Flexionsfraktur: Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Flexionsfraktur ist ein Knochenbruch, der durch übermäßige Biegebelastung entsteht. Sie betrifft häufig die Wirbelsäule und tritt oft bei Unfällen auf.
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Eine Flexionsfraktur ist ein Knochenbruch, der durch übermäßige Biegebelastung entsteht. Sie betrifft häufig die Wirbelsäule und tritt oft bei Unfällen auf.
Was ist eine Flexionsfraktur?
Eine Flexionsfraktur ist ein Knochenbruch, der durch eine starke Biegebewegung (Flexion) entsteht. Dabei wird der betroffene Knochen oder Wirbelkörper so stark gebogen, dass er bricht. Besonders häufig sind die Wirbelkörper der Wirbelsäule betroffen, insbesondere im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort flexio (Biegung) und fractura (Bruch).
Ursachen
Flexionsfrakturen entstehen durch Kräfte, die einen Knochen über seine natürliche Biegefähigkeit hinaus belasten. Typische Ursachen sind:
- Verkehrsunfälle: Plötzliches Abbremsen oder Aufprall, z. B. beim Gurttragen (sogenannte Seat-Belt-Fraktur)
- Stürze aus großer Höhe: Aufprall auf die Füße oder das Gesäß mit Weiterleitung der Kraft auf die Wirbelsäule
- Sportunfälle: Vor allem beim Ski-, Rad- oder Kampfsport
- Osteoporose: Vorgeschädigte Knochen brechen bereits bei geringfügiger Biegebelastung
- Direktes Trauma: Schlag oder Sturz mit starker Beugekraft auf einen Knochen
Arten von Flexionsfrakturen
Keilwirbelbruch (Kompressionsfraktur)
Die häufigste Form: Der Wirbelkörper wird an der Vorderkante zusammengedrückt und keilförmig verformt. Diese Form tritt vor allem bei älteren Menschen mit Osteoporose auf.
Seat-Belt-Fraktur (Chance-Fraktur)
Diese Sonderform der Flexionsfraktur entsteht typischerweise bei Autounfällen mit angelegtem Sicherheitsgurt. Der Bauch wird als Drehpunkt genutzt, wodurch die hintere Wirbelsäule auf Zug und die vordere auf Druck belastet wird.
Flexions-Distraktions-Fraktur
Hierbei wirken gleichzeitig Biege- und Zugkräfte auf die Wirbelsäule. Die betroffenen Strukturen werden auseinandergezogen, was zu Instabilität führen kann.
Symptome
Die Beschwerden richten sich nach dem betroffenen Knochen und der Schwere des Bruches. Häufige Symptome sind:
- Starke, lokalisierte Schmerzen an der Bruchstelle
- Schwellung und Druckschmerz
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Bei Wirbelfrakturen: Rückenschmerzen, Verspannungen der Rückenmuskulatur
- Im schlimmsten Fall: Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen durch Nervenkompression
Diagnose
Zur Diagnose einer Flexionsfraktur stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung:
- Röntgenaufnahme: Erste Maßnahme zum Nachweis von Knochenbrüchen und Fehlstellungen
- Computertomographie (CT): Liefert detaillierte Schnittbilder und zeigt auch kleinere Frakturen und Fragmentverschiebungen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Besonders geeignet zur Beurteilung von Weichteilen, Bändern, Bandscheiben und Nervenstrukturen
Die Klassifikation der Fraktur (z. B. nach der AO-Klassifikation oder der Denis-Klassifikation) hilft dabei, die Stabilität der Verletzung einzuschätzen und die geeignete Therapie festzulegen.
Behandlung
Konservative Therapie
Stabile Flexionsfrakturen ohne neurologische Ausfälle können häufig ohne Operation behandelt werden:
- Ruhigstellung durch Orthese, Korsett oder Gips
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten
- Physiotherapie zur Stärkung der stützenden Muskulatur
- Schonung und kontrollierte Mobilisierung
Operative Therapie
Bei instabilen Frakturen, Fragmentverschiebungen oder neurologischen Ausfällen ist oft eine Operation notwendig:
- Perkutane Vertebroplastie oder Kyphoplastie: Minimalinvasive Verfahren zur Stabilisierung von Wirbelkörpern durch Einbringen von Knochenzement
- Dorsale oder ventrale Instrumentation: Einbringen von Schrauben, Stäben oder Platten zur Stabilisierung der Wirbelsäule
- Dekompression: Entlastung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln bei Kompression
Heilung und Prognose
Die Heilungsdauer hängt vom Schweregrad der Fraktur, dem Alter des Patienten und der gewählten Therapie ab. Stabile Flexionsfrakturen heilen bei konservativer Behandlung in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Wochen. Instabile Frakturen oder solche mit neurologischen Komplikationen erfordern eine längere Rehabilitation. Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Beweglichkeit und Kraft.
Quellen
- Vaccaro, A. R. et al. - The Thoracolumbar Injury Classification and Severity Score: A New Paradigm for the Treatment of Thoracolumbar Spine Trauma. In: Journal of Orthopaedic Trauma, 2005.
- Magerl, F. et al. - A comprehensive classification of thoracic and lumbar injuries. In: European Spine Journal, 1994.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) - Leitlinien zur Behandlung von Wirbelsäulenverletzungen, verfügbar unter: www.dgu-online.de
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