Knochenumbau – Ablauf, Ursachen und Erkrankungen
Knochenumbau ist der lebenslange biologische Prozess, bei dem altes Knochengewebe abgebaut und durch neues ersetzt wird. Er ist essenziell für die Stabilität des Skeletts.
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Knochenumbau ist der lebenslange biologische Prozess, bei dem altes Knochengewebe abgebaut und durch neues ersetzt wird. Er ist essenziell für die Stabilität des Skeletts.
Was ist Knochenumbau?
Knochenumbau (auch Knochenumbau genannt) ist ein kontinuierlicher, lebenslanger biologischer Prozess, bei dem altes oder beschädigtes Knochengewebe durch neues ersetzt wird. Dieser Vorgang ist entscheidend für die strukturelle Integrität des Skeletts, die Regulierung des Kalziumhaushalts im Blut sowie die Reparatur von Mikrorissen im Knochen. Beim gesunden Erwachsenen wird das gesamte Skelett etwa alle 10 Jahre vollständig erneuert.
Ablauf des Knochenumbaus
Der Knochenumbau verläuft in zwei eng miteinander verknüpften Phasen, die von spezialisierten Knochenzellen gesteuert werden:
- Knochenresorption: Spezielle Zellen, die sogenannten Osteoklasten, bauen altes Knochengewebe ab, indem sie Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat freisetzen und die organische Knochenmatrix auflösen.
- Knochenformation: Im Anschluss füllen Osteoblasten die entstandenen Lücken mit neuem Knochengewebe auf. Sie produzieren Osteoid, eine organische Grundsubstanz, die anschließend mit Kalzium und Phosphat mineralisiert wird.
Diese beiden Phasen müssen im Gleichgewicht stehen. Wird mehr Knochen ab- als aufgebaut, kommt es zu einem Verlust an Knochendichte.
Regulierung des Knochenumbaus
Der Knochenumbau wird durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren gesteuert:
- Hormone: Parathormon (PTH), Kalzitonin, Östrogen, Testosteron und Wachstumshormone spielen eine zentrale Rolle. Östrogenmangel nach der Menopause etwa beschleunigt den Knochenabbau erheblich.
- Mechanische Belastung: Regelmäßige körperliche Aktivität und Belastung des Skeletts stimulieren den Knochenaufbau und erhalten die Knochendichte.
- Nährstoffe: Kalzium, Vitamin D, Vitamin K2, Magnesium und Phosphor sind für einen gesunden Knochenumbau unverzichtbar.
- Signalmoleküle: Das RANK-RANKL-OPG-System ist ein zentrales molekulares Regulationssystem, das das Gleichgewicht zwischen Osteoblasten und Osteoklasten steuert.
Knochenumbau im Lebensverlauf
Die Balance zwischen Knochenauf- und -abbau verändert sich im Laufe des Lebens:
- Kindheit und Jugend: Der Knochenaufbau überwiegt deutlich. Die Knochenmasse steigt bis etwa zum 30. Lebensjahr an und erreicht dann ihre maximale Dichte (Peak Bone Mass).
- Erwachsenenalter: Auf- und Abbau sind weitgehend ausgeglichen.
- Höheres Lebensalter: Der Knochenabbau überwiegt zunehmend. Bei Frauen beschleunigt sich dieser Prozess nach der Menopause besonders stark.
Klinische Bedeutung und Erkrankungen
Störungen des Knochenumbaus können zu verschiedenen Erkrankungen führen:
- Osteoporose: Die häufigste Erkrankung des Knochenumbaus. Der Knochenabbau überwiegt, die Knochendichte sinkt, und das Frakturrisiko steigt erheblich.
- Morbus Paget: Eine Erkrankung, bei der der Knochenumbau lokal stark beschleunigt und desorganisiert abläuft, was zu verformten und geschwächten Knochen führt.
- Osteomalazie und Rachitis: Störungen der Mineralisierung neuen Knochengewebes, häufig durch Vitamin-D-Mangel verursacht.
- Knochenmetastasen: Tumorzellen können den Knochenumbau erheblich stören und zu verstärktem Knochenabbau führen.
Diagnose und Messung
Zur Beurteilung des Knochenumbaus stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Knochendichtemessung (DXA): Standardverfahren zur Messung der Knochendichte, insbesondere zur Diagnostik von Osteoporose.
- Knochenumbaumarker: Blut- und Urinuntersuchungen können spezifische Marker der Knochenresorption (z. B. Beta-CrossLaps) und des Knochenaufbaus (z. B. Osteocalcin, alkalische Phosphatase) messen.
- Bildgebung: Röntgen, CT oder MRT können strukturelle Veränderungen des Knochens sichtbar machen.
Therapie bei gestörtem Knochenumbau
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Medikamentöse Therapie: Bisphosphonate (z. B. Alendronat), Denosumab und selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERMs) hemmen die Knochenresorption. Teriparatid stimuliert den Knochenaufbau.
- Ernährung: Eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung unterstützt den gesunden Knochenumbau.
- Bewegung: Kraft- und Ausdauertraining fördern den Knochenaufbau und erhalten die Knochenmasse.
Quellen
- Rachner, T. D., Khosla, S., Hofbauer, L. C. (2011). Osteoporosis: now and the future. The Lancet, 377(9773), 1276–1287. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(10)62349-5
- World Health Organization (WHO). Assessment of fracture risk and its application to screening for postmenopausal osteoporosis. WHO Technical Report Series 843. Genf, 1994.
- Seeman, E., Delmas, P. D. (2006). Bone quality -- the material and structural basis of bone strength and fragility. New England Journal of Medicine, 354(21), 2250–2261.
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