Low-Density-Lipoprotein (LDL) – Definition & Werte
Low-Density-Lipoprotein (LDL) ist ein Transportmolekül im Blut, das Cholesterin zu den Körperzellen transportiert. Erhöhte LDL-Werte gelten als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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Low-Density-Lipoprotein (LDL) ist ein Transportmolekül im Blut, das Cholesterin zu den Körperzellen transportiert. Erhöhte LDL-Werte gelten als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Was ist Low-Density-Lipoprotein (LDL)?
Low-Density-Lipoprotein (LDL) ist ein Lipoprotein, also ein Komplex aus Fetten (Lipiden) und Proteinen, der im Blut zirkuliert. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Cholesterin von der Leber zu den verschiedenen Körperzellen zu transportieren. Cholesterin wird vom Körper für den Aufbau von Zellmembranen, die Produktion von Hormonen und andere lebenswichtige Prozesse benötigt. Umgangssprachlich wird LDL oft als schlechtes Cholesterin bezeichnet, da ein dauerhaft erhöhter LDL-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist.
Aufbau und Struktur
LDL-Partikel bestehen aus einem Kern aus Cholesterylestern und Triglyceriden, der von einer Phospholipidschicht umhüllt wird. An der Oberfläche befindet sich das Apolipoprotein B-100 (ApoB-100), das als Erkennungsmolekül für spezifische Rezeptoren auf Körperzellen dient. Über diese sogenannten LDL-Rezeptoren können Zellen LDL-Partikel aufnehmen und das enthaltene Cholesterin verwerten.
LDL-Werte und Referenzbereiche
Der LDL-Wert wird im Rahmen eines Blutlipidprofils (Lipidprofil oder Lipidstatus) bestimmt. Die Bewertung des LDL-Wertes hängt vom individuellen kardiovaskulären Risiko einer Person ab:
- Niedriges Risiko: LDL unter 116 mg/dl gilt als wünschenswert.
- Moderates Risiko: Zielwert unter 100 mg/dl.
- Hohes Risiko (z. B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck): Zielwert unter 70 mg/dl.
- Sehr hohes Risiko (z. B. bekannte koronare Herzkrankheit, Zustand nach Herzinfarkt): Zielwert unter 55 mg/dl.
Diese Zielwerte basieren auf den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).
Ursachen erhöhter LDL-Werte
Ein erhöhter LDL-Spiegel (Hypercholesterinämie) kann verschiedene Ursachen haben:
- Genetische Faktoren: Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine erbliche Erkrankung, bei der LDL-Rezeptoren nicht richtig funktionieren, sodass LDL nicht ausreichend aus dem Blut entfernt wird.
- Ernährung: Eine Ernährung mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren kann den LDL-Spiegel erhöhen.
- Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität ist mit ungünstigen Blutfettwerten assoziiert.
- Erkrankungen: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Typ-2-Diabetes, chronische Nierenerkrankungen und das metabolische Syndrom können den LDL-Wert erhöhen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide oder einige Blutdruckmittel können den LDL-Spiegel beeinflussen.
LDL und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Erhöhte LDL-Werte führen langfristig zur Ablagerung von Cholesterin in den Wänden der Blutgefäße. Dieser Prozess wird als Arteriosklerose (Arterienverkalkung) bezeichnet. Die entstehenden Ablagerungen, sogenannte Plaques, verengen die Gefäße und können reißen, was zu Blutgerinnseln, Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann. Daher gilt LDL als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen.
Diagnose und Messung
Die Bestimmung des LDL-Wertes erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung, idealerweise nach einer 9- bis 12-stündigen Nüchternperiode. Im Rahmen des Lipidstatus werden zusätzlich folgende Werte gemessen:
- Gesamtcholesterin
- HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein, das sogenannte gute Cholesterin)
- Triglyceride
Der LDL-Wert kann entweder direkt gemessen oder mithilfe der Friedewald-Formel berechnet werden: LDL = Gesamtcholesterin - HDL - (Triglyceride / 5).
Behandlung und Senkung erhöhter LDL-Werte
Lebensstiländerungen
Bei leicht bis mäßig erhöhten LDL-Werten stehen zunächst Lebensstiländerungen im Vordergrund:
- Ernährungsumstellung: Reduktion von gesättigten Fetten und Transfettsäuren, mehr Ballaststoffe, Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren (z. B. aus Olivenöl, Nüssen, Fisch).
- Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche).
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht.
- Verzicht auf Rauchen und Reduktion des Alkoholkonsums.
Medikamentöse Therapie
Bei unzureichendem Ansprechen auf Lebensstiländerungen oder bei hohem kardiovaskulären Risiko kommen lipidsenkende Medikamente zum Einsatz:
- Statine (z. B. Atorvastatin, Rosuvastatin): Die wirksamsten und am häufigsten eingesetzten Medikamente zur LDL-Senkung. Sie hemmen die körpereigene Cholesterinsynthese in der Leber.
- Ezetimib: Hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Darm und wird oft in Kombination mit Statinen eingesetzt.
- PCSK9-Inhibitoren (z. B. Evolocumab, Alirocumab): Antikörper, die einen Abbau von LDL-Rezeptoren verhindern und so die LDL-Aufnahme in die Leber verbessern. Sie kommen vor allem bei sehr hohem Risiko oder familiärer Hypercholesterinämie zum Einsatz.
- Fibrate und Nikotinsäure: Werden seltener eingesetzt, vorwiegend bei erhöhten Triglyceriden.
Quellen
- Mach F et al. - 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020; 41(1):111-188.
- Grundy SM et al. - 2018 AHA/ACC Guideline on the Management of Blood Cholesterol. Journal of the American College of Cardiology, 2019; 73(24):e285-e350.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases: Key facts. WHO, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
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