Finger-Finger-Perkussion – Technik & Bedeutung
Die Finger-Finger-Perkussion ist eine klinische Untersuchungstechnik, bei der ein Finger auf den aufgelegten Finger geklopft wird, um Organe und Gewebe durch den erzeugten Klopfschall zu beurteilen.
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Die Finger-Finger-Perkussion ist eine klinische Untersuchungstechnik, bei der ein Finger auf den aufgelegten Finger geklopft wird, um Organe und Gewebe durch den erzeugten Klopfschall zu beurteilen.
Was ist die Finger-Finger-Perkussion?
Die Finger-Finger-Perkussion ist eine grundlegende Methode der körperlichen Untersuchung in der Medizin. Bei dieser Technik wird ein Finger einer Hand (der sogenannte Pleximeter-Finger, meist der Mittelfinger der nicht dominanten Hand) flach auf die Körperoberfläche des Patienten aufgelegt. Mit der Kuppe des Mittelfingers der anderen Hand (dem Plessimeter-Finger bzw. Perkussor) wird dann kurz und gezielt auf das erste Fingerglied des aufliegenden Fingers geklopft. Der dabei entstehende Klopfschall gibt dem Untersucher wichtige Informationen über den Zustand der darunter liegenden Strukturen.
Prinzip und Wirkmechanismus
Das physikalische Grundprinzip der Perkussion beruht auf der Schallleitung durch Gewebe. Je nachdem, ob das darunter liegende Gewebe lufthaltig, flüssigkeitsgefüllt oder fest ist, entstehen unterschiedliche Klopfklänge:
- Sonorer Klopfschall: Tiefer, lang anhaltender Ton, typisch für luftgefüllte Lungenareale.
- Hypersonorer oder tympanischer Schall: Heller, hohler Ton, entsteht z. B. bei einem Pneumothorax (Luft im Brustfell) oder über dem luftgefüllten Magen.
- Gedämpfter Klopfschall: Kurzer, leiser, hoher Ton, typisch für solide Organe wie Leber und Milz oder bei Flüssigkeitsansammlung (z. B. Pleuraerguss).
- Absolut gedämpfter (matter) Schall: Kein Resonanzton, entsteht über sehr dichten Strukturen wie dem Herzen oder großen Muskelmassen.
Anwendungsbereiche
Die Finger-Finger-Perkussion wird in zahlreichen Bereichen der klinischen Untersuchung eingesetzt:
Thorax und Lunge
Am häufigsten wird die Technik zur Beurteilung der Lungen eingesetzt. Normales Lungengewebe erzeugt einen sonoren Schall. Veränderungen wie eine Pneumonie (Lungenentzündung), ein Pleuraerguss (Flüssigkeit im Brustraum) oder ein Pneumothorax führen zu charakteristischen Veränderungen des Klopfschalls und können so erkannt werden. Zudem lässt sich die Zwerchfellgrenze und deren Verschieblichkeit bei Atemexkursion bestimmen.
Abdomen
Im Bauchbereich dient die Perkussion zur Abschätzung von Organgrößen (z. B. Leber und Milz) sowie zur Erkennung von Aszites (freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle). Ein tympanischer Schall über dem Abdomen ist normal und entsteht durch gasgefüllte Darmschlingen.
Weitere Einsatzbereiche
Auch zur Beurteilung von Sinushöhlen, zur Lokalisation von Organgrenzen und als orientierende Untersuchung bei unklaren Beschwerden findet die Perkussion Anwendung.
Durchführung der Technik
Eine korrekte Durchführung erfordert Übung und Fingerspitzengefühl. Die wichtigsten Schritte sind:
- Den Pleximeter-Finger (Mittelfinger der nicht dominanten Hand) fest und gleichmäßig auf die Haut auflegen, die übrigen Finger sollten die Haut nicht berühren.
- Mit dem Perkussor-Finger (Mittelfinger der dominanten Hand) kurze, schnelle, aus dem Handgelenk kommende Schläge auf das erste Interphalangealgelenk des Pleximeter-Fingers ausführen.
- Den Perkussor-Finger nach jedem Schlag sofort wieder anheben, um die Schwingung nicht zu dämpfen.
- Den Klopfschall hören und mit den Ergebnissen benachbarter Areale sowie der Gegenseite vergleichen.
Klinische Bedeutung und Grenzen
Die Finger-Finger-Perkussion ist eine kostengünstige, nicht invasive Untersuchungsmethode, die ohne technische Hilfsmittel jederzeit am Patientenbett durchgeführt werden kann. Sie liefert wertvolle erste Hinweise auf pathologische Veränderungen und ergänzt die Auskultation (Abhören) sowie die Palpation (Betasten) im Rahmen der körperlichen Untersuchung. Allerdings hat die Methode ihre Grenzen: Tiefe Strukturen, kleine Veränderungen sowie Befunde bei sehr adipösen Patienten können schwer zu beurteilen sein. Bei auffälligen Befunden sind weiterführende bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder CT indiziert.
Quellen
- Bickley, L.S. - Bates' Guide to Physical Examination and History Taking. 13. Auflage, Wolters Kluwer, 2021.
- Füeßl, H.S. & Middeke, M. - Anamnese und klinische Untersuchung. 6. Auflage, Thieme Verlag, 2018.
- Orient, J.M. - Sapira's Art and Science of Bedside Diagnosis. 5. Auflage, Wolters Kluwer, 2019.
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