Blutreinigung – Verfahren, Anwendung und Wirkung
Blutreinigung bezeichnet medizinische Verfahren, bei denen Schadstoffe, Giftstoffe oder krankhafte Substanzen aus dem Blut entfernt werden. Anwendung z. B. bei Nierenversagen oder Vergiftungen.
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Blutreinigung bezeichnet medizinische Verfahren, bei denen Schadstoffe, Giftstoffe oder krankhafte Substanzen aus dem Blut entfernt werden. Anwendung z. B. bei Nierenversagen oder Vergiftungen.
Was ist Blutreinigung?
Der Begriff Blutreinigung beschreibt eine Gruppe medizinischer Verfahren, bei denen das Blut von schädlichen oder überflüssigen Substanzen befreit wird. Dazu gehören zum Beispiel Stoffwechselabfallprodukte, Giftstoffe, überschüssige Mineralstoffe oder krankhafte Bestandteile wie bestimmte Antikörper oder Fette. Im klinischen Alltag werden diese Verfahren unter dem Oberbegriff extrakorporale Blutreinigung zusammengefasst, da das Blut dabei außerhalb des Körpers behandelt wird.
In der Alltagssprache wird der Begriff Blutreinigung auch häufig im Zusammenhang mit alternativen oder naturheilkundlichen Konzepten verwendet, die eine Entgiftung des Körpers durch bestimmte Lebensmittel, Kräutertees oder Fastenkuren versprechen. Aus schulmedizinischer Sicht übernehmen jedoch Nieren, Leber, Lunge und Haut diese Reinigungsfunktionen im gesunden Organismus zuverlässig.
Medizinische Verfahren der Blutreinigung
Dialyse (Hämodialyse)
Die Hämodialyse ist das bekannteste Blutreinigungsverfahren und wird bei chronischem oder akutem Nierenversagen eingesetzt. Das Blut wird über einen Zugang (meist am Arm) in eine Dialysemaschine geleitet, wo es durch eine halbdurchlässige Membran von Harnstoff, Kreatinin und anderen Abfallprodukten befreit wird. Anschließend wird es gereinigt in den Körper zurückgeführt. Die Behandlung dauert in der Regel drei bis fünf Stunden und wird mehrmals pro Woche durchgeführt.
Peritonealdialyse
Bei der Peritonealdialyse wird das Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Filtermembran genutzt. Über einen Katheter wird eine spezielle Spüllösung in die Bauchhöhle eingeführt, die Schadstoffe aus dem Blut aufnimmt und anschließend wieder abgelassen wird. Dieses Verfahren kann häufig zu Hause durchgeführt werden und bietet mehr Flexibilität im Alltag.
Plasmapherese
Die Plasmapherese ist ein Verfahren, bei dem das flüssige Blutplasma vom Blut abgetrennt und durch Spenderplasma oder eine Ersatzlösung ausgetauscht wird. Es wird bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen sich schädliche Antikörper oder Immunkomplexe im Blut befinden, zum Beispiel bei bestimmten Autoimmunerkrankungen wie dem Guillain-Barré-Syndrom oder der Myasthenia gravis.
Hämoperfusion
Bei der Hämoperfusion wird das Blut durch ein Adsorptionssystem geleitet, das gezielt bestimmte Substanzen wie Medikamente oder Giftstoffe bindet und entfernt. Dieses Verfahren wird vor allem bei akuten Vergiftungen eingesetzt.
LDL-Apherese
Die LDL-Apherese ist ein spezielles Blutreinigungsverfahren zur Senkung erhöhter LDL-Cholesterinwerte im Blut. Es wird angewendet, wenn die familiäre Hypercholesterinämie mit Medikamenten allein nicht ausreichend behandelt werden kann und ein hohes Herzinfarktrisiko besteht.
Anwendungsgebiete
- Chronisches Nierenversagen (terminale Niereninsuffizienz)
- Akutes Nierenversagen (z. B. durch Sepsis oder Medikamente)
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Myasthenia gravis, Guillain-Barré-Syndrom)
- Vergiftungen (z. B. durch Medikamente oder Umweltgifte)
- Familiäre Hypercholesterinämie
- Leberversagen (spezielle Leberersatzverfahren wie MARS)
Blutreinigung in der Naturheilkunde
In der Naturheilkunde und Volksmedizin wird der Begriff Blutreinigung oft für Kuren verwendet, die den Körper von Schlacken oder Giftstoffen befreien sollen. Typische Mittel sind Brennnessel-Tee, Löwenzahn, Fastenkuren oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel. Obwohl einige dieser Pflanzen nachweislich positive Wirkungen auf die Leber- oder Nierenfunktion haben können, ist der Begriff Blutreinigung in diesem Kontext wissenschaftlich nicht klar definiert. Bei gesunden Menschen reinigen Leber und Niere das Blut kontinuierlich und effektiv ohne zusätzliche Unterstützung.
Wichtige Hinweise
Wenn Sie unter einer Erkrankung leiden, die eine medizinische Blutreinigung erfordern könnte, ist eine ärztliche Diagnose und Behandlung unbedingt erforderlich. Selbstbehandlungen oder alternative Konzepte ersetzen keine medizinisch notwendige Therapie. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die für Sie geeigneten Verfahren.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - Clinical Practice Guideline for Acute Kidney Injury (2012). Verfügbar unter: https://kdigo.org
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) - Leitlinien zur Nierenersatztherapie (2023). Verfügbar unter: https://www.dgfn.eu
- Samtleben W. et al. - Extrakorporale Blutreinigungsverfahren. In: Klinische Nephrologie, Urban und Fischer Verlag, München.
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