Lysin – Aminosäure, Wirkung & Mangel
Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Sie spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von Proteinen, Kollagen und dem Immunsystem.
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Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Sie spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von Proteinen, Kollagen und dem Immunsystem.
Was ist Lysin?
Lysin (auch L-Lysin) ist eine essentielle Aminosäure, das heißt, der menschliche Körper kann sie nicht selbst synthetisieren. Sie muss daher täglich über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Lysin gehört zu den 20 proteinogenen Aminosäuren und ist ein wichtiger Baustein für zahlreiche körperliche Funktionen.
Biologische Funktionen
Lysin erfüllt im menschlichen Körper vielfältige und wichtige Aufgaben:
- Proteinbiosynthese: Lysin ist ein essenzieller Baustein für die Bildung von Körperproteinen, darunter Enzyme, Antikörper und Strukturproteine.
- Kollagensynthese: Gemeinsam mit Vitamin C ist Lysin an der Bildung und Stabilisierung von Kollagen beteiligt, dem wichtigsten Strukturprotein in Haut, Knochen, Sehnen und Knorpel.
- Carnitinproduktion: Lysin ist eine Vorstufe von Carnitin, einem Molekül, das für den Transport von Fettsäuren in die Mitochondrien und damit für die Energiegewinnung notwendig ist.
- Kalziumabsorption: Lysin unterstützt die Aufnahme von Kalzium im Darm und kann zur Knochenstärke beitragen.
- Immunfunktion: Lysin spielt eine Rolle bei der Bildung von Antikörpern und der Unterstützung des Immunsystems.
- Antivirale Wirkung: Es gibt Hinweise darauf, dass Lysin die Replikation des Herpes-simplex-Virus hemmen kann, indem es die Aufnahme der Aminosäure Arginin konkurriert, die das Virus für seine Vermehrung benötigt.
Nahrungsquellen
Lysin kommt vor allem in tierischen Produkten in hohen Mengen vor, ist aber auch in einigen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten:
- Tierische Quellen: Fleisch (insbesondere Rind und Schwein), Geflügel, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte wie Käse und Joghurt
- Pflanzliche Quellen: Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen), Tofu und andere Sojaprodukte, Quinoa, Kürbiskerne
Besonders Veganer und Vegetarier sollten auf eine ausreichende Lysineaufnahme achten, da pflanzliche Lebensmittel im Allgemeinen geringere Lysinmengen enthalten als tierische Produkte.
Empfohlene Tageszufuhr
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Lysinzufuhr von etwa 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine 70 kg schwere Person entspricht dies rund 2.100 mg (2,1 g) pro Tag. Der Bedarf kann bei Schwangeren, Sportlern und Menschen in der Rekonvaleszenz erhöht sein.
Lysinmangel
Ursachen
Ein Lysinmangel tritt selten auf, wenn eine ausgewogene Ernährung eingehalten wird. Risikogruppen umfassen:
- Veganer und Vegetarier mit einseitiger Ernährung
- Menschen in Entwicklungsländern mit überwiegend getreidebasierter Ernährung (Getreide ist lysinarm)
- Personen mit erhöhtem Bedarf (z. B. Sportler, Schwangere, Ältere)
Symptome eines Mangels
- Müdigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit
- Verzögertes Wachstum (bei Kindern)
- Verminderte Immunabwehr und häufige Infektionen
- Haarausfall
- Wundheilungsstörungen
- Anämie (Blutarmut)
- Knochenabbau durch verminderte Kalziumaufnahme
Lysin als Nahrungsergänzungsmittel
Lysin ist als L-Lysin in Form von Kapseln, Tabletten oder Pulver erhältlich. Es wird häufig eingesetzt bei:
- Wiederkehrenden Herpes-labialis-Infektionen (Lippenherpes)
- Unterstützung der Kollagenbildung und Wundheilung
- Sportlicher Leistungssteigerung (im Rahmen der Muskelaufbauunterstützung)
- Veganer Ernährung zur Deckung des Tagesbedarfs
Übliche Supplementierungsdosen liegen zwischen 500 mg und 3.000 mg täglich, je nach Anwendungsgebiet. Bei Herpesanwendungen werden oft 1.000–3.000 mg pro Tag empfohlen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Lysin gilt bei oraler Einnahme in üblichen Mengen als sicher. Hohe Dosen können jedoch zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchkrämpfen oder Durchfall führen. Personen mit der seltenen Stoffwechselerkrankung Hyperlysinämie sollten keine Lysinpräparate einnehmen. Da Lysin die Kalziumaufnahme erhöht, sollte bei gleichzeitiger Einnahme von Kalziumpräparaten Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.
Quellen
- World Health Organization (WHO) / Food and Agriculture Organization (FAO): Protein and Amino Acid Requirements in Human Nutrition. WHO Technical Report Series, No. 935. Geneva, 2007.
- Flodin NW. The metabolic roles, pharmacology, and toxicology of lysine. J Am Coll Nutr. 1997;16(1):7-21. PubMed PMID: 9013434.
- Tomblin FA Jr, Lucas KH. Lysine for management of herpes labialis. Am J Health Syst Pharm. 2001;58(4):298-300. PubMed PMID: 11227974.
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