Fäkaltransplantation – Definition und Anwendung
Die Fäkaltransplantation überträgt Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm eines Patienten, um die Darmflora wiederherzustellen und Erkrankungen wie C.-difficile-Infektionen zu behandeln.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Fäkaltransplantation"
Die Fäkaltransplantation überträgt Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm eines Patienten, um die Darmflora wiederherzustellen und Erkrankungen wie C.-difficile-Infektionen zu behandeln.
Was ist eine Fäkaltransplantation?
Die Fäkaltransplantation – auch bekannt als fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) oder Stuhltransplantation – ist ein medizinisches Verfahren, bei dem aufbereiteter Stuhl eines gesunden Spenders in den Magen-Darm-Trakt eines Patienten übertragen wird. Ziel ist es, das gestörte Darmmikrobiom (die Gesamtheit der Darmbakterien) des Empfängers wiederherzustellen und die natürliche Balance der Mikroorganismen im Darm zu fördern.
Das Darmmikrobiom spielt eine zentrale Rolle für die Verdauung, das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Ist es durch Krankheiten oder den Einsatz von Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten, kann eine Fäkaltransplantation helfen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Anwendungsgebiete
Das häufigste und am besten belegte Einsatzgebiet der Fäkaltransplantation ist die Behandlung von rezidivierenden (wiederkehrenden) Clostridioides-difficile-Infektionen (früher: Clostridium difficile), die auf Antibiotika nicht mehr ausreichend ansprechen. Darüber hinaus wird die FMT in klinischen Studien für folgende Erkrankungen untersucht:
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
- Reizdarmsyndrom
- Metabolisches Syndrom und Adipositas
- Neurologische Erkrankungen mit Zusammenhang zur Darm-Hirn-Achse
- Multiresistente Keimbesiedlung im Darm
Durchführung des Verfahrens
Spenderauswahl und Stuhlaufbereitung
Vor der Transplantation wird der Spender sorgfältig untersucht. Dazu gehören umfangreiche Blut- und Stuhltests, um Infektionskrankheiten und pathogene Keime auszuschließen. Der gespendete Stuhl wird anschließend mit einer sterilen Kochsalzlösung verdünnt und gefiltert, um eine homogene Suspension herzustellen. Es können auch gefriergetrocknete Kapseln verwendet werden.
Übertragungswege
Die aufbereitete Spendersuspension kann auf verschiedene Wege verabreicht werden:
- Koloskopie (Darmspiegelung): direkte Einbringung in den Dickdarm
- Einlauf (Einführung per Klistier): einfachere, weniger invasive Methode
- Nasogastrale oder nasoduodenale Sonde: Einführung über die Nase in den Magen oder Dünndarm
- Orale Kapseln: gefriergetrocknete Stuhlpräparate zum Schlucken
Wirksamkeit und Erfolgsraten
Bei rezidivierenden Clostridioides-difficile-Infektionen zeigt die Fäkaltransplantation Erfolgsraten von über 85–90 %, was sie deutlich wirksamer macht als eine erneute Antibiotikatherapie. Bei anderen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa werden in Studien Remissionsraten von etwa 24–32 % berichtet, wobei die Forschung hier noch andauert.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Fäkaltransplantation gilt im Allgemeinen als sicher, wenn sie von erfahrenen medizinischen Fachkräften durchgeführt wird. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen umfassen:
- Vorübergehende Beschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfe oder Durchfall nach dem Eingriff
- Übertragung von Erregern, wenn die Spenderselektion unzureichend ist
- In seltenen Fällen schwere Infektionen (z. B. mit multiresistenten Keimen – bekannt durch Einzelfallberichte)
- Risiken durch den Übertragungsweg selbst (z. B. Komplikationen bei der Darmspiegelung)
Rechtliche Lage und Verfügbarkeit
In Deutschland und der Europäischen Union wird die Fäkaltransplantation regulatorisch als Arzneimittel oder als Gewebetransplantation eingestuft, je nach nationalem Recht. Sie wird in spezialisierten Zentren durchgeführt und ist für die Behandlung von Clostridioides-difficile-Infektionen in den meisten europäischen Ländern anerkannt. Für andere Indikationen erfolgt die Anwendung überwiegend im Rahmen klinischer Studien.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Stellungnahme zur Fäkalen Mikrobiota-Transplantation, 2022.
- Surawicz CM et al. – Guidelines for Diagnosis, Treatment, and Prevention of Clostridium difficile Infections. American Journal of Gastroenterology, 2013; 108(4):478–498.
- Paramsothy S et al. – Multidonor intensive faecal microbiota transplantation for active ulcerative colitis: a randomised placebo-controlled trial. The Lancet, 2017; 389(10075):1218–1228.
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