Testosteron – Funktion, Mangel und Therapie
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon und spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung, Muskelkraft, Knochendichte und dem allgemeinen Wohlbefinden – bei Männern und Frauen.
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Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon und spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung, Muskelkraft, Knochendichte und dem allgemeinen Wohlbefinden – bei Männern und Frauen.
Was ist Testosteron?
Testosteron ist ein Steroidhormon aus der Gruppe der Androgene und gilt als das wichtigste männliche Sexualhormon. Es wird hauptsächlich in den Hoden des Mannes produziert, in geringeren Mengen aber auch in den Eierstöcken der Frau sowie in der Nebennierenrinde beider Geschlechter. Testosteron beeinflusst eine Vielzahl körperlicher und psychischer Funktionen und ist für die Gesundheit beider Geschlechter unverzichtbar.
Funktionen von Testosteron
Testosteron übernimmt im Körper zahlreiche wichtige Aufgaben:
- Sexuelle Entwicklung: Förderung der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale in der Pubertät (z. B. Stimmbruch, Körperbehaarung, Penisvergrößerung)
- Muskelaufbau: Steigerung der Proteinsynthese und damit des Muskelwachstums
- Knochendichte: Erhalt der Knochenfestigkeit und Vorbeugung von Osteoporose
- Libido: Regulierung des sexuellen Verlangens bei Mann und Frau
- Spermienproduktion: Unterstützung der Spermatogenese (Spermienbildung)
- Stimmung und Energie: Einfluss auf Antrieb, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden
- Blutbildung: Förderung der Erythropoese (Bildung roter Blutkörperchen)
Normwerte und Messung
Der Testosteronspiegel wird durch eine einfache Blutuntersuchung bestimmt, idealerweise am frühen Morgen, da der Hormonspiegel im Tagesverlauf schwankt. Die Normwerte variieren je nach Alter und Geschlecht:
- Männer (Erwachsene): ca. 12–40 nmol/l (350–1150 ng/dl)
- Frauen (Erwachsene): ca. 0,3–2,4 nmol/l (10–70 ng/dl)
Mit zunehmendem Alter, insbesondere ab dem 30. Lebensjahr, sinkt der Testosteronspiegel beim Mann jährlich um etwa 1–2 % – ein Prozess, der als Andropause oder Late-Onset-Hypogonadismus bezeichnet wird.
Testosteronmangel (Hypogonadismus)
Ein zu niedriger Testosteronspiegel wird als Hypogonadismus bezeichnet. Man unterscheidet zwischen:
- Primärem Hypogonadismus: Störung in den Hoden selbst (z. B. durch Klinefelter-Syndrom, Hodenentzündung oder Hodentorsion)
- Sekundärem Hypogonadismus: Störung im Gehirn (Hypothalamus oder Hypophyse), die die Hormonproduktion steuert
Symptome eines Testosteronmangels
- Verminderte Libido und erektile Dysfunktion
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmung
- Muskelschwund und Zunahme von Körperfett
- Knochenabbau (Osteoporose)
- Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen
- Verminderte Körperbehaarung und Hodenschrumpfung
Erhöhter Testosteronspiegel
Ein zu hoher Testosteronspiegel (Hyperandrogenismus) ist seltener, kann aber ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen. Bei Frauen äußert er sich häufig durch Akne, vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus), Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit – oft im Rahmen eines polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS). Bei Männern kann ein dauerhaft erhöhter Spiegel, etwa durch die Einnahme anaboler Steroide, zu Herzproblemen, Leberschäden und Unfruchtbarkeit führen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung des Gesamt-Testosterons sowie gegebenenfalls des freien Testosterons (biologisch aktiver Anteil). Ergänzend können LH (Luteinisierendes Hormon), FSH (Follikelstimulierendes Hormon), SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) und Prolaktin bestimmt werden, um die Ursache eines Ungleichgewichts einzugrenzen.
Behandlung
Testosteronmangel
Bei klinisch gesichertem Hypogonadismus kann eine Testosteronersatztherapie (TRT) eingesetzt werden. Diese ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Gele (transdermal, täglich aufgetragen)
- Injektionen (alle 2–12 Wochen je nach Präparat)
- Pflaster
- Implantate (subkutan)
- Tabletten oder Kapseln (oral)
Die Therapie sollte stets ärztlich begleitet und regelmäßig kontrolliert werden. Mögliche Risiken sind unter anderem eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Erhöhung des Hämatokrits (Verdickung des Blutes) sowie kardiovaskuläre Effekte.
Lebensstilfaktoren zur Optimierung des Testosteronspiegels
Auch ohne medikamentöse Therapie lässt sich der Testosteronspiegel durch folgende Maßnahmen positiv beeinflussen:
- Regelmäßiges Krafttraining
- Ausreichend Schlaf (7–9 Stunden)
- Stressreduktion (Senkung von Cortisol)
- Ausgewogene Ernährung mit ausreichend Zink, Vitamin D und gesunden Fetten
- Reduzierung von Alkohol und Übergewicht
Quellen
- Bhasin S. et al. - Testosterone Therapy in Men with Hypogonadism: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2018.
- World Health Organization (WHO) - Hormones and Health: Androgens and Male Reproductive Health. WHO Technical Report, 2021.
- Nieschlag E., Behre H.M. - Andrology: Male Reproductive Health and Dysfunction. Springer, 3. Auflage, 2010.
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