Perikarditis – Herzbeutelentzündung erklärt
Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard), die häufig Brustschmerzen verursacht. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und ist meist gut behandelbar.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Perikarditis"
Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard), die häufig Brustschmerzen verursacht. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und ist meist gut behandelbar.
Was ist Perikarditis?
Die Perikarditis ist eine Entzündung des Perikards, also des Herzbeutels – der schützenden Hülle, die das Herz umgibt. Das Perikard besteht aus zwei Schichten, zwischen denen sich eine kleine Menge Flüssigkeit befindet, die das Herz beim Schlagen schützt. Entzündet sich dieses Gewebe, spricht man von einer Perikarditis. Die Erkrankung kann akut (plötzlich einsetzend), rezidivierend (wiederkehrend) oder chronisch (länger als drei Monate andauernd) verlaufen.
Ursachen
Perikarditis kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Virusinfektionen: Die häufigste Ursache, z. B. durch Coxsackieviren, Adenoviren oder das Epstein-Barr-Virus.
- Bakterielle Infektionen: Seltenere, aber schwerwiegendere Ursache, z. B. durch Tuberkulose.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis können eine Perikarditis verursachen.
- Herzinfarkt: Nach einem Herzinfarkt kann es zu einer reaktiven Perikarditis kommen (sog. Dressler-Syndrom).
- Verletzungen oder Operationen: Brustkorb-Traumata oder herzchirurgische Eingriffe können eine Entzündung auslösen.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel (z. B. Hydralazin, Procainamid) können selten eine Perikarditis hervorrufen.
- Tumorerkrankungen: Metastasen im Bereich des Herzens können das Perikard befallen.
- Idiopathisch: In vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.
Symptome
Das Leitsymptom der Perikarditis ist ein stechender oder drückender Brustschmerz, der sich häufig beim Einatmen, Husten oder im Liegen verstärkt und im Sitzen oder nach vorne Beugen bessert. Weitere typische Beschwerden sind:
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Schluckbeschwerden (bei starker Perikardergussbildung)
In schweren Fällen kann sich zwischen den Perikardschichten Flüssigkeit ansammeln (Perikarderguss). Wenn diese Flüssigkeit den Herzrhythmus erheblich beeinträchtigt, entsteht ein lebensbedrohlicher Herzbeuteltamponade-Zustand, der sofortige medizinische Behandlung erfordert.
Diagnose
Zur Diagnosestellung stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Typisches Reibegeräusch des Herzbeutels (perikardiales Reiben) beim Abhören.
- EKG (Elektrokardiogramm): Charakteristische Veränderungen, z. B. ST-Strecken-Hebungen in mehreren Ableitungen.
- Echokardiografie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zum Nachweis eines Perikardergusses.
- Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) sowie Troponin zur Beurteilung einer möglichen Herzmuskelschädigung.
- MRT des Herzens: Bei unklaren Befunden zur genauen Beurteilung der Entzündungsausdehnung.
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Bei Perikarderguss vergrößerter Herzschatten sichtbar.
Behandlung
Die Therapie der Perikarditis richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad:
Medikamentöse Therapie
- NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika): Ibuprofen oder Aspirin sind Mittel der ersten Wahl zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
- Colchicin: Wird zusätzlich zu NSAR empfohlen, um Rückfälle zu verhindern und die Heilung zu beschleunigen.
- Kortikosteroide: Bei Versagen der Standardtherapie oder bei autoimmunbedingter Perikarditis eingesetzt, jedoch mit Vorsicht, da sie das Rückfallrisiko erhöhen können.
- Antibiotika: Bei bakterieller Ursache gezielt eingesetzt.
Allgemeine Maßnahmen
- Körperliche Schonung und Sportpause bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit
- Behandlung der Grunderkrankung bei sekundärer Perikarditis
Invasive Maßnahmen
- Perikardpunktion (Perikardiocentese): Ablassen von Flüssigkeit bei großem Perikarderguss oder Herzbeuteltamponade.
- Perikardfensterung oder Perikardiektomie: Operativer Eingriff bei chronisch-konstriktiver Perikarditis.
Verlauf und Prognose
Die akute Perikarditis heilt in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen vollständig aus. Bei etwa 15–30 % der Patienten kommt es zu einem Rückfall (rezidivierende Perikarditis). Eine chronisch-konstriktive Perikarditis, bei der das Perikard vernarbt und verdickt, ist seltener, aber schwerwiegender und erfordert oft einen operativen Eingriff. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Quellen
- Adler, Y. et al. – 2015 ESC Guidelines for the diagnosis and management of pericardial diseases. European Heart Journal, 36(42), 2921–2964. DOI: 10.1093/eurheartj/ehv318.
- Imazio, M. & Gaita, F. – Diagnosis and treatment of pericarditis. Heart, 101(14), 1159–1168 (2015).
- Kasper, D. L. et al. – Harrison's Principles of Internal Medicine, 20th edition. McGraw-Hill Education, 2018.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieFettspeicherung
Virusreplikation
Oropharynxkarzinom
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Perikarditis + Pericarditis + Herzbeutelentzündung