Lenzmann-Punkt – Druckpunkt bei Appendizitis
Der Lenzmann-Punkt ist ein diagnostischer Druckpunkt am Bauch, der bei Appendizitis auf eine Entzündung des Blinddarms hinweisen kann.
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Der Lenzmann-Punkt ist ein diagnostischer Druckpunkt am Bauch, der bei Appendizitis auf eine Entzündung des Blinddarms hinweisen kann.
Was ist der Lenzmann-Punkt?
Der Lenzmann-Punkt ist ein klinischer Druckpunkt, der in der körperlichen Untersuchung des Bauches verwendet wird. Er befindet sich im rechten Unterbauch und ist nach dem deutschen Arzt Richard Lenzmann (1866–1929) benannt. Das Auslösen von Schmerzen an diesem Punkt kann ein Hinweis auf eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) oder andere entzündliche Erkrankungen im rechten Unterbauch sein.
Der Lenzmann-Punkt liegt am rechten äußeren Drittel der Verbindungslinie zwischen Bauchnabel und dem rechten vorderen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior). Damit liegt er anatomisch in unmittelbarer Nähe des Appendix vermiformis (Wurmfortsatz des Blinddarms).
Klinische Bedeutung und Anwendung
Bei der körperlichen Untersuchung eines Patienten mit Bauchschmerzen prüfen Ärzte verschiedene Druckpunkte, um die Ursache der Beschwerden einzugrenzen. Der Lenzmann-Punkt wird dabei gemeinsam mit anderen diagnostischen Punkten wie dem McBurney-Punkt oder dem Lanz-Punkt beurteilt.
- McBurney-Punkt: Liegt auf dem mittleren Drittel der Linie zwischen Bauchnabel und rechtem Darmbeinstachel.
- Lanz-Punkt: Liegt im rechten Drittel der Verbindungslinie zwischen den beiden vorderen Darmbeinspitzen.
- Lenzmann-Punkt: Liegt am rechten äußeren Drittel der Linie zwischen Bauchnabel und rechtem Darmbeinstachel, etwas lateral des McBurney-Punktes.
Ein ausgeprägter Druckschmerz am Lenzmann-Punkt, insbesondere in Kombination mit weiteren klinischen Zeichen wie dem Blumberg-Zeichen (Loslassschmerz) oder dem Rovsing-Zeichen, erhärtet den Verdacht auf eine Appendizitis.
Zusammenhang mit der Appendizitis
Die Appendizitis ist eine der häufigsten chirurgischen Notfallerkrankungen. Sie entsteht durch eine Entzündung des Wurmfortsatzes, meist infolge einer Verlegung des Appendixlumens durch Kotsteine, Schleim oder Lymphgewebe. Typische Symptome sind:
- Schmerzen, die zunächst um den Nabel herum beginnen und dann in den rechten Unterbauch wandern
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber (meist leicht bis mäßig erhöht)
- Appetitlosigkeit
- Abwehrspannung der Bauchmuskulatur
Der Lenzmann-Punkt ist Teil einer Reihe klinischer Untersuchungszeichen, die zusammen mit Laborwerten (z. B. erhöhte Leukozyten, CRP) und bildgebenden Verfahren (Ultraschall, CT) zur Diagnosestellung herangezogen werden.
Diagnose
Die Diagnose einer Appendizitis erfolgt durch eine Kombination aus:
- Anamnese: Erfragung der Schmerzentwicklung, Begleitsymptome und Vorerkrankungen
- Körperliche Untersuchung: Palpation der Druckpunkte (Lenzmann-Punkt, McBurney-Punkt, Lanz-Punkt), Prüfung auf Loslassschmerz und Abwehrspannung
- Labordiagnostik: Blutbild (Leukozytose), CRP-Erhöhung
- Bildgebung: Abdomen-Sonographie als erste Wahl, ggf. CT-Abdomen bei unklarem Befund
Der sogenannte Alvarado-Score ist ein klinisches Bewertungssystem, das verschiedene Symptome, Untersuchungsbefunde und Laborwerte kombiniert, um die Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis einzuschätzen.
Behandlung
Die Standardbehandlung der akuten Appendizitis ist die operative Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendektomie). Diese erfolgt heute meist laparoskopisch (minimal-invasiv). In bestimmten Fällen unkomplizierter Appendizitis kann auch ein konservativer Therapieversuch mit Antibiotika erwogen werden, jedoch ist die operative Entfernung nach wie vor der Goldstandard.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Silen, W. - Cope's Early Diagnosis of the Acute Abdomen. Oxford University Press, 22. Auflage, 2010.
- Lamps, L. W. et al. - Appendicitis and its mimics. Seminars in Diagnostic Pathology, 2004; 21(2): 86–97.
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