Cholesteatom-Therapie: Behandlung und OP
Die Cholesteatom-Therapie umfasst die chirurgische Entfernung eines krankhaften Epithelhaufen im Mittelohr. Ziel ist die vollstaendige Sanierung und der Erhalt des Hoervermoeogens.
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Die Cholesteatom-Therapie umfasst die chirurgische Entfernung eines krankhaften Epithelhaufen im Mittelohr. Ziel ist die vollstaendige Sanierung und der Erhalt des Hoervermoeogens.
Was ist ein Cholesteatom?
Ein Cholesteatom ist eine gutartige, aber lokal destruktive Ansammlung von Plattenepithel (verhornte Hautzellen) im Mittelohr oder im Bereich des Felsenbeins. Trotz seiner Bezeichnung handelt es sich nicht um einen echten Tumor, sondern um eine Fehlbesiedlung von Hautgewebe in einem Bereich, in dem es normalerweise nicht vorkommt. Unbehandelt kann ein Cholesteatom umliegende Knochen, Gehoerknoechelchen und sogar Strukturen des Innenohrs oder des Schadels zerstoeren.
Ursachen und Entstehung
Man unterscheidet zwischen einem primaeren (kongenitalen) und einem sekundaeren (erworbenen) Cholesteatom:
- Kongenitales Cholesteatom: Entsteht durch eine embryonale Fehlentwicklung, bei der Epithelzellen hinter einem intakten Trommelfell eingeschlossen werden.
- Erworbenes Cholesteatom: Haeufigste Form; entsteht meist durch eine chronische Mittelohrenthuendung oder einen negativen Druck im Mittelohr, der dazu fuehrt, dass das Trommelfell in die Paukenhoehl eingesogen wird und sich dort Hornschichten ansammeln.
Symptome
Typische Beschwerden bei einem Cholesteatom umfassen:
- Einseitige Schwerhoerigkeit
- Chronischer, oft uebel riechender Ohrausfluss (Otorrhoe)
- Druckgefuehl oder Schmerzen im Ohr
- Schwindel (bei Beteiligung des Gleichgewichtsorgans)
- Gesichtslahmung (bei Schaedigung des Nervus facialis)
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine otoskopische Untersuchung (Inspektion des Gehoergangs und Trommelfells), ergaenzt durch bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) des Felsenbeins, um das Ausmass der Erkrankung und eventuelle Komplikationen beurteilen zu koennen.
Cholesteatom-Therapie
Die einzig wirksame Behandlung eines Cholestatoms ist die operative Entfernung. Eine konservative oder medikamentoesche Therapie kann das Wachstum nicht stoppen und dient lediglich der Infektionskontrolle vor dem Eingriff.
Operative Verfahren
Je nach Groesse, Lage und Ausdehnung des Cholestatoms kommen verschiedene chirurgische Techniken zum Einsatz:
- Tympanoplastik: Rekonstruktiver Eingriff zur Wiederherstellung des Trommelfells und der Gehoerknoechelchenkette. Wird haeufig bei begrenzten Befunden eingesetzt.
- Mastoidektomie: Entfernung des erkrankten Knochens im Bereich des Warzenfortsatzes (Mastoid). Unterschieden wird zwischen der Canal-wall-up-Technik (Erhalt der hinteren Gehoergangswand) und der Canal-wall-down-Technik (Abtraegung der hinteren Gehoergangswand, eroeffnete Radikalhoehlensanierung).
- Attikoantrotomie: Gezielte Eroeffnung des Attikus und des Antrum mastoideum zur Entfernung umschriebener Cholestatome.
- Endoskopische Ohrmikrochirurgie (EES): Minimalinvasive Technik, bei der ein duenner Endoskop zur besseren Sichtbarkeit schwer zugaenglicher Bereiche verwendet wird. Wird zunehmend in modernen HNO-Zentren eingesetzt.
Ziele der Operation
- Vollstaendige Entfernung des Cholestatoms zur Vermeidung von Rezidiven
- Beseitigung von Infektionen und Entzuendungen
- Erhalt oder Verbesserung des Hoervermoeogens (Hoerrehabilitation)
- Verhinderung lebensbedrohlicher Komplikationen (z.B. Meningitis, Hirnabszess)
Zweizeitiges Vorgehen
Bei ausgedehnten Befunden wird haeufig ein zweizeitiges operatives Vorgehen gewaehlt: Im ersten Eingriff wird das Cholesteatom entfernt, waehrend die Rekonstruktion der Gehoerknoechelchenkette (Ossiculoplastik) in einer zweiten Operation nach etwa 6 bis 12 Monaten erfolgt. Dies erlaubt eine Ueberpruefung auf Rezidive vor der endgueltigen Rekonstruktion.
Nachsorge und Rezidivkontrolle
Nach der Operation sind regelmaessige HNO-aerztliche Kontrolluntersuchungen unverzichtbar, da Cholestatome eine Rezidivneigung von bis zu 30 % aufweisen koennen. Neben der klinischen Kontrolle wird haeufig eine MRT-Untersuchung (nicht-EPI-diffusionsgewichtete MRT) eingesetzt, um ein Rezidiv-Cholesteatom fruehzeitig zu erkennen, ohne sofort eine erneute Operation durchfuehren zu muessen.
Komplikationen
Unbehandelte Cholestatome koennen zu schwerwiegenden Komplikationen fuehren, darunter:
- Vollstaendiger Hoerverlust (Taubheit)
- Schaedigung des Nervus facialis mit Gesichtslahmung
- Labyrinthitis (Entzuendung des Innenohrs)
- Meningitis (Hirnhautentzuendung)
- Hirnabszess oder epidurales Empyem
Quellen
- Tos M. - Manual of Middle Ear Surgery, Vol. 1-4. Thieme Verlag, Stuttgart.
- Jackler RK, Dherwan SS. - Cholesteatoma. In: Cummings Otolaryngology: Head and Neck Surgery, 7th Edition. Elsevier, 2021.
- Badr-El-Dine M, James AL, Panetti G, et al. - Endoscope exclusively for middle ear surgery. Otolaryngol Clin North Am. 2013;46(2):137-157. PubMed PMID: 23764813.
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