Bypassgefäß – Definition, Arten und Einsatz
Ein Bypassgefäß ist ein chirurgisch angelegtes Ersatzgefäß, das eine verengte oder verschlossene Arterie umgeht und so die Blutversorgung lebenswichtiger Organe wiederherstellt.
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Ein Bypassgefäß ist ein chirurgisch angelegtes Ersatzgefäß, das eine verengte oder verschlossene Arterie umgeht und so die Blutversorgung lebenswichtiger Organe wiederherstellt.
Was ist ein Bypassgefäß?
Ein Bypassgefäß (auch Bypassgraft genannt) ist ein operativ eingesetztes Ersatzgefäß, das dazu dient, eine verengte oder vollständig verschlossene Blutader zu umgehen. Das Wort Bypass stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Umgehung. Ziel des Eingriffs ist es, die Blutversorgung hinter der Engstelle wiederherzustellen und damit die betroffenen Organe oder Gewebe erneut mit ausreichend sauerstoffreichem Blut zu versorgen.
Bypassgefäße werden am häufigsten am Herzen eingesetzt, kommen jedoch auch an den Beinen, der Aorta und anderen Gefäßabschnitten zur Anwendung.
Arten von Bypassgefäßen
Für die Herstellung eines Bypasses stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:
- Körpereigene Venen: Am häufigsten wird die Vena saphena magna (die große Rosenvene am Bein) verwendet. Sie ist gut verfügbar und wird vom Körper gut toleriert.
- Körpereigene Arterien: Die Arteria thoracica interna (Brustkorbarterie) gilt als besonders langlebig und wird bevorzugt bei der Herzbypassoperation eingesetzt. Auch die Speichenarterie (Arteria radialis) am Unterarm kann genutzt werden.
- Künstliche Gefäßprothesen: Bei größeren Gefäßen, etwa der Aorta oder den Beckenarterien, werden synthetische Materialien wie Dacron oder PTFE (Polytetrafluorethylen) verwendet, wenn keine geeigneten körpereigenen Gefäße vorhanden sind.
Wann wird ein Bypassgefäß eingesetzt?
Die häufigsten Anwendungsgebiete umfassen:
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Bei schweren Verengungen der Herzkranzgefäße, die durch Ballondilatation oder einen Stent nicht ausreichend behandelt werden können.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Bei kritischen Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme.
- Aortenaneurysma: Bei Erweiterungen der Hauptschlagader, die operativ mit einem Bypassgraft überbrückt werden.
- Nierenarterienstenose: Bei hochgradigen Verengungen der Nierenarterien in seltenen Fällen.
Ablauf der Bypassoperation
Bei einer Herzbypassoperation wird der Patient in der Regel an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die während des Eingriffs die Pumpfunktion des Herzens übernimmt. Das Bypassgefäß wird dann so eingenäht, dass es die verschlossene Koronararterie umgeht und das Blut direkt hinter der Engstelle wieder in das Herzkranzgefäß einleitet. Moderne Verfahren ermöglichen in bestimmten Fällen auch eine Operation am schlagenden Herzen ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (Off-Pump-Bypass).
Bei Gefäßoperationen an den Beinen oder der Aorta wird das Ersatzgefäß zwischen zwei gesunden Gefäßabschnitten eingenäht und schafft so eine neue Blutbahn um die erkrankte Stelle herum.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei der Bypassoperation Risiken:
- Nachblutungen und Wundinfektionen
- Herzrhythmusstörungen nach Herzbypassoperationen
- Thrombose oder Verschluss des Bypassgefäßes (insbesondere in den ersten Jahren)
- Schlaganfall (bei Herzoperationen mit Herz-Lungen-Maschine)
- Niereninsuffizienz durch vorübergehende Minderdurchblutung
Langzeitergebnisse und Nachsorge
Die Langzeitoffenheit eines Bypassgefäßes hängt stark vom verwendeten Material ab. Arterielle Bypasses, insbesondere mit der Arteria thoracica interna, zeigen nach zehn Jahren noch Offenheitsraten von über 90 Prozent. Venöse Bypasses hingegen neigen häufiger zu Verengungen und haben eine durchschnittliche Haltbarkeit von 10 bis 15 Jahren.
Zur Nachsorge gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Aspirin oder Clopidogrel), eine herzgesunde Ernährung, Bewegung sowie die konsequente Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG): Leitlinien zur koronaren Bypasschirurgie, 2023.
- Neumann F-J et al. - 2018 ESC/EACTS Guidelines on myocardial revascularization. European Heart Journal. 2019;40(2):87-165.
- Rutherford's Vascular Surgery and Endovascular Therapy, 9th Edition, Elsevier, 2019.
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