffen (z. B. Glukose, Aminosäuren, Fettsäuren)
- Sauerstoff und Kohlendioxid
- Stoffwechselabbauprodukten (z. B. Harnstoff, Laktat)
- kleinen Mengen an Proteinen
Im Vergleich zum Blutplasma enthält die Gewebsflüssigkeit deutlich weniger Proteine, da die großen Eiweißmoleküle die Kapillarwände in der Regel nicht passieren können.
Entstehung und Kreislauf
Die Gewebsflüssigkeit entsteht durch den Übertritt von Flüssigkeit aus den Blutkapillaren in das umliegende Gewebe. Dieser Vorgang wird durch zwei entgegengesetzte Kräfte gesteuert:
- Der hydrostatische Druck im Blut drückt Flüssigkeit aus den Kapillaren heraus ins Gewebe.
- Der onkotische Druck (ausgelöst durch Plasmaproteine) zieht Flüssigkeit wieder zurück ins Blut.
Am arteriellen Ende der Kapillaren überwiegt der hydrostatische Druck, sodass Flüssigkeit ins Gewebe abgegeben wird. Am venösen Ende dominiert der onkotische Druck, und ein Großteil der Flüssigkeit wird wieder ins Blut aufgenommen. Der Rest wird über das Lymphsystem abtransportiert und schließlich in den venösen Blutkreislauf zurückgeführt.
Funktionen
Die Gewebsflüssigkeit erfüllt im Körper mehrere lebenswichtige Aufgaben:
- Nährstoffversorgung: Sie transportiert Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut zu den Zellen.
- Abtransport von Abfallstoffen: Stoffwechselprodukte werden von den Zellen in die Gewebsflüssigkeit abgegeben und anschließend über das Blut oder Lymphsystem entfernt.
- Pufferfunktion: Sie hilft, den pH-Wert und die Ionenkonzentration im Gewebe stabil zu halten.
- Mechanischer Schutz: Sie polstert Zellen und Organe ab.
Störungen des Gewebsflüssigkeits-Gleichgewichts
Wenn das Gleichgewicht zwischen der Bildung und dem Abtransport der Gewebsflüssigkeit gestört ist, kann es zu einer krankhaften Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe kommen – einem sogenannten Ödem. Ödeme können verschiedene Ursachen haben:
- Herzinsuffizienz: Ein geschwächtes Herz kann nicht ausreichend Blut pumpen, was zu einem erhöhten Druck in den Venen und damit zu Ödemen führt.
- Nierenerkrankungen: Eine verminderte Ausscheidung von Wasser und Salz fördert die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.
- Hypoproteinämie: Ein Mangel an Blutproteinen (z. B. bei Mangelernährung oder Lebererkrankungen) senkt den onkotischen Druck und begünstigt Ödeme.
- Lymphstau (Lymphödem): Eine Blockade oder Schädigung der Lymphgefäße verhindert den Abtransport überschüssiger Gewebsflüssigkeit.
- Entzündungsreaktionen: Bei Entzündungen werden die Kapillaren durchlässiger, sodass mehr Flüssigkeit ins Gewebe austritt.
Klinische Bedeutung
Die Zusammensetzung und Menge der Gewebsflüssigkeit ist für viele diagnostische und therapeutische Überlegungen relevant. So dient beispielsweise die Messung der Gewebsglukose mithilfe kontinuierlicher Glukosemonitoring-Systeme (CGM) bei Diabetikern der indirekten Bestimmung des Blutzuckers über die Gewebsflüssigkeit. Auch bei der Behandlung von Ödemen, Verbrennungen oder Schockzuständen spielt das Management der Gewebsflüssigkeit eine zentrale Rolle.
Quellen
- Silbernagl, S. & Despopoulos, A. (2018). Taschenatlas Physiologie. 9. Auflage. Thieme Verlag.
- Guyton, A. C. & Hall, J. E. (2021). Textbook of Medical Physiology. 14th Edition. Elsevier.
- World Health Organization (WHO). Cardiovascular Diseases and Fluid Balance. Verfügbar unter: https://www.who.int
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