Kephalhämatom – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Kephalhämatom ist eine Blutansammlung zwischen dem Schädelknochen und dem Periost beim Neugeborenen, meist durch Geburtsverletzungen verursacht.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Kephalhämatom"
Ein Kephalhämatom ist eine Blutansammlung zwischen dem Schädelknochen und dem Periost beim Neugeborenen, meist durch Geburtsverletzungen verursacht.
Was ist ein Kephalhämatom?
Ein Kephalhämatom (auch Cephalhämatom geschrieben) ist eine Ansammlung von Blut zwischen einem Schädelknochen und dem ihn bedeckenden Periost (Knochenhaut) eines Neugeborenen. Diese Blutansammlung entsteht, wenn kleine Blutgefäße im Bereich der Knochenhaut während der Geburt reißen. Das Hämatom ist stets auf einen einzelnen Knochen begrenzt, da das Periost an den Knochenrändern fest verwachsen ist.
Das Kephalhämatom tritt bei etwa 1 bis 2 von 100 Geburten auf und ist damit eine der häufigsten Geburtsverletzungen. Es ist vom Caput succedaneum (Geburtsgeschwulst) zu unterscheiden, das oberflächlicher liegt und die Knochennahtgrenzen überschreiten kann.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen eines Kephalhämatoms sind mechanische Belastungen des kindlichen Schädels während der Geburt:
- Langwieriger oder schwieriger Geburtsvorgang
- Einsatz von Geburtshilfeinstrumenten wie Saugglocke (Vakuumextraktion) oder Geburtszange (Forceps)
- Enge Geburtsverhältnisse (z. B. kleines Becken der Mutter)
- Schnelle Geburtsverläufe mit starkem Druck auf den Schädel
Symptome und klinisches Bild
Ein Kephalhämatom zeigt sich typischerweise in den ersten Stunden bis Tagen nach der Geburt als weiche, fluktuierende (schwappende) Schwellung am Hinterkopf oder Scheitelbein des Neugeborenen. Folgende Merkmale sind charakteristisch:
- Schwellung überschreitet keine Knochennahtgrenzen
- Weiche, elastische Konsistenz
- Keine Verfärbung der darüberliegenden Haut (im Gegensatz zur Geburtsgeschwulst)
- Langsames Wachstum in den ersten Tagen
- Kann sich über mehrere Wochen zurückbilden
Da das Blut abgebaut wird, können erhöhte Bilirubinwerte im Blut des Neugeborenen entstehen, was zu einem (verstärkten) Neugeborenenikterus (Gelbsucht) führen kann.
Diagnose
Die Diagnose eines Kephalhämatoms erfolgt in erster Linie klinisch durch körperliche Untersuchung des Neugeborenen. Der Arzt oder die Ärztin tastet die Schwellung ab und beurteilt ihre Lage sowie ihre Begrenzung durch die Knochennähte. Ergänzend können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Ultraschalluntersuchung: Zur Darstellung der Blutansammlung und zum Ausschluss einer Schädelfraktur
- Blutuntersuchung: Bestimmung des Bilirubinwertes bei Verdacht auf Neugeborenenikterus
- Röntgenaufnahme oder MRT: In seltenen Fällen bei Verdacht auf Frakturen oder Komplikationen
Behandlung
Die meisten Kephalhämatome erfordern keine spezifische Behandlung und bilden sich spontan innerhalb von 2 bis 12 Wochen vollständig zurück. Folgende Maßnahmen können jedoch notwendig sein:
- Engmaschige Kontrolle: Regelmäßige Untersuchung durch den Kinderarzt oder die Kinderärztin
- Bilirubinkontrolle: Bei erhöhten Bilirubinwerten kann eine Phototherapie (Lichttherapie) notwendig sein
- Schmerztherapie: Selten notwendig, aber bei großen Hämatomen können Schmerzmittel erwogen werden
- Punktion oder chirurgische Drainage: In seltenen Fällen bei sehr großen Hämatomen oder Verkalkungs-Komplikationen
Eine Punktion (Ablassen des Blutes mit einer Nadel) wird im Allgemeinen nicht empfohlen, da das Infektionsrisiko den möglichen Nutzen überwiegt.
Komplikationen
Obwohl Kephalhämatome in der Regel harmlos sind, können in seltenen Fällen folgende Komplikationen auftreten:
- Verkalkung: Das Hämatom kann verkalken und zu einer harten Beule am Schädel führen, die sich aber meist mit der Zeit zurückbildet
- Verstärkter Neugeborenenikterus: Durch den Abbau des Blutes und die Freisetzung von Bilirubin
- Anämie: Bei sehr großen Blutansammlungen kann ein Blutmangel entstehen
- Infektion: Sehr selten, jedoch möglich, insbesondere nach Manipulation
Prognose
Die Prognose eines Kephalhämatoms ist sehr gut. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Neugeborenen erholt sich vollständig ohne bleibende Schäden. Eine sorgfältige Nachsorge durch den Kinderarzt oder die Kinderärztin ist dennoch empfehlenswert, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Quellen
- Stoll BJ, Kliegman RM. Nelson Textbook of Pediatrics. 21. Auflage. Elsevier, 2020.
- Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI). Leitlinien zur Neugeborenenversorgung. AWMF, 2022.
- World Health Organization (WHO). Guidelines on Basic Newborn Resuscitation. WHO Press, 2012.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieLeucin
Lysogener Zyklus
Methionin
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Kephalhämatom + Cephalhämatom + Kephalhaematom + Zephalhaematom