Blutserum – Definition, Zusammensetzung & Funktion
Blutserum ist der flüssige Anteil des Blutes, der nach der Gerinnung zurückbleibt. Es enthält Proteine, Elektrolyte und Botenstoffe und wird häufig für medizinische Laboruntersuchungen genutzt.
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Blutserum ist der flüssige Anteil des Blutes, der nach der Gerinnung zurückbleibt. Es enthält Proteine, Elektrolyte und Botenstoffe und wird häufig für medizinische Laboruntersuchungen genutzt.
Was ist Blutserum?
Blutserum ist die klare, gelbliche Flüssigkeit, die übrig bleibt, nachdem das Blut geronnen ist und die festen Bestandteile – also Blutzellen und Gerinnungsfaktoren – abgetrennt wurden. Im Unterschied zum Blutplasma, das durch Zentrifugation von ungeronnenem Blut gewonnen wird, enthält das Serum keine Gerinnungsfaktoren wie Fibrinogen. Es besteht hauptsächlich aus Wasser, Proteinen, Hormonen, Elektrolyten, Antikörpern und Stoffwechselprodukten.
Zusammensetzung des Blutserums
Blutserum enthält eine Vielzahl wichtiger Bestandteile:
- Proteine: z. B. Albumin, Globuline und Antikörper (Immunglobuline)
- Elektrolyte: Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Chlorid
- Hormone: z. B. Schilddrüsenhormone, Insulin und Cortisol
- Enzyme: z. B. ALT, AST (Leberenzyme) und CK (Muskelenzym)
- Stoffwechselprodukte: Glukose, Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure
- Lipide: Cholesterin, Triglyzeride und Lipoproteine
- Spurenelemente und Vitamine
Gewinnung von Blutserum
Zur Gewinnung von Blutserum wird dem Patienten Blut abgenommen, das in einem speziellen Röhrchen ohne Gerinnungshemmer aufgefangen wird. Das Blut gerinnt innerhalb von 30 bis 60 Minuten. Anschließend wird es in einer Zentrifuge bei hoher Drehzahl geschleudert, wodurch sich das Serum als überstehendes Flüssigkeitsvolumen von den festen Bestandteilen trennt. Das gewonnene Serum kann dann analysiert werden.
Medizinische Bedeutung und Anwendungen
Blutserum ist eines der am häufigsten verwendeten Untersuchungsmaterialien in der klinischen Diagnostik. Es ermöglicht die Bestimmung zahlreicher Laborwerte, die Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen geben:
- Organfunktionen: Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte werden routinemäßig im Serum gemessen.
- Stoffwechselerkrankungen: Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Hypercholesterinämie lassen sich anhand von Serumwerten diagnostizieren.
- Entzündungsmarker: CRP (C-reaktives Protein) und andere Entzündungsparameter sind wichtige Hinweise auf Infektionen oder chronische Erkrankungen.
- Immunologie: Im Serum lassen sich Antikörper gegen Krankheitserreger oder körpereigene Strukturen nachweisen, was für die Diagnose von Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten entscheidend ist.
- Tumormarker: Bestimmte Proteine im Serum können auf das Vorhandensein bestimmter Krebserkrankungen hinweisen.
Blutserum vs. Blutplasma
Obwohl Blutserum und Blutplasma häufig verwechselt werden, bestehen wichtige Unterschiede:
- Blutplasma wird aus ungeronnenem Blut durch Zentrifugation gewonnen und enthält noch alle Gerinnungsfaktoren, insbesondere Fibrinogen.
- Blutserum entsteht nach der Blutgerinnung und enthält keine Gerinnungsfaktoren mehr.
- Für viele Routineuntersuchungen wird Serum bevorzugt, da bestimmte Gerinnungsproteine die Messergebnisse beeinflussen können.
Normwerte und klinische Relevanz
Die im Blutserum gemessenen Werte werden mit sogenannten Referenzbereichen verglichen, die je nach Labor, Alter und Geschlecht variieren können. Abweichungen von diesen Normwerten können auf Erkrankungen hinweisen und erfordern in der Regel eine weiterführende medizinische Abklärung. Die Interpretation der Laborwerte sollte stets durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen.
Quellen
- Löffler, G. et al.: Biochemie und Pathobiochemie. Springer Verlag, 9. Auflage, 2014.
- World Health Organization (WHO): The use of essential medicines. WHO Technical Report Series, Genf.
- Thomas, L. (Hrsg.): Labor und Diagnose. TH-Books Verlagsgesellschaft, 8. Auflage, Frankfurt am Main, 2012.
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