Lungenabszess – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Lungenabszess ist eine eitrige Einschmelzung des Lungengewebes, die durch bakterielle Infektionen entsteht. Er äußert sich durch Husten, Fieber und Auswurf.
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Ein Lungenabszess ist eine eitrige Einschmelzung des Lungengewebes, die durch bakterielle Infektionen entsteht. Er äußert sich durch Husten, Fieber und Auswurf.
Was ist ein Lungenabszess?
Ein Lungenabszess ist eine umschriebene, eitrige Einschmelzung (Nekrose) des Lungengewebes, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Dabei bildet sich ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Lungenparenchym. Diese Erkrankung ist eine schwerwiegende Komplikation verschiedener Lungeninfektionen und erfordert in der Regel eine intensive medizinische Behandlung.
Ursachen
Lungenabszesse entstehen häufig durch Aspiration (Einatmen) von Bakterien aus dem Mund-Rachen-Raum, insbesondere bei Bewusstlosigkeit, Schluckstörungen oder nach Narkosen. Weitere Ursachen sind:
- Bakterielle Pneumonie: Eine schwere Lungenentzündung, die nicht ausreichend behandelt wird, kann sich zu einem Abszess entwickeln.
- Hämatogene Streuung: Bakterien gelangen über das Blut aus einem anderen Infektionsherd in die Lunge.
- Obstruktion: Ein Tumor oder Fremdkörper, der einen Bronchus verlegt, begünstigt die Entstehung eines Abszesses.
- Immunschwäche: Personen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. bei HIV, Diabetes mellitus oder nach Chemotherapie) haben ein erhöhtes Risiko.
Die häufigsten Erreger sind anaerobe Bakterien (Bakterien, die ohne Sauerstoff leben), wie Bacteroides- und Fusobacterium-Arten, aber auch aerobe Keime wie Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae und Streptococcus-Arten können beteiligt sein.
Symptome
Die Symptome eines Lungenabszesses entwickeln sich meist schleichend über mehrere Tage bis Wochen. Typische Beschwerden sind:
- Anhaltendes hohes Fieber mit Schüttelfrost
- Husten mit übelriechendem, eitrigem oder blutigem Auswurf (Sputum)
- Brustschmerzen, die sich beim Atmen verstärken können
- Atemnot (Dyspnoe)
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust
- Nachtschweiß
Ein charakteristisches Zeichen ist das plötzliche Abhusten einer größeren Menge übel riechenden Eiters, wenn der Abszess in einen Bronchus einbricht.
Diagnose
Die Diagnose eines Lungenabszesses erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:
- Röntgenaufnahme des Thorax: Zeigt häufig einen Hohlraum mit einem Flüssigkeitsspiegel (Luft-Flüssigkeits-Spiegel) im Lungengewebe.
- Computertomographie (CT) des Thorax: Liefert detailliertere Informationen über Lage, Größe und Abgrenzung des Abszesses sowie mögliche Ursachen.
- Mikrobiologische Untersuchung: Anzucht und Identifizierung der Erreger aus dem Sputum, Bronchiallavage oder Blutkultur zur gezielten Antibiotikaauswahl.
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungsparameter wie CRP (C-reaktives Protein), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) weisen auf eine Infektion hin.
- Bronchoskopie: Direktinspektion der Atemwege, um eine obstruierende Ursache (z. B. Tumor) auszuschließen.
Behandlung
Antibiotische Therapie
Die Behandlung eines Lungenabszesses erfolgt in erster Linie mit Antibiotika, die über einen längeren Zeitraum (meist 4 bis 8 Wochen) verabreicht werden. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich nach dem nachgewiesenen Erreger und dessen Resistenzmuster. Häufig eingesetzte Mittel sind Amoxicillin-Clavulansäure, Clindamycin oder Meropenem bei schweren Verläufen.
Physiotherapie und Lagerungsdrainage
Atemübungen und spezifische Lagerungstechniken (Lagerungsdrainage) können helfen, den Eiter aus den Atemwegen zu mobilisieren und abzuhusten.
Chirurgische oder interventionelle Behandlung
Falls der Abszess auf Antibiotika nicht anspricht oder sehr groß ist, kann eine perkutane Drainage (Einführen eines Katheters durch die Brustwand unter bildgebender Kontrolle) oder in seltenen Fällen eine operative Entfernung des betroffenen Lungenabschnitts (Resektion) notwendig werden.
Behandlung der Grunderkrankung
Liegt eine zugrunde liegende Ursache wie ein Tumor oder eine Immunschwäche vor, muss diese parallel behandelt werden, um einen Rückfall zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung heilt ein Lungenabszess in den meisten Fällen vollständig aus. Ohne adäquate Therapie kann es zu schwerwiegenden Komplikationen wie einem Pleuraempyem (Eiteransammlung im Pleuraspalt), einer Sepsis (lebensbedrohliche systemische Infektion) oder einer chronischen Lungenerkrankung kommen. Die Prognose verschlechtert sich bei großen Abszessen, immungeschwächten Patienten und bei Abszessen, die durch resistente Erreger verursacht werden.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Köln: Gerd Herold Verlag, 2023.
- Mandell, L. A. et al. - Infectious Diseases Society of America/American Thoracic Society Consensus Guidelines on the Management of Community-Acquired Pneumonia in Adults. Clinical Infectious Diseases, 44(Suppl 2), S27-S72, 2007.
- World Health Organization (WHO) - Pneumonia Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/pneumonia (Zugriff 2024).
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