Körperkerntemperatur: Definition & Normalwerte
Die Körperkerntemperatur bezeichnet die Temperatur im Inneren des menschlichen Körpers. Sie beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 36,5–37,5 °C und ist lebenswichtig.
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Die Körperkerntemperatur bezeichnet die Temperatur im Inneren des menschlichen Körpers. Sie beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 36,5–37,5 °C und ist lebenswichtig.
Was ist die Körperkerntemperatur?
Die Körperkerntemperatur (auch: Kerntemperatur) bezeichnet die Temperatur, die im Inneren des menschlichen Körpers – insbesondere in den lebenswichtigen Organen wie Herz, Lunge, Leber und Gehirn – herrscht. Sie unterscheidet sich von der Schalentemperatur, also der Temperatur an der Körperoberfläche (Haut), die stärker von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird.
Beim gesunden Erwachsenen liegt die Körperkerntemperatur in der Regel zwischen 36,5 °C und 37,5 °C. Kleinere Abweichungen im Tagesverlauf sind normal: Morgens ist die Temperatur oft etwas niedriger, am Nachmittag und Abend etwas höher. Dieses Phänomen wird als zirkadianer Rhythmus bezeichnet.
Regulation der Körperkerntemperatur
Der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, seine Kerntemperatur konstant zu halten – ein Vorgang, der als Thermoregulation bezeichnet wird. Gesteuert wird dieser Prozess vom Hypothalamus, einem Bereich im Zwischenhirn, der als körpereigener Thermostat fungiert.
Zur Wärmeabgabe stehen dem Körper verschiedene Mechanismen zur Verfügung:
- Schwitzen: Verdunstung von Schweiß kühlt die Haut ab.
- Hautdurchblutung: Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) leitet Wärme an die Oberfläche.
- Atemwärmeabgabe: Wärme wird über die Ausatemluft abgegeben.
Zur Wärmeproduktion dienen folgende Mechanismen:
- Muskelzittern: Unwillkürliche Muskelkontraktionen erzeugen Wärme.
- Vasokonstriktion: Verengung der Hautgefäße reduziert den Wärmeverlust.
- Stoffwechselsteigerung: Erhöhter Grundumsatz produziert mehr Körperwärme.
Messung der Körperkerntemperatur
Die exakte Messung der Körperkerntemperatur ist medizinisch bedeutsam. Je nach Messstelle unterscheiden sich die gemessenen Werte geringfügig:
- Rektal: Gilt als Goldstandard und liefert die zuverlässigsten Werte (ca. 37,0–37,5 °C).
- Oral (sublingual): Unter der Zunge gemessen, ca. 0,3–0,5 °C niedriger als rektal.
- Axillär (Achselhöhle): Am wenigsten genau, ca. 0,5–1,0 °C niedriger als rektal.
- Aurikulär (Ohr): Messung im Gehörgang, annäherungsweise zuverlässig.
- Stirn (Infrarot): Schnelle, kontaktlose Messung; kann durch äußere Faktoren beeinflusst werden.
Abweichungen der Körperkerntemperatur
Fieber (Hyperthermie durch Pyrogene)
Fieber liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur auf über 38,0 °C ansteigt. Es ist häufig eine Reaktion des Immunsystems auf Infektionen, Entzündungen oder andere Erkrankungen. Bestimmte Botenstoffe, sogenannte Pyrogene, veranlassen den Hypothalamus, den Temperatursollwert anzuheben. Ab 39,5 °C spricht man von hohem Fieber, ab 41,0 °C besteht akute Lebensgefahr.
Hypothermie (Unterkühlung)
Hypothermie bezeichnet einen lebensbedrohlichen Abfall der Körperkerntemperatur unter 35,0 °C. Sie kann durch Kälteexposition, Nässe, Wind oder bestimmte Erkrankungen ausgelöst werden. Erste Symptome sind Zittern, Verwirrtheit und Koordinationsstörungen. Bei schwerer Hypothermie (unter 28 °C) drohen Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit.
Hitzschlag
Beim Hitzschlag versagen die körpereigenen Kühlmechanismen, sodass die Kerntemperatur auf über 40 °C ansteigt. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Kühlung und ärztliche Versorgung erfordert.
Klinische Bedeutung
Die Überwachung der Körperkerntemperatur ist in der Medizin von zentraler Bedeutung. In der Anästhesie, Intensivmedizin und Notaufnahme wird sie kontinuierlich gemessen, um Komplikationen wie perioperative Hypothermie oder maligne Hyperthermie frühzeitig zu erkennen. Auch bei der Beurteilung von Infektionskrankheiten, Sepsis und hitze- oder kältebedingten Notfällen spielt die Körperkerntemperatur eine Schlüsselrolle.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, De Gruyter Verlag, Berlin 2020.
- World Health Organization (WHO): Thermal comfort and health – Technical guidance, Geneva 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Sessler DI. Perioperative thermoregulation and heat balance. Lancet. 2016;387(10038):2655–2664. doi:10.1016/S0140-6736(15)00981-2
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