Fossa tonsillaris – Anatomie und klinische Bedeutung
Die Fossa tonsillaris ist eine anatomische Vertiefung im Rachenraum, in der die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) liegt. Sie befindet sich zwischen zwei Gaumenbögen.
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Die Fossa tonsillaris ist eine anatomische Vertiefung im Rachenraum, in der die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) liegt. Sie befindet sich zwischen zwei Gaumenbögen.
Definition und Anatomie
Die Fossa tonsillaris (lateinisch: Mandelgrube) bezeichnet die anatomische Nische im seitlichen Rachenraum, in der die Tonsilla palatina (Gaumenmandel) eingebettet ist. Sie ist beidseitig vorhanden und liegt zwischen zwei Muskelfalten des weichen Gaumens: dem Arcus palatoglossus (vorderen Gaumenbogen) und dem Arcus palatopharyngeus (hinteren Gaumenbogen). Diese beiden Bögen begrenzen die Fossa tonsillaris seitlich und geben ihr eine wannenartige Form.
Der Boden der Fossa tonsillaris wird vom Musculus constrictor pharyngis superior (oberer Schlundschnürer) gebildet, der durch eine dünne Bindegewebsschicht, die sogenannte Capsula tonsillaris (Tonsillenkapsel), von der Mandel selbst getrennt ist. Zwischen der Kapsel und dem Muskel befindet sich ein lockeres peritonsilläres Bindegewebe, welches klinisch relevant ist, da sich hier ein Peritonsillarabszess entwickeln kann.
Bestandteile der Fossa tonsillaris
- Arcus palatoglossus: vorderer Gaumenbogen, gebildet vom Musculus palatoglossus
- Arcus palatopharyngeus: hinterer Gaumenbogen, gebildet vom Musculus palatopharyngeus
- Tonsilla palatina: Gaumenmandel, lymphatisches Gewebe in der Grube
- Capsula tonsillaris: bindegewebige Hülle der Mandel
- Peritonsilläres Bindegewebe: lockeres Gewebe zwischen Kapsel und Muskel
Funktion
Die Fossa tonsillaris bietet der Gaumenmandel ihren anatomischen Platz im Rahmen des lymphatischen Rachenrings (sogenannter Waldeyer-Rachenring). Die Tonsilla palatina ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems im Nasen-Rachen-Raum. Sie dient als erste Abwehrbarriere gegen eingeatmete und verschluckte Krankheitserreger, indem sie Antigene erkennt und eine lokale Immunantwort einleitet.
Klinische Bedeutung
Die Fossa tonsillaris ist klinisch in verschiedenen Zusammenhängen bedeutsam:
Tonsillitis (Mandelentzündung)
Eine Tonsillitis ist eine Entzündung der Tonsilla palatina, die häufig durch bakterielle (z. B. Streptokokken) oder virale Erreger ausgelöst wird. Sie geht typischerweise mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und geröteten, geschwollenen Mandeln einher. Bei häufig wiederkehrenden Entzündungen kann eine operative Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) in Betracht gezogen werden.
Peritonsillarabszess
Eine gefürchtete Komplikation der Tonsillitis ist der Peritonsillarabszess, eine Eiteransammlung im peritonsilläre Bindegewebe der Fossa tonsillaris. Dieser äußert sich durch starke, einseitige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Mundöffnungseinschränkung (Trismus) und veränderte Sprache. Die Behandlung erfolgt durch Inzision und Drainage sowie Antibiotika.
Tonsillektomie
Bei der Tonsillektomie wird die Gaumenmandel operativ aus der Fossa tonsillaris herausgelöst. Der Eingriff erfolgt entlang der Kapsel im peritonsillären Spaltraum. Nach der Operation verbleibt die leere Mandelgrube (Fossa tonsillaris) offen und heilt sekundär ab.
Tonsillenhyperplasie
Eine Vergrößerung der Tonsilla palatina, die Tonsillenhyperplasie, kann zu Atemwegs- und Schlafproblemen führen, insbesondere bei Kindern. Die vergrößerten Mandeln füllen die Fossa tonsillaris vollständig aus und können den Rachen verengen.
Tumore der Fossa tonsillaris
Bösartige Tumoren, vor allem Plattenepithelkarzinome, können in der Region der Fossa tonsillaris entstehen. Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol und Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus (HPV). Symptome können einseitige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und tastbare Halslymphknoten sein.
Untersuchung der Fossa tonsillaris
Die Fossa tonsillaris ist bei der klinischen Inspektion des Rachens (Pharyngoskopie) gut einsehbar. Mit einem Mundspatel wird die Zunge heruntergedrückt, sodass beide Mandelgruben beurteilt werden können. Beurteilt werden Größe, Farbe, Oberfläche und eventuelle Beläge der Tonsilla palatina sowie der umgebenden Schleimhaut.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus Lernatlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie. 5. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2022.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage, De Gruyter, Berlin, 2023.
- Mitchell R. B. et al. - Clinical Practice Guideline: Tonsillectomy in Children (Update). Otolaryngology-Head and Neck Surgery, 2019. (American Academy of Otolaryngology)
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