Drainagekanal – Definition & medizinische Bedeutung
Ein Drainagekanal ist eine medizinische Struktur oder ein chirurgisch angelegter Weg, der überschüssige Flüssigkeiten, Eiter oder Blut aus dem Körper ableitet.
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Ein Drainagekanal ist eine medizinische Struktur oder ein chirurgisch angelegter Weg, der überschüssige Flüssigkeiten, Eiter oder Blut aus dem Körper ableitet.
Was ist ein Drainagekanal?
Ein Drainagekanal bezeichnet in der Medizin einen natürlichen oder chirurgisch geschaffenen Weg, über den unerwünschte Flüssigkeiten wie Blut, Eiter, Lymphe oder Wundsekret aus dem Körper oder aus einer Körperhöhle abgeleitet werden. Das Ziel ist es, Ansammlungen von Flüssigkeiten zu verhindern oder zu beseitigen, die andernfalls Entzündungen, Infektionen oder Heilungsverzögerungen verursachen könnten. Drainagekanäle spielen sowohl in der Chirurgie als auch in der Notfallmedizin und der postoperativen Versorgung eine wichtige Rolle.
Arten von Drainagekanälen
In der medizinischen Praxis unterscheidet man verschiedene Arten von Drainagekanälen:
- Aktive Drainage: Durch einen Unterdruck (Sog) wird Flüssigkeit aktiv aus der Wundhöhle abgesaugt, zum Beispiel bei der Redon-Drainage nach Operationen.
- Passive Drainage: Die Flüssigkeit fließt aufgrund der Schwerkraft oder des natürlichen Druckgefälles ab, ohne äußere Krafteinwirkung.
- Spül-Saug-Drainage: Kombiniert das Spülen einer Wundhöhle mit dem gleichzeitigen Absaugen der Spülflüssigkeit und Sekrete.
- Thoraxdrainage: Ein spezieller Drainagekanal im Brustkorb, der zur Ableitung von Luft (Pneumothorax) oder Flüssigkeit (Pleuraerguss) aus dem Pleuraspalt eingesetzt wird.
- Abdominaldrainage: Drainagekanäle im Bauchraum nach abdominalchirurgischen Eingriffen zur Ableitung von Blut, Galle oder Darmsekret.
Anatomische und chirurgische Grundlagen
Natürliche Drainagekanäle existieren im menschlichen Körper in Form von Ausführungsgängen verschiedener Organe, beispielsweise des Gallengangs (Ductus choledochus), der Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Dünndarm leitet, oder des Tränen-Nasen-Kanals, der Tränenflüssigkeit aus dem Auge in die Nasenhöhle ableitet. Ist ein solcher natürlicher Kanal blockiert oder funktionsgestört, kann es zu Stauungen und Erkrankungen kommen.
Chirurgisch angelegte Drainagekanäle werden dagegen gezielt eingesetzt, um postoperative Komplikationen zu minimieren. Die Lage und Auswahl des Drainagetyps richten sich nach der Art des Eingriffs, der zu erwartenden Sekretmenge und dem betroffenen Körperbereich.
Medizinische Anwendungsgebiete
Drainagekanäle kommen in zahlreichen medizinischen Situationen zum Einsatz:
- Nach chirurgischen Eingriffen (z. B. Abdominaloperationen, Herzoperationen, orthopädische Eingriffe)
- Bei Abszessen, um Eiteransammlungen abzuleiten
- Bei Pleuraergüssen oder Pneumothorax (Thoraxdrainage)
- Bei Cholestase oder Gallengangsverengungen (biliäre Drainage)
- Bei Hydrozephalus (Liquordrainage über ventrikuloperitoneale Shunts)
- Bei Wundheilungsstörungen und chronischen Wunden
Pflege und Komplikationen
Die fachgerechte Pflege eines Drainagekanals ist entscheidend für den Heilungserfolg. Dazu gehören regelmäßige Kontrolle der Drainagemenge und -farbe, hygienischer Verbandwechsel sowie die Überwachung auf Zeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung oder übelriechende Sekrete.
Mögliche Komplikationen eines Drainagekanals umfassen:
- Infektionen entlang des Drainagewegs
- Verstopfung (Okklusion) des Drainagekanals
- Verletzung benachbarter Strukturen bei der Anlage
- Unbeabsichtigtes Herausziehen der Drainage (Dislokation)
- Narbenbildung nach Entfernung der Drainage
Entfernung der Drainage
Ein chirurgisch angelegter Drainagekanal wird in der Regel entfernt, sobald die Sekretmenge deutlich zurückgegangen ist und keine Anzeichen einer aktiven Blutung oder Infektion mehr bestehen. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach dem klinischen Verlauf und wird vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin festgelegt.
Quellen
- Striebel, H. W. - Operative Intensivmedizin: Sicherheit und Qualität. Schattauer Verlag, Stuttgart, 2014.
- Siewert, J. R. & Stein, H. J. - Chirurgie. Springer Medizin Verlag, 9. Auflage, 2012.
- World Health Organization (WHO) - Surgical Care at the District Hospital. WHO Press, Genf, 2003. Verfügbar unter: https://www.who.int
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