Lumboischialgie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Lumboischialgie bezeichnet Schmerzen im unteren Rücken, die in das Bein ausstrahlen. Ursache ist meist ein Druck auf den Ischiasnerv. Erfahren Sie mehr über Symptome und Behandlung.
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Lumboischialgie bezeichnet Schmerzen im unteren Rücken, die in das Bein ausstrahlen. Ursache ist meist ein Druck auf den Ischiasnerv. Erfahren Sie mehr über Symptome und Behandlung.
Was ist eine Lumboischialgie?
Der Begriff Lumboischialgie setzt sich aus den lateinischen Wörtern lumbus (Lende) und ischias (Ischiasnerv) zusammen. Er beschreibt ein Schmerzsyndrom, das im Bereich der Lendenwirbelsäule beginnt und entlang des Ischiasnervs in das Gesäß, den Oberschenkel, den Unterschenkel und mitunter bis in den Fuß ausstrahlt. Die Lumboischialgie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptomkomplex, der auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen kann.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Lumboischialgie ist eine mechanische Reizung oder Kompression des Ischiasnervs im Bereich der Lendenwirbelsäule. Typische Auslöser sind:
- Bandscheibenvorfall (Nucleus-pulposus-Prolaps): Ausgetretenes Bandscheibengewebe drückt auf die Nervenwurzel.
- Spinalstenose: Verengung des Wirbelkanals, häufig im höheren Alter.
- Spondylolisthesis: Verschiebung eines Wirbelkörpers gegenüber dem benachbarten.
- Piriformis-Syndrom: Reizung des Ischiasnervs durch den Piriformis-Muskel im Gesäßbereich.
- Degenerative Veränderungen: Verschleißerscheinungen an den Wirbelgelenken (Spondylarthrose).
- Entzündliche Erkrankungen: Zum Beispiel Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew).
- Tumoren oder Zysten im Bereich der Wirbelsäule (selten).
Symptome
Das Leitsymptom der Lumboischialgie ist der ausstrahlende Schmerz vom unteren Rücken in ein oder beide Beine. Weitere typische Beschwerden umfassen:
- Ziehende, brennende oder stechende Schmerzen entlang des Ischiasnervs
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesien) in Gesäß, Oberschenkel, Wade oder Fuß
- Muskelschwäche im betroffenen Bein
- Verschlimmerung der Schmerzen beim Husten, Niesen oder Pressen
- Schmerzzunahme beim längeren Sitzen oder Stehen
- Im schweren Fall: Lähmungserscheinungen oder Blasen-/Darmfunktionsstörungen (Notfall!)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:
- Anamnese: Detaillierte Befragung zu Schmerzcharakter, -lokalisation und Auslösern.
- Körperliche Untersuchung: Neurologische Tests wie der Lasègue-Test (Dehnungstest des Ischiasnervs) und Reflexprüfungen.
- Bildgebung: Magnetresonanztomographie (MRT) der Lendenwirbelsäule als Goldstandard; alternativ Röntgen oder Computertomographie (CT).
- Elektrophysiologie: Elektromyographie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeit bei unklarer Nervenschädigung.
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle von Lumboischialgie werden konservativ behandelt:
- Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, Muskelrelaxanzien, ggf. Kortison.
- Physiotherapie: Gezielte Kräftigungs- und Dehnungsübungen zur Entlastung der Wirbelsäule.
- Wärme- oder Kälteanwendungen: Zur kurzfristigen Schmerzlinderung.
- Infiltrationstherapie: Injektionen von Kortikosteroiden oder Lokalanästhetika in die Nähe der betroffenen Nervenwurzel (periduraler Block).
- Manuelle Therapie und Osteopathie: Zur Mobilisierung der Wirbelsäule.
Operative Therapie
Eine Operation ist in der Regel nur dann notwendig, wenn konservative Maßnahmen über mehrere Wochen keinen Erfolg zeigen oder neurologische Ausfälle (Lähmungen, Blasen-/Darmstörungen) auftreten. Typische Eingriffe sind:
- Mikrodiskektomie: Minimal-invasive Entfernung von ausgetretenem Bandscheibengewebe.
- Laminektomie/Dekompression: Erweiterung des verengten Wirbelkanals.
- Spondylodese (Versteifungsoperation): Bei instabiler Wirbelkörperverschiebung.
Prognose und Vorbeugung
Die Prognose der Lumboischialgie ist in den meisten Fällen gut. Etwa 80–90 % der Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Wochen bis Monate mit konservativer Therapie. Zur Vorbeugung empfehlen sich regelmäßige Bewegung, Stärkung der Rumpfmuskulatur, ergonomische Arbeitshaltung sowie das Vermeiden von Übergewicht.
Quellen
- Deyo R.A., Weinstein J.N. - Low Back Pain. New England Journal of Medicine, 2001; 344(5): 363-370.
- Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF - Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, 2017. AWMF-Register Nr. nvl-007.
- Koes B.W., van Tulder M., Peul W.C. - Diagnosis and treatment of sciatica. BMJ, 2007; 334(7607): 1313-1317.
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