Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (KAPD)
Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (KAPD) ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran dient. Sie ermöglicht Patienten mit Nierenversagen eine Heimdialyse.
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Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (KAPD) ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran dient. Sie ermöglicht Patienten mit Nierenversagen eine Heimdialyse.
Was ist die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse?
Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (KAPD) ist eine Form der Dialyse, die bei chronischem Nierenversagen eingesetzt wird. Anders als die Hämodialyse, bei der das Blut außerhalb des Körpers gereinigt wird, nutzt die KAPD das Peritoneum (Bauchfell) als natürliche Filtermembran. Das Verfahren ermöglicht es den Patienten, die Behandlung selbstständig zu Hause durchzuführen, ohne täglich eine Dialyseeinrichtung aufzusuchen.
Über einen dauerhaft implantierten Peritonealkatheter wird eine spezielle Dialyseflüssigkeit (Dialysat) in die Bauchhöhle eingefüllt. Durch den osmotischen und diffusiven Austausch über das Bauchfell werden harnpflichtige Substanzen, überschüssige Elektrolyte und Wasser aus dem Blut in die Dialyseflüssigkeit überführt. Das verbrauchte Dialysat wird anschließend abgelassen und durch frische Lösung ersetzt.
Indikationen
Die KAPD wird hauptsächlich bei Patienten mit terminalem Nierenversagen (chronische Nierenerkrankung Stadium 5) angewendet, wenn die verbleibende Nierenfunktion nicht mehr ausreicht, den Körper ausreichend zu entgiften. Typische Grunderkrankungen sind:
- Diabetische Nephropathie
- Chronische Glomerulonephritis
- Hypertensive Nephropathie
- Polyzystische Nierenerkrankung
- Andere chronische Nierenerkrankungen
Die KAPD kann als primäres Dialyseverfahren oder als Überbrückung bis zu einer Nierentransplantation eingesetzt werden.
Funktionsprinzip und Wirkmechanismus
Das Prinzip der KAPD beruht auf zwei physikalischen Prozessen:
- Diffusion: Harnpflichtige Substanzen wie Harnstoff, Kreatinin und Kalium wandern entlang des Konzentrationsgradienten aus dem Blut durch das Bauchfell in das Dialysat.
- Osmose (Ultrafiltration): Durch den im Dialysat enthaltenen osmotisch wirksamen Stoff (meist Glukose oder Icodextrin) wird überschüssiges Wasser aus dem Blut in die Bauchhöhle gezogen.
Das Bauchfell ist reich an Blutgefäßen und besitzt eine ausreichend große Oberfläche (ca. 1–2 m²), um als effektive Filtermembran zu fungieren.
Durchführung
Bei der KAPD wird das Dialysat in der Regel drei bis fünf Mal täglich gewechselt, auch nachts bleibt meist eine Füllung in der Bauchhöhle. Jeder Beutelwechsel dauert etwa 20 bis 40 Minuten und umfasst folgende Schritte:
- Ablassen des verbrauchten Dialysats in einen leeren Beutel
- Anschluss eines neuen Beutels mit frischer Dialyselösung
- Einlaufen der frischen Lösung in die Bauchhöhle
- Verschluss des Katheters bis zum nächsten Wechsel
Hygiene und Sterilität sind bei der Durchführung entscheidend, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Heimbehandlung ohne regelmäßige Klinikbesuche
- Kontinuierliche, sanfte Entgiftung rund um die Uhr
- Bessere Erhaltung der Restnierenfunktion im Vergleich zur Hämodialyse
- Geringere kardiovaskuläre Belastung durch fehlende Blutdruckschwankungen
- Größere Unabhängigkeit und Flexibilität im Alltag
Nachteile und Risiken
- Peritonitis: Bauchfellentzündung als häufigste und ernsteste Komplikation
- Katheterinfektionen an der Eintrittsstelle
- Ultrafiltrationsverlust bei langer Therapiedauer
- Glukosebelastung durch die Dialyseflüssigkeit (relevant bei Diabetikern)
- Einschränkungen bei Patienten mit Bauchoperationen oder Verwachsungen
Komplikationen
Die häufigste und schwerwiegendste Komplikation der KAPD ist die Peritonitis (Bauchfellentzündung), meist verursacht durch grampositive Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Staphylococcus epidermidis. Symptome sind Bauchschmerzen, trübes Dialysat, Fieber und Übelkeit. Die Behandlung erfolgt durch intraperitoneale oder systemische Antibiotikainfusion. Wiederkehrende Peritonitiden können zum Versagen der Methode und zum Wechsel zur Hämodialyse führen.
Vergleich mit anderen Dialyseverfahren
Im Vergleich zur Hämodialyse bietet die KAPD eine kontinuierliche Entgiftung und ist besonders für Patienten geeignet, die mobil bleiben möchten oder in Regionen leben, in denen keine gut erreichbare Dialyseeinrichtung vorhanden ist. Die automatisierte Peritonealdialyse (APD) ist eine Weiterentwicklung, bei der der Beutelwechsel nachts von einem Gerät (Cycler) automatisch durchgeführt wird, was die Lebensqualität tagsüber weiter erhöht.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. KDIGO, 2024.
- Daugirdas JT, Blake PG, Ing TS (Hrsg.) - Handbook of Dialysis. 5. Auflage, Wolters Kluwer, 2015.
- World Health Organization (WHO) - Global Kidney Health Atlas. WHO, 2023.
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