Ligatur – Definition, Anwendung und Ablauf
Eine Ligatur ist eine chirurgische Technik, bei der ein Faden oder eine Schlinge um ein Gefäß oder Gewebe gebunden wird, um Blutungen zu stillen oder Strukturen zu verschließen.
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Eine Ligatur ist eine chirurgische Technik, bei der ein Faden oder eine Schlinge um ein Gefäß oder Gewebe gebunden wird, um Blutungen zu stillen oder Strukturen zu verschließen.
Was ist eine Ligatur?
Als Ligatur (von lateinisch ligare = binden) bezeichnet man in der Medizin das Abbinden oder Umschlingen eines Gefäßes, eines Gewebestrangs oder einer anderen anatomischen Struktur mit einem Faden, einer Schlinge oder einem Clip. Ziel ist es, den Blutfluss zu unterbrechen, eine Blutung zu stillen oder eine bestimmte Struktur dauerhaft zu verschließen. Das Verfahren gehört zu den grundlegendsten Techniken der Chirurgie und wird in zahlreichen operativen Fachgebieten eingesetzt.
Anwendungsgebiete
Ligaturen werden in vielen medizinischen Bereichen angewendet:
- Gefäßchirurgie: Abbinden von Blutgefäßen zur Blutstillung bei Operationen oder nach Verletzungen.
- Allgemeinchirurgie: Verschluss von Gefäßstümpfen nach Entfernung von Organen oder Gewebeteilen.
- Urologie: Ligatur des Samenleiters (Vas deferens) bei der Vasektomie zur dauerhaften Empfängnisverhütung beim Mann.
- Gynäkologie: Ligatur der Eileiter (Tubenligatur) als Methode der dauerhaften Empfängnisverhütung bei der Frau.
- Gastroenterologie / Endoskopie: Gummibandligatur bei Hämorrhoiden oder Ösophagusvarizen (erweiterte Venen in der Speiseröhre) zur Behandlung von Blutungen.
- Zahnmedizin und Kieferorthopädie: Verwendung von Ligaturen (Drähte oder Gummiringe) zur Fixierung kieferorthopädischer Bögen an Brackets.
Wie wird eine Ligatur durchgeführt?
Das Verfahren variiert je nach Anwendungsgebiet. In der klassischen Chirurgie wird ein resorbierbarer oder nicht resorbierbarer Faden (z. B. aus Polyglactin, Polyester oder Seide) fest um ein Gefäß oder einen Gewebestrang geknüpft. Dabei wird die Zufuhr von Blut oder anderen Flüssigkeiten unterbrochen. Der eingeschnürte Bereich stirbt durch den Sauerstoffmangel ab und fällt schließlich ab oder wird operativ entfernt.
Bei der endoskopischen Ligatur (z. B. Gummibandligatur) wird mithilfe eines Endoskops eine kleine Gummischlinge um das zu behandelnde Gewebe gelegt. Diese Methode wird besonders bei der Behandlung von Hämorrhoiden und Ösophagusvarizen eingesetzt und erfordert in der Regel keine Vollnarkose.
Arten von Ligaturen
- Gefäßligatur: Abbinden von Arterien oder Venen zur Blutstillung.
- Tubenligatur: Sterilisationseingriff bei der Frau durch Unterbindung der Eileiter.
- Vasektomie (Samenleiterligatur): Sterilisationseingriff beim Mann.
- Gummibandligatur: Endoskopische Behandlung von Hämorrhoiden oder Krampfadern der Speiseröhre.
- Kieferorthopädische Ligatur: Fixierung von Zahnspangenbögen mit Drähten oder Gummiringen.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff kann auch eine Ligatur mit Risiken verbunden sein. Mögliche Komplikationen umfassen:
- Nachblutungen, wenn sich der Faden lockert oder löst.
- Infektionen im Bereich der Ligaturstelle.
- Gewebeschäden durch unbeabsichtigtes Abbinden benachbarter Strukturen.
- Bei der Tubenligatur oder Vasektomie: selten Versagen des Eingriffs mit ungewollter Schwangerschaft.
- Bei der Gummibandligatur: vorübergehende Schmerzen, Druckgefühl oder Blutungen nach dem Eingriff.
Nachsorge
Die Nachsorge richtet sich nach dem jeweiligen Eingriff. Nach einer endoskopischen Gummibandligatur bei Hämorrhoiden oder Ösophagusvarizen sind in der Regel engmaschige Kontrolluntersuchungen empfohlen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen. Nach sterilisierenden Eingriffen wie Tubenligatur oder Vasektomie sollte der Eingriffserfolg durch geeignete Untersuchungen (z. B. Spermiogramm bei der Vasektomie) bestätigt werden.
Quellen
- Bruch, H.-P.; Trentz, O. (Hrsg.): Berchtold Chirurgie. 6. Auflage. Urban & Fischer Verlag, 2008.
- World Health Organization (WHO): Family planning / Contraception fact sheets. Verfügbar unter: https://www.who.int (2023).
- Laine, L.; Cook, D.: Endoscopic ligation compared with sclerotherapy for treatment of esophageal variceal bleeding. Annals of Internal Medicine, 123(4): 280-287, 1995. PubMed PMID: 7611595.
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