Kryokonservierung – Einfrieren biologischer Materialien
Kryokonservierung bezeichnet das Einfrieren biologischer Materialien wie Zellen, Gewebe oder Embryonen bei extrem niedrigen Temperaturen zur Langzeitlagerung.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Kryokonservierung"
Kryokonservierung bezeichnet das Einfrieren biologischer Materialien wie Zellen, Gewebe oder Embryonen bei extrem niedrigen Temperaturen zur Langzeitlagerung.
Was ist Kryokonservierung?
Die Kryokonservierung ist ein medizinisch-wissenschaftliches Verfahren, bei dem biologische Materialien wie Zellen, Gewebe, Organe, Embryonen oder Keimzellen (Spermien und Eizellen) bei sehr niedrigen Temperaturen – typischerweise bei minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff – eingefroren und dauerhaft gelagert werden. Durch das Einfrieren werden alle biologischen Prozesse, einschließlich des Zellstoffwechsels, nahezu vollständig zum Stillstand gebracht, sodass die Materialien über lange Zeiträume ohne Qualitätsverlust aufbewahrt werden können.
Anwendungsgebiete
Die Kryokonservierung wird in verschiedenen medizinischen und wissenschaftlichen Bereichen eingesetzt:
- Reproduktionsmedizin: Einfrieren von Spermien, Eizellen und Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) oder zur Fertilitätserhaltung vor einer Krebstherapie.
- Stammzelltherapie: Lagerung von Stammzellen aus Knochenmark, Nabelschnurblut oder peripherem Blut für spätere Transplantationen.
- Blut- und Organbanken: Langzeitlagerung von Blutprodukten, Hornhäuten und anderen Gewebearten.
- Forschung: Konservierung von Zelllinien, Mikroorganismen und biologischen Proben für wissenschaftliche Zwecke.
Ablauf des Verfahrens
Vorbereitung und Kryoprotektiva
Vor dem Einfrieren werden die biologischen Materialien mit sogenannten Kryoprotektiva (Gefrierschutzmittel) behandelt. Diese Substanzen – häufig Glycerol oder DMSO (Dimethylsulfoxid) – verhindern die Bildung von Eiskristallen innerhalb der Zellen, die zu schwerwiegenden Zellschäden führen könnten. Die Wahl des geeigneten Kryoprotektivums hängt vom jeweiligen Zelltyp und Anwendungsbereich ab.
Einfrierverfahren
Es gibt zwei wesentliche Einfrierverfahren:
- Langsames Einfrieren (kontrollierte Abkühlung): Die Temperatur wird schrittweise und kontrolliert gesenkt, typischerweise um 1 bis 2 Grad Celsius pro Minute. Dieses Verfahren ist besonders schonend und wird häufig für Embryonen und Spermien eingesetzt.
- Vitrifikation (Schnelleinfrieren): Das biologische Material wird extrem schnell in flüssigen Stickstoff getaucht, sodass es in einen glasartigen (amorphen) Zustand übergeht, ohne dass Eiskristalle entstehen. Die Vitrifikation hat sich besonders bei der Kryokonservierung von Eizellen und Embryonen bewährt und liefert heute in vielen Bereichen bessere Überlebensraten als das langsame Einfrieren.
Lagerung und Auftauen
Die eingefrorenen Materialien werden in speziellen Kryobehältern (Dewargefäßen) in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius gelagert. Beim Auftauen (Thawing) wird das Material kontrolliert und schrittweise auf Körpertemperatur gebracht. Die Kryoprotektiva werden anschließend sorgfältig ausgewaschen, bevor das Material für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke verwendet wird.
Erfolgsraten und Qualität
Die Überlebensrate kryokonservierter Materialien hängt stark vom Zelltyp, dem verwendeten Verfahren und der Qualität des eingefrorenen Materials ab. Moderne Vitrifikationsverfahren erzielen bei Eizellen Überlebensraten von über 90 Prozent. Bei Spermien liegen die Überlebensraten ebenfalls hoch, da Spermien besonders gut kryotolerant sind. Die Schwangerschaftsraten nach dem Transfer kryokonservierter Embryonen sind heutzutage vergleichbar mit denen nach dem Transfer frischer Embryonen.
Risiken und Einschränkungen
Obwohl die Kryokonservierung ein ausgereiftes Verfahren ist, sind einige Aspekte zu beachten:
- Ein Teil der eingefrorenen Zellen überlebt den Einfrier- und Auftauprozess nicht.
- Kryoprotektiva können in hohen Konzentrationen zelltoxisch wirken.
- Die Langzeitstabilität bei sehr langen Lagerungszeiträumen (mehrere Jahrzehnte) ist noch nicht vollständig erforscht.
- Rechtliche und ethische Fragen, insbesondere bei der Lagerung von Embryonen, sind in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt.
Fertilitaetserhaltung (Fertility Preservation)
Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Kryokonservierung ist der Fertilitaetsschutz vor onkologischen Behandlungen. Chemotherapie und Strahlentherapie können die Fruchtbarkeit dauerhaft beeinträchtigen. Vor Beginn der Behandlung können Spermien, Eizellen oder Eierstockgewebe entnommen und kryokonserviert werden, um eine spätere Familienplanung zu ermöglichen. In Deutschland wird diese Maßnahme unter dem Begriff Fertilitätsprotektion zusammengefasst.
Quellen
- Fahy GM, Wowk B. Principles and Practice of Cryopreservation. In: Methods in Reproductive ART. Springer, 2015.
- Donnez J, Dolmans MM. Fertility Preservation in Women. New England Journal of Medicine. 2017;377(17):1657-1665.
- Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM). Leitlinien zur Kryokonservierung in der Reproduktionsmedizin. 2021.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategoriePropan
Fibrotisch
Gruppentherapie
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Kryokonservierung + Kryokonservation + Kryopreservierung