Klavikulafraktur – Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Klavikulafraktur ist ein Knochenbruch des Schlüsselbeins. Sie zählt zu den häufigsten Frakturen und entsteht meist durch Stürze oder direkte Gewalteinwirkung.
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Eine Klavikulafraktur ist ein Knochenbruch des Schlüsselbeins. Sie zählt zu den häufigsten Frakturen und entsteht meist durch Stürze oder direkte Gewalteinwirkung.
Was ist eine Klavikulafraktur?
Die Klavikulafraktur – umgangssprachlich auch Schlüsselbeinbruch oder Schlüsselbeinfraktur genannt – bezeichnet einen Knochenbruch des Schlüsselbeins (Klavikula). Das Schlüsselbein ist ein langer, schlanker Knochen, der das Brustbein (Sternum) mit dem Schulterblatt (Skapula) verbindet. Es gehört zu den am häufigsten gebrochenen Knochen im menschlichen Körper und macht etwa 5–10 % aller Frakturen aus.
Ursachen
Klavikulafrakturen entstehen in den meisten Fällen durch Stürze auf die ausgestreckte Hand oder direkt auf die Schulter. Typische Ursachen sind:
- Sturz beim Sport (z. B. Radfahren, Reiten, Kontaktsportarten)
- Verkehrsunfälle
- Direkte Schläge oder Stöße auf das Schlüsselbein
- Geburtstrauma (beim Neugeborenen)
Bei älteren Menschen können auch Osteoporose oder andere Knochenerkrankungen die Anfälligkeit erhöhen, sodass bereits geringere Kräfte zu einem Bruch führen können.
Klassifikation
Klavikulafrakturen werden je nach Lage des Bruchs eingeteilt:
- Mitteldrittelbrüche (Gruppe I): Mit ca. 70–80 % die häufigste Form. Der Bruch liegt im mittleren Abschnitt des Schlüsselbeins.
- Laterale Frakturen (Gruppe II): Brüche im äußeren Drittel, nahe dem Schultergelenk. Treten in ca. 15–25 % der Fälle auf.
- Mediale Frakturen (Gruppe III): Brüche im inneren Drittel, nahe dem Brustbein. Mit ca. 5 % die seltenste Form.
Symptome
Die Symptome einer Klavikulafraktur sind in der Regel gut erkennbar:
- Starke Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins, die bei Bewegung zunehmen
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) über dem Schlüsselbein
- Tastbare oder sichtbare Stufenbildung – der Knochen kann unter der Haut sichtbar hervortreten
- Einschränkung der Schulterbeweglichkeit
- Knistern (Krepitation) bei Bewegung des Schulterbereichs
- Schonhaltung des betroffenen Arms
In seltenen Fällen können umliegende Strukturen wie Gefäße, Nerven (z. B. des Plexus brachialis) oder die Lunge betroffen sein.
Diagnose
Die Diagnose einer Klavikulafraktur erfolgt in der Regel durch:
- Klinische Untersuchung: Inspektion und Palpation (Abtasten) des Schlüsselbeins
- Röntgenaufnahme: Standardverfahren zur Bestätigung und genauen Lokalisation des Bruchs
- Computertomographie (CT): Bei komplexen oder gelenknahen Frakturen sowie zur Operationsplanung
- Ultraschall: Ergänzend, insbesondere bei Kindern oder zum Ausschluss von Begleitverletzungen
Behandlung
Konservative Behandlung
Die Mehrzahl der Klavikulafrakturen – insbesondere unkomplizierte Mitteldrittelbrüche – kann konservativ behandelt werden:
- Ruhigstellung mit einem Armtragetuch (Mitella) oder einem speziellen Verband (Rucksackverband) für 4–6 Wochen
- Schmerztherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Paracetamol
- Physiotherapie nach Abklingen der akuten Schmerzen zur Wiederherstellung der Schulterfunktion
Operative Behandlung
Eine operative Versorgung ist in bestimmten Fällen notwendig:
- Stark verschobene (dislozierte) Frakturen
- Offene Frakturen (Knochen durchbricht die Haut)
- Begleitverletzungen von Gefäßen oder Nerven
- Frakturen, die konservativ nicht heilen (Pseudarthrose)
- Bestimmte laterale Frakturen mit Bandverletzungen
Typische Operationsverfahren umfassen die Plattenosteosynthese (Fixierung mit einer Metallplatte und Schrauben) oder die intramedulläre Nagelung (Einbringen eines Nagels in den Markraum des Knochens).
Heilungsverlauf und Prognose
Die Heilungsdauer beträgt bei Erwachsenen in der Regel 6–12 Wochen, bei Kindern oft etwas kürzer. Die Prognose ist bei unkomplizierten Frakturen gut. Mögliche Komplikationen umfassen verzögerte Knochenheilung, Fehlstellung (Malunion), Pseudarthrose (ausbleibende Knochenheilung) sowie eine vorübergehende oder dauerhafte Einschränkung der Schulterfunktion.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): Frakturen der Klavikula – AWMF-Registernummer 012-014 (2020).
- Brinker MR, O'Connor DP. The incidence of fractures and dislocations referred for orthopaedic services in a capitated population. J Bone Joint Surg Am. 2004;86(2):290-297.
- Ziegler P, Bahrs C, Konrad G. Klavikulafraktur. In: Unfallchirurgie. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2019.
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