Kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse (CCPD)
Die kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse (CCPD) ist eine Form der Heimdialyse, bei der nachts ein Gerät automatisch mehrere Flüssigkeitswechsel im Bauchraum durchführt.
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Die kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse (CCPD) ist eine Form der Heimdialyse, bei der nachts ein Gerät automatisch mehrere Flüssigkeitswechsel im Bauchraum durchführt.
Was ist die kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse?
Die kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse (kurz: CCPD, von englisch Continuous Cyclic Peritoneal Dialysis) ist eine spezielle Form der Peritonealdialyse, einem Nierenersatzverfahren für Menschen mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz oder Nierenversagen. Bei dieser Methode wird die natürliche Membran des Bauchfells (Peritoneum) als Filter genutzt, um Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut zu entfernen.
Im Unterschied zur manuellen CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse) übernimmt bei der CCPD ein automatisches Gerät – der sogenannte Cycler – die Dialyselösungswechsel. Dies geschieht in der Regel während der Nacht, meist über einen Zeitraum von 8 bis 10 Stunden, sodass Patientinnen und Patienten tagsüber weitgehend frei sind.
Wie funktioniert die CCPD?
Über einen dauerhaft eingesetzten, dünnen Kunststoffschlauch (den sogenannten Peritonealkatheter oder Tenckhoff-Katheter) wird eine sterile Dialyselösung in den Bauchraum eingeleitet. Diese Lösung verweilt für eine bestimmte Zeit im Bauch (sogenannte Verweilzeit), in der Schadstoffe wie Harnstoff, Kreatinin und überschüssige Elektrolyte aus dem Blut durch das Bauchfell in die Lösung diffundieren. Anschließend wird die verbrauchte Lösung wieder abgelassen und durch frische ersetzt.
Der Cycler führt diesen Vorgang automatisch und mehrfach pro Nacht durch. Tagsüber verbleibt entweder eine letzte Füllung im Bauch (sogenannte Tagfüllung), oder der Bauch wird leer gelassen – je nach individuellem Therapieplan.
Wann wird die CCPD angewendet?
Die CCPD wird eingesetzt bei Patientinnen und Patienten mit:
- Chronischer Niereninsuffizienz im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz, GFR unter 15 ml/min)
- Akutem Nierenversagen, wenn eine Hämodialyse nicht möglich oder nicht gewünscht ist
- Personen, die eine Heimdialyse bevorzugen und deren Alltag tagsüber wenig durch die Behandlung eingeschränkt werden soll
- Kindern und Jugendlichen, bei denen die Peritonealdialyse häufig bevorzugt wird
- Patientinnen und Patienten mit eingeschränktem Gefäßzugang für eine Hämodialyse
Vorteile der CCPD
Die CCPD bietet gegenüber anderen Dialyseverfahren mehrere Vorteile:
- Hohe Lebensqualität: Da die Dialyse nachts stattfindet, können Betroffene tagsüber ihren normalen Alltagsaktivitäten, ihrer Arbeit oder der Schule nachgehen.
- Heimbehandlung: Kein täglicher Weg in ein Dialysezentrum notwendig.
- Schonung der Blutgefäße: Im Gegensatz zur Hämodialyse ist kein Shunt oder zentralvenöser Katheter erforderlich.
- Kontinuierliche Entgiftung: Der Stoffwechsel wird rund um die Uhr gleichmäßiger entlastet als bei der dreimal wöchentlichen Hämodialyse.
- Geringere Blutdruckschwankungen: Durch den stetigen Flüssigkeitsentzug kommt es seltener zu starken Blutdruckveränderungen.
Risiken und Komplikationen
Wie bei allen Dialyseverfahren sind auch bei der CCPD bestimmte Risiken und Komplikationen möglich:
- Peritonitis: Eine Bauchfellentzündung ist die häufigste und ernsthafteste Komplikation. Sie entsteht meist durch Keime, die beim Wechsel der Dialyselösung in den Bauchraum gelangen. Strenge Hygiene ist daher unerlässlich.
- Katheterkomplikationen: Infektionen an der Kathetereinstichstelle, Verstopfung oder Verlagerung des Katheters.
- Ultrafiltrationsversagen: Mit der Zeit kann die Filterfunktion des Bauchfells nachlassen.
- Hernie (Leistenbruch): Durch den erhöhten Druck im Bauchraum kann es zur Bildung von Hernien kommen.
- Gewichtszunahme: Die Dialyselösungen enthalten Glukose, die teilweise resorbiert wird und zu Gewichtszunahme und Veränderungen des Blutzuckerspiegels führen kann.
Durchführung und Schulung
Vor Beginn der CCPD werden Patientinnen und Patienten sowie ggf. deren Angehörige in einem spezialisierten Dialysezentrum umfassend geschult. Die Schulung umfasst:
- Bedienung und Wartung des Cyclers
- Hygienische Handhabung des Katheters und der Dialyselösung
- Erkennen von Komplikationen und richtiges Verhalten im Notfall
- Dokumentation der täglichen Dialyse (z. B. Einfuhr- und Ausfuhrmengen)
Das Dialysezentrum begleitet die Therapie regelmäßig durch Kontrolluntersuchungen, Laborwerte und Anpassung des Dialyseplans.
CCPD im Vergleich zu anderen Dialyseformen
Die Peritonealdialyse, zu der die CCPD gehört, ist neben der Hämodialyse das zweite große Nierenersatzverfahren. Während bei der Hämodialyse das Blut durch eine externe Maschine und eine künstliche Membran gereinigt wird, nutzt die Peritonealdialyse das körpereigene Bauchfell als Filter.
Innerhalb der Peritonealdialyse unterscheidet man zwischen der CAPD (manueller Beutelwechsel 3-5 mal täglich) und der CCPD (automatische Wechsel nachts durch den Cycler). Die CCPD eignet sich besonders für berufstätige Menschen, Kinder und Personen, die tagsüber mehr Freiheit wünschen.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) – KDIGO 2022 Clinical Practice Guideline for Peritoneal Dialysis Adequacy. Kidney International Supplements, 2022.
- Daugirdas JT, Blake PG, Ing TS (Hrsg.) – Handbook of Dialysis. 5. Auflage. Wolters Kluwer, 2015.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) – Leitlinien zur Nierenersatztherapie. Abrufbar unter: www.dgfn.eu
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