Kaffeeklistier – Wirkung, Risiken und medizinische Bewertung
Ein Kaffeeklistier ist eine Alternativmedizin-Anwendung, bei der Kaffee als Einlauf in den Darm eingebracht wird. Es wird oft zur Entgiftung beworben, ist jedoch medizinisch umstritten.
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Ein Kaffeeklistier ist eine Alternativmedizin-Anwendung, bei der Kaffee als Einlauf in den Darm eingebracht wird. Es wird oft zur Entgiftung beworben, ist jedoch medizinisch umstritten.
Was ist ein Kaffeeklistier?
Ein Kaffeeklistier (auch Kaffeeeinlauf oder Kaffeeklysmen genannt) ist eine Methode aus der Alternativmedizin, bei der aufgebruehter, abgekuehlter Kaffee rektal in den Darm eingebracht wird. Dabei wird eine bestimmte Menge Kaffeelosung mithilfe eines Einlaufbehaelters oder einer Klistierspritze in den Dickdarm eingeführt. Die Anwendung hat keine anerkannte Grundlage in der konventionellen Medizin und wird von medizinischen Fachgesellschaften nicht empfohlen.
Herkunft und Geschichte
Das Kaffeeklistier wurde im 20. Jahrhundert vor allem durch den deutschen Arzt Max Gerson bekannt, der es als Teil seiner nach ihm benannten Gerson-Therapie zur Behandlung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen einsetzte. Gerson behauptete, dass die rektale Aufnahme von Kaffee die Leber entgiften und den Körper von Schadstoffen befreien könne. Diese Behauptungen sind wissenschaftlich nicht belegt.
Behauptete Wirkungen und Anwendungsgebiete
Beführworter des Kaffeeklistiers schreiben der Anwendung verschiedene Wirkungen zu, darunter:
- Entgiftung der Leber und des Darms
- Linderung von Verstopfung
- Steigerung der Energie und des Wohlbefindens
- Unterstuetzung bei der Behandlung von Krebs (unbelegte Behauptung)
- Reduzierung von Entzündungen
Es ist wichtig zu betonen, dass keine dieser Wirkungen wissenschaftlich ausreichend belegt ist. Der menschliche Körper verfuegt über eigene Entgiftungsmechanismen, insbesondere durch Leber und Nieren, die keine externe Unterstuetzung durch Klistiere benötigen.
Angeblicher Wirkmechanismus
Anhaenger der Methode behaupten, dass Koffein und Palmitinsaeure im Kaffee nach der rektalen Aufnahme über die Darmschleimhaut in den Pfortaderkreislauf gelangen und dort die Produktion von Glutathion-S-Transferase – einem körpereigenen Entgiftungsenzym – in der Leber anregen sollen. Wissenschaftliche Studien, die diesen Mechanismus beim Menschen eindeutig belegen, fehlen jedoch weitgehend.
Risiken und Nebenwirkungen
Das Kaffeeklistier ist nicht ohne Risiken. Zu den bekannten und dokumentierten Nebenwirkungen gehören:
- Elektrolytungleichgewichte (z. B. Hypokalaemie, Hyponatriemie) mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen
- Infektionen und Darmperforationen durch unsachgemaeße Anwendung
- Koffeinvergiftung durch rektale Resorption von Koffein
- Uebel keit, Erbrechen und Bauchkrampfe
- Sepsis (Blutvergiftung) bei Verletzungen der Darmschleimhaut
- Todesfolle wurden in der medizinischen Literatur im Zusammenhang mit Kaffeeklistieren beschrieben
Besonders gefahrdet sind Personen mit Darmerkrankungen, Herzproblemen, Nierenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
Medizinische Bewertung
Die konventionelle Medizin und fuehrende Gesundheitsorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das National Cancer Institute (NCI) betrachten das Kaffeeklistier als nicht wirksam und potenziell schaedlich. Es gibt keine kontrollierten klinischen Studien, die einen therapeutischen Nutzen des Kaffeeklistiers beim Menschen belegen. Aerzte und Apotheker raten im Allgemeinen von dieser Anwendung ab.
Alternativen
Personen, die unter Verdauungsbeschwerden, Verstopfung oder einem allgemeinen Entgiftungswunsch leiden, sollten aerztlich anerkannte Methoden in Betracht ziehen, wie z. B.:
- Erhoehte Ballaststoffzufuhr durch Obst, Gemuese und Vollkornprodukte
- Ausreichende Fluessigkeitszufuhr
- Regelmaessige koerperliche Aktivitaet
- Aerztlich verordnete Abführmittel bei medizinischer Indikation
Quellen
- Cassileth BR. - The Gerson regimen. Oncology (Williston Park). 2010;24(2):201.
- Eisele JW, Reay DT. - Deaths related to coffee enemas. JAMA. 1980;244(14):1608-1609.
- Ernst E. - Colonic irrigation and the theory of autointoxication: a triumph of ignorance over science. Journal of Clinical Gastroenterology. 1997;24(4):196-198.
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