Folsäurestatus – Bedeutung, Werte & Mangel
Der Folsäurestatus beschreibt die Versorgung des Körpers mit Folsäure (Vitamin B9). Er wird über Blutuntersuchungen bestimmt und ist besonders in der Schwangerschaft bedeutsam.
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Der Folsäurestatus beschreibt die Versorgung des Körpers mit Folsäure (Vitamin B9). Er wird über Blutuntersuchungen bestimmt und ist besonders in der Schwangerschaft bedeutsam.
Was ist der Folsäurestatus?
Der Folsäurestatus beschreibt, wie gut der menschliche Körper mit Folsäure – auch bekannt als Folat oder Vitamin B9 – versorgt ist. Folsäure ist ein wasserlösliches B-Vitamin, das für zahlreiche lebenswichtige Körperfunktionen benötigt wird. Die Bestimmung des Folsäurestatus erfolgt in der Regel über eine Blutuntersuchung, bei der der Folatspiegel im Serum oder in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gemessen wird.
Biologische Funktionen von Folsäure
Folsäure übernimmt im Körper zentrale Aufgaben:
- Zellteilung und Zellwachstum: Folat ist essenziell für die DNA-Synthese und damit für die Bildung neuer Zellen.
- Blutbildung: Gemeinsam mit Vitamin B12 ist Folsäure an der Reifung roter Blutkörperchen beteiligt.
- Neuralrohrbildung: In der Frühschwangerschaft ist eine ausreichende Folsäureversorgung entscheidend für die Entwicklung des Nervensystems des Ungeborenen.
- Homocystein-Stoffwechsel: Folsäure hilft, den Homocysteinspiegel im Blut zu regulieren – ein erhöhter Wert gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Referenzwerte und Beurteilung des Folsäurestatus
Die Beurteilung des Folsäurestatus erfolgt anhand gemessener Blutwerte:
- Serum-Folat: Spiegelt die kurzfristige Aufnahme wider. Normalwert: 6–20 ng/ml (je nach Labor).
- Erythrozyten-Folat: Gibt Auskunft über die längerfristige Versorgung der letzten 2–3 Monate. Normalwert: 150–700 ng/ml.
Werte unterhalb dieser Referenzbereiche können auf einen Folatmangel hinweisen, während sehr hohe Werte bei übermäßiger Supplementierung auftreten können.
Ursachen eines gestörten Folsäurestatus
Mangel
Ein niedriger Folsäurestatus kann durch verschiedene Faktoren entstehen:
- Unausgewogene Ernährung mit geringem Gemüse- und Hülsenfruchtanteil
- Erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit
- Malabsorptionssyndrome (z. B. Morbus Crohn, Zöliakie)
- Chronischer Alkoholkonsum
- Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Methotrexat, Antiepileptika)
- Genetische Varianten wie der MTHFR-Polymorphismus, der den Folatstoffwechsel beeinflusst
Überversorgung
Sehr hohe Folatspiegel entstehen fast ausschließlich durch hochdosierte Supplementierung. Eine Überversorgung über die Nahrung allein ist praktisch nicht möglich.
Symptome eines Folatmangels
Ein unzureichender Folsäurestatus kann folgende Beschwerden verursachen:
- Erschöpfung und allgemeine Schwäche
- Megaloblastäre Anämie (Blutarmut durch vergrößerte, unreife rote Blutkörperchen)
- Schleimhautveränderungen (z. B. Mundgeschwüre, Zungenentzündung)
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Bei Schwangeren: erhöhtes Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind (z. B. Spina bifida)
Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schlechten Folsäurestatus:
- Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch
- Ältere Menschen
- Personen mit chronischen Darmerkrankungen
- Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum
- Veganer und Vegetarier mit einseitiger Ernährung
- Personen unter bestimmter Dauermedikation
Diagnose
Der Folsäurestatus wird durch eine Blutuntersuchung beim Arzt bestimmt. Dabei können sowohl der Serum-Folatwert als auch der Erythrozyten-Folatwert gemessen werden. Ergänzend kann der Homocysteinspiegel bestimmt werden, da erhöhte Homocysteinwerte häufig mit einem Folatmangel einhergehen.
Ernährungsquellen und empfohlene Zufuhr
Folat kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor:
- Grünes Blattgemüse (Spinat, Brokkoli, Feldsalat)
- Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen)
- Vollkornprodukte
- Leber (in der Schwangerschaft nur eingeschränkt empfohlen)
- Eier und Milchprodukte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 300 µg Folat-Äquivalenten. Für Schwangere erhöht sich der Bedarf auf 550 µg täglich, für Stillende auf 450 µg.
Supplementierung
Bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem Bedarf empfehlen Ärzte in der Regel die Einnahme von Folsäurepräparaten. Besonders wichtig ist die Supplementierung für Frauen, die schwanger werden möchten: Die DGE empfiehlt, mindestens 4 Wochen vor der Konzeption und während des ersten Schwangerschaftsdrittels täglich 400 µg synthetische Folsäure als Supplement einzunehmen. Personen mit dem MTHFR-Polymorphismus profitieren möglicherweise eher von der aktiven Form 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF).
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Folat. DGE, Bonn, 2021. Verfügbar unter: https://www.dge.de
- Bailey LB et al.: Biomarkers of Nutrition for Development – Folate Review. Journal of Nutrition, 2015; 145(7):1636S–1680S. PubMed PMID: 26063472.
- World Health Organization (WHO): Guideline: Daily iron and folic acid supplementation in pregnant women. WHO, Geneva, 2012. Verfügbar unter: https://www.who.int
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