Follikuläres Schilddrüsenkarzinom – Symptome & Therapie
Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Schilddrüse und gehört zu den differenzierten Schilddrüsenkrebsarten. Es ist gut behandelbar und hat in den meisten Fällen eine gute Prognose.
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Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Schilddrüse und gehört zu den differenzierten Schilddrüsenkrebsarten. Es ist gut behandelbar und hat in den meisten Fällen eine gute Prognose.
Was ist das follikuläre Schilddrüsenkarzinom?
Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige (maligne) Tumorerkrankung der Schilddrüse, die von den follikulären Epithelzellen ausgeht – also von den Zellen, die das Schilddrüsenhormon produzieren. Es ist nach dem papillären Schilddrüsenkarzinom die zweithäufigste Form von Schilddrüsenkrebs und macht etwa 10–15 % aller Schilddrüsenkarzinome aus. Da es zu den sogenannten differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gehört, ähneln die Tumorzellen noch weitgehend den normalen Schilddrüsenzellen, was eine gezielte Behandlung ermöglicht.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen des follikulären Schilddrüsenkarzinoms sind nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch bekannte Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen können:
- Jodmangel: Chronischer Jodmangel gilt als bedeutender Risikofaktor, da er langfristig zu einer Überstimulation der Schilddrüse führen kann.
- Strahlenexposition: Ionisierende Strahlung, insbesondere im Kindes- und Jugendalter, erhöht das Risiko für Schilddrüsenkrebs.
- Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Mutationen (z. B. im RAS-Gen oder PAX8/PPARγ-Translokation) sind mit dem follikulären Karzinom assoziiert.
- Vorerkrankungen: Bestehende gutartige Schilddrüsenknoten (Adenome) oder eine Struma (Kropf) können in seltenen Fällen entarten.
- Geschlecht und Alter: Frauen sind häufiger betroffen als Männer; der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
Symptome
Im Frühstadium verursacht das follikuläre Schilddrüsenkarzinom meist keine spezifischen Beschwerden. Es wird häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Mögliche Symptome im weiteren Verlauf umfassen:
- Tastbarer oder sichtbarer Knoten am Hals
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl eines Fremdkörpers im Hals
- Heiserkeit (durch Druck auf den Kehlkopfnerv)
- Atembeschwerden bei größeren Tumoren
- Knochenschmerzen oder pathologische Frakturen bei Fernmetastasen (häufig in Knochen oder Lunge)
Ein wichtiges Merkmal des follikulären Karzinoms ist seine Neigung zur hämatogenen Metastasierung, also die Ausbreitung über die Blutbahn in entfernte Organe wie Lunge, Knochen oder Leber.
Diagnose
Die Diagnose des follikulären Schilddrüsenkarzinoms erfordert mehrere Untersuchungsschritte:
Bildgebung
- Schilddrüsensonographie (Ultraschall): Erste Methode zur Beurteilung von Schilddrüsenknoten; verdächtige Merkmale werden nach dem TIRADS-System klassifiziert.
- Szintigraphie: Beurteilung der Funktionsaktivität eines Knotens; kalte (nicht speichernde) Knoten sind verdächtiger.
- CT oder MRT: Bei Verdacht auf Metastasen oder zur Beurteilung der Tumorausdehnung.
Labordiagnostik
- TSH, fT3, fT4: Schilddrüsenfunktionswerte
- Thyreoglobulin (Tg): Tumormarker, der nach einer Schilddrüsenoperation zur Verlaufskontrolle eingesetzt wird
- Calcitonin: Zum Ausschluss eines medullären Schilddrüsenkarzinoms
Feinnadelpunktion (FNP)
Die Feinnadelpunktions-Zytologie wird zur Gewebeentnahme aus verdächtigen Knoten eingesetzt. Wichtig: Beim follikulären Karzinom ist eine sichere Unterscheidung von einem gutartigen follikulären Adenom zytologisch oft nicht möglich – dies erfordert die histologische Untersuchung des vollständig entfernten Gewebes (Nachweis von Kapsel- oder Gefäßinvasion).
Behandlung
Operative Therapie
Die chirurgische Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie) ist die Behandlung der ersten Wahl. In der Regel wird die gesamte Schilddrüse entfernt (totale Thyreoidektomie). Bei kleinen, niedrigriskanten Tumoren kann auch eine Hemithyreoidektomie (Entfernung einer Schilddrüsenhälfte) ausreichend sein.
Radioiodtherapie
Nach der Operation erhalten viele Patienten eine Radioiodtherapie (RIT) mit radioaktivem Jod (I-131). Diese Behandlung zerstört verbliebene Schilddrüsenzellen und mögliche Metastasen, da follikuläre Karzinomzellen häufig noch die Fähigkeit besitzen, Jod aufzunehmen.
Hormontherapie (TSH-Suppression)
Nach der Operation wird dauerhaft L-Thyroxin (Levothyroxin) eingenommen, um einerseits den Hormonmangel auszugleichen und andererseits den TSH-Spiegel niedrig zu halten. Ein niedriger TSH-Spiegel hemmt das Wachstum von möglicherweise verbliebenen Tumorzellen.
Systemische Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung
Bei metastasierten oder nicht operierbaren Tumoren, die nicht mehr Radioiod aufnehmen, kommen zielgerichtete Therapien (Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Sorafenib oder Lenvatinib) zum Einsatz.
Prognose
Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom hat insgesamt eine gute Prognose. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt bei lokal begrenzten Tumoren über 90 %. Bei Vorliegen von Fernmetastasen verschlechtert sich die Prognose, bleibt aber im Vergleich zu anderen Krebsarten noch relativ günstig. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, einschließlich Thyreoglobulin-Bestimmung und Bildgebung, sind essenziell.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) – Leitlinie: Schilddrüsenkarzinom, 2023.
- Haugen BR et al. – 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid. 2016;26(1):1–133.
- Schlumberger M et al. – Lenvatinib versus Placebo in Radioiodine-Refractory Thyroid Cancer. New England Journal of Medicine. 2015;372(7):621–630.
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