Talgdrüsensekret – Funktion, Störungen und Behandlung
Talgdrüsensekret ist die fettige Substanz, die von den Talgdrüsen der Haut produziert wird. Es schützt die Haut und Haare vor Austrocknung und wirkt als natürliche Schutzbarriere.
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Talgdrüsensekret ist die fettige Substanz, die von den Talgdrüsen der Haut produziert wird. Es schützt die Haut und Haare vor Austrocknung und wirkt als natürliche Schutzbarriere.
Was ist Talgdrüsensekret?
Talgdrüsensekret, auch als Sebum bezeichnet, ist ein komplexes Gemisch aus Lipiden (Fetten), das von den Talgdrüsen der Haut produziert und abgesondert wird. Diese Drüsen befinden sich fast überall am Körper, besonders zahlreich jedoch im Gesicht, auf der Kopfhaut, am Rücken und an der Brust. Das Sekret gelangt über die Haarfollikel an die Hautoberfläche und bildet dort zusammen mit Schweiß den sogenannten Säureschutzmantel der Haut.
Zusammensetzung
Talgdrüsensekret besteht aus einem Gemisch verschiedener Lipide, darunter:
- Triglyzeride – der mengenmäßig größte Anteil
- Wachsester – einzigartig für menschliches Sebum
- Squalen – ein natürliches Antioxidans
- Fettsäuren – darunter freie Fettsäuren, die nach Spaltung durch Hautbakterien entstehen
- Cholesterin und Cholesterinester
Diese Zusammensetzung ist individuell verschieden und wird durch genetische, hormonelle und umweltbedingte Faktoren beeinflusst.
Funktionen des Talgdrüsensekrets
Das Talgdrüsensekret übernimmt wichtige Schutz- und Regulationsfunktionen für die Haut:
- Feuchtigkeitsschutz: Es bildet einen Lipidfilm auf der Hautoberfläche und verhindert übermäßigen Wasserverlust.
- Antimikrobielle Wirkung: Fettsäuren im Sebum hemmen das Wachstum bestimmter Bakterien und Pilze.
- Antioxidativer Schutz: Squalen neutralisiert freie Radikale und schützt die Haut vor oxidativem Stress.
- Haarschutz: Es überzieht die Haare mit einem Schutzfilm und erhält deren Geschmeidigkeit.
- Thermoregulation: Zusammen mit Schweiß trägt es zur Regulierung der Körpertemperatur bei.
Regulation der Talgproduktion
Die Produktion von Talgdrüsensekret wird hauptsächlich durch Hormone gesteuert. Besonders Androgene (männliche Geschlechtshormone wie Testosteron und Dihydrotestosteron) regen die Talgdrüsen zur vermehrten Produktion an. Deshalb steigt die Talgproduktion in der Pubertät deutlich an, wenn der Androgenspiegel erhöht ist. Weitere Einflussfaktoren sind:
- Ernährung (insbesondere ein hoher glykämischer Index)
- Stress und psychische Belastung
- Hautpflegeroutine und Kosmetika
- Klimatische Bedingungen und Jahreszeit
- Genetische Veranlagung
Störungen der Talgdrüsenfunktion
Übermäßige Talgproduktion (Seborrhoe)
Eine zu hohe Produktion von Talgdrüsensekret wird als Seborrhoe bezeichnet. Die Haut wirkt fettig und glänzend. Seborrhoe ist ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Akne vulgaris, da überschüssiger Talg die Poren verstopfen kann. In Kombination mit einer Besiedelung durch das Bakterium Cutibacterium acnes (früher: Propionibacterium acnes) entstehen Entzündungen, Mitesser und Pickel.
Verminderte Talgproduktion
Eine zu geringe Talgproduktion führt zu trockener Haut (Sebostase). Die Haut verliert an Elastizität, wird spröde und ist anfälliger für Irritationen und Infektionen. Dies tritt häufig im Alter auf, wenn die Hormonproduktion zurückgeht, aber auch bei bestimmten Hauterkrankungen oder durch aggressive Reinigungsprodukte.
Entzündliche Erkrankungen
Störungen im Talgdrüsensekret sind auch mit seborrhoischer Dermatitis, einer schuppenden, geröteten Hauterkrankung, sowie mit Rosazea und anderen Hauterkrankungen assoziiert.
Diagnose und Messung
Die Talgproduktion kann mit einem sogenannten Sebumeter gemessen werden. Dabei wird ein spezielles Band auf die Haut aufgelegt, das die Fettmenge auf der Hautoberfläche misst. Diese Methode ist schmerzlos und wird in der Dermatologie und Kosmetikforschung eingesetzt. Zusätzlich kann eine Hautbiopsie zur genauen Analyse der Talgdrüsenfunktion beitragen.
Behandlungsansätze bei gestörter Talgproduktion
Je nach Ursache und Art der Störung stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:
- Medikamentöse Therapie: Bei Akne kommen unter anderem Retinoide (z.B. Isotretinoin) zum Einsatz, die die Talgproduktion deutlich reduzieren. Antiandrogene Wirkstoffe können bei hormonell bedingter Seborrhoe helfen.
- Topische Behandlungen: Benzoylperoxid, Salicylsäure und bestimmte Antibiotika werden bei Akne lokal angewendet.
- Hautpflege: Milde, nicht-komedogene Reiniger und Feuchtigkeitspflege helfen, das Gleichgewicht der Talgproduktion zu unterstützen.
- Ernährungsanpassung: Eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index kann bei einigen Personen die Talgproduktion positiv beeinflussen.
- Stressmanagement: Da Stress die Hormonausschüttung beeinflusst, kann Stressreduktion zur Normalisierung der Talgproduktion beitragen.
Quellen
- Zouboulis CC et al. - Sebaceous gland diseases. In: Kang S et al. (Hrsg.), Fitzpatrick's Dermatology, 9. Auflage, McGraw-Hill Education, 2019.
- Picardo M et al. - Sebaceous gland lipids. Dermato-Endocrinology, 2009; 1(2): 68-71. PubMed PMID: 20224686.
- Makrantonaki E, Zouboulis CC - Testosterone metabolism to 5alpha-dihydrotestosterone and synthesis of sebaceous lipids is regulated by the peroxisome proliferator-activated receptor ligand linoleic acid in human sebocytes. British Journal of Dermatology, 2007; 156(3): 428-432.
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