Differenzialblutbild – Werte, Bedeutung und Ablauf
Das Differenzialblutbild ist ein Labortest, der die verschiedenen weißen Blutkörperchen im Blut aufschlüsselt. Es liefert wichtige Hinweise auf Infektionen, Allergien und Bluterkrankungen.
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Das Differenzialblutbild ist ein Labortest, der die verschiedenen weißen Blutkörperchen im Blut aufschlüsselt. Es liefert wichtige Hinweise auf Infektionen, Allergien und Bluterkrankungen.
Was ist ein Differenzialblutbild?
Das Differenzialblutbild ist ein erweiterter Bluttest, der die einzelnen Untergruppen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut quantitativ erfasst und prozentual aufschlüsselt. Es ist Bestandteil des großen Blutbilds und liefert dem Arzt detaillierte Informationen über den Zustand des Immunsystems sowie über mögliche Erkrankungen des Blutes oder anderer Organe.
Welche Zellen werden bestimmt?
Im Differenzialblutbild werden folgende fünf Hauptgruppen der weißen Blutkörperchen unterschieden:
- Neutrophile Granulozyten: Machen den größten Anteil aus (ca. 50–70 %) und sind die erste Abwehrlinie gegen bakterielle Infektionen.
- Lymphozyten: Betragen ca. 20–45 % und sind zentral für die spezifische Immunabwehr (T- und B-Zellen).
- Monozyten: Etwa 2–8 % der Leukozyten; sie bekämpfen Infektionen und räumen Zelltrümmer auf.
- Eosinophile Granulozyten: Ca. 1–4 %; erhöht bei Allergien, Parasitenbefall und bestimmten Entzündungsreaktionen.
- Basophile Granulozyten: Der kleinste Anteil (unter 1 %); beteiligt an allergischen Reaktionen und Entzündungsprozessen.
Wann wird ein Differenzialblutbild angeordnet?
Ein Differenzialblutbild wird in vielen klinischen Situationen eingesetzt, unter anderem bei:
- Verdacht auf Infektionskrankheiten (bakteriell, viral, parasitär)
- Abklärung von Allergien und allergischen Erkrankungen
- Verdacht auf Bluterkrankungen wie Leukämie oder Lymphome
- Kontrolle bei bekannten Immunschwächen
- Überwachung von Chemotherapien oder immunsuppressiver Therapie
- Routineuntersuchungen im Rahmen von Vorsorge oder stationären Aufenthalten
Wie wird der Test durchgeführt?
Die Blutabnahme erfolgt in der Regel aus einer Vene, meistens in der Armbeuge. Die Probe wird anschließend im Labor analysiert. Moderne Labore verwenden automatisierte Hämatologieanalysatoren, die die Zellen zählen und klassifizieren. Bei auffälligen Werten erfolgt zusätzlich eine manuelle mikroskopische Auswertung eines gefärbten Blutausstrichs durch einen Facharzt oder Labormediziner.
Was bedeuten veränderte Werte?
Erhöhte Werte (Leukozytose)
- Erhöhte Neutrophile: Häufig bei bakteriellen Infektionen, Stress, Entzündungen oder nach Kortikosteroid-Einnahme.
- Erhöhte Lymphozyten: Typisch bei viralen Infektionen (z. B. Mononukleose, COVID-19) oder bei bestimmten Leukämieformen.
- Erhöhte Eosinophile: Hinweis auf Allergien, Asthma, Parasiteninfektionen oder eosinophile Erkrankungen.
- Erhöhte Monozyten: Können auf chronische Entzündungen, Tuberkulose oder Monozytenleukämie hindeuten.
Erniedrigte Werte (Leukopenie)
- Erniedrigte Neutrophile (Neutropenie): Erhöhtes Infektionsrisiko; tritt auf bei Virusinfektionen, Knochenmarkerkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten.
- Erniedrigte Lymphozyten (Lymphopenie): Kann bei HIV-Infektion, immunsuppressiver Therapie oder schwerem Stress auftreten.
Referenzwerte
Die Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren leicht variieren. Allgemein anerkannte Normalwerte für Erwachsene sind:
- Neutrophile: 1.800–7.500 Zellen/µl (50–70 %)
- Lymphozyten: 1.000–4.800 Zellen/µl (20–45 %)
- Monozyten: 200–800 Zellen/µl (2–8 %)
- Eosinophile: 40–400 Zellen/µl (1–4 %)
- Basophile: 0–100 Zellen/µl (unter 1 %)
Quellen
- Hoffbrand A. V., Moss P. A. H.: Hoffbrand's Essential Haematology, 7. Auflage, Wiley-Blackwell, 2016.
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO): Leitlinien zur hämatologischen Diagnostik. Verfügbar unter: https://www.dgho.de
- World Health Organization (WHO): Use of Anticoagulants in Diagnostic Laboratory Investigations. WHO/DIL/LAB/99.1, Genf, 2002.
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