Kachexie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Kachexie ist ein schweres Auszehrungssyndrom mit ungewolltem Gewichtsverlust, Muskelschwund und Erschöpfung, das häufig bei chronischen Erkrankungen auftritt.
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Kachexie ist ein schweres Auszehrungssyndrom mit ungewolltem Gewichtsverlust, Muskelschwund und Erschöpfung, das häufig bei chronischen Erkrankungen auftritt.
Was ist Kachexie?
Kachexie (auch Kachexia oder Cachexie) ist ein komplexes metabolisches Syndrom, das durch anhaltenden, ungewollten Gewichtsverlust, Abbau von Muskelmasse (Sarkopenie), Schwäche, Appetitverlust und systemische Entzündungsreaktionen gekennzeichnet ist. Sie tritt meist als Folge einer schweren Grunderkrankung auf und lässt sich durch normale Ernährungsmaßnahmen allein nicht vollständig beheben. Kachexie verschlechtert die Lebensqualität erheblich und ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.
Ursachen
Kachexie entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus gesteigertem Energieverbrauch, verminderter Nahrungsaufnahme und chronischen Entzündungsprozessen. Häufige Grunderkrankungen, die zu Kachexie führen können, sind:
- Krebserkrankungen (Tumorerkrankungen sind die häufigste Ursache)
- Chronische Herzinsuffizienz
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Chronische Nierenerkrankungen
- HIV/AIDS
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
- Rheumatoide Arthritis
- Sepsis und andere schwere Infektionen
Auf molekularer Ebene spielen entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) wie TNF-alpha, Interleukin-1 und Interleukin-6 eine zentrale Rolle. Sie fördern den Abbau von Muskel- und Fettgewebe und hemmen gleichzeitig den Appetit.
Symptome
Die Symptome der Kachexie sind vielfältig und beeinträchtigen den gesamten Organismus:
- Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5 % des Körpergewichts innerhalb von 12 Monaten
- Deutlicher Abbau von Muskelmasse und Muskelschwäche
- Chronische Erschöpfung (Fatigue)
- Appetitverlust (Anorexie)
- Verminderung des Körperfettanteils
- Verminderte körperliche Belastbarkeit
- Anämie (Blutarmut)
- Geschwächtes Immunsystem
- Depressive Verstimmungen und psychische Belastung
Diagnose
Die Diagnose der Kachexie basiert auf klinischen Kriterien. Nach der internationalen Konsensusdefinition liegt Kachexie vor, wenn:
- ein Gewichtsverlust von mehr als 5 % in 12 Monaten vorliegt, oder
- ein Body-Mass-Index (BMI) unter 20 kg/m² mit einem Gewichtsverlust von mehr als 2 % besteht, oder
- ein Gewichtsverlust von mehr als 2 % bei gleichzeitig niedriger Muskelmasse (Sarkopenie) nachgewiesen wird.
Ergänzend werden folgende Untersuchungen eingesetzt:
- Blutuntersuchungen (Entzündungsmarker wie CRP, Albumin, Hämoglobin)
- Messung der Körperzusammensetzung (z. B. mittels DEXA-Scan oder Bioimpedanzanalyse)
- Ernährungsassessments und Fragebögen zur Lebensqualität
- Suche nach oder Verlaufskontrolle der Grunderkrankung
Behandlung
Die Behandlung der Kachexie ist multimodal und zielt zunächst auf die Grunderkrankung sowie die Verbesserung der Ernährungssituation und körperlichen Funktion ab.
Ernährungstherapie
Eine individuell angepasste, energie- und eiweißreiche Ernährung ist ein zentraler Baustein. Bei unzureichender oraler Nahrungsaufnahme kommen Trinknahrungen (enterale Ernährung) oder in schweren Fällen eine parenterale Ernährung (Nährstoffzufuhr über die Vene) zum Einsatz.
Körperliches Training
Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining, angepasst an den Zustand des Patienten, kann den Muskelabbau verlangsamen und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern.
Medikamentöse Therapie
Je nach Grunderkrankung und Schweregrad können folgende Medikamente eingesetzt werden:
- Appetitanregende Mittel (z. B. Megestrolacetat, Kortikosteroide)
- Entzündungshemmer (z. B. Omega-3-Fettsäuren, NSAIDs in bestimmten Kontexten)
- Anabole Substanzen (z. B. Testosteron, in klinischen Studien auch selektive Androgenrezeptormodulatoren)
Psychosoziale Unterstützung
Da Kachexie erhebliche psychische Belastungen mit sich bringt, ist eine psychosoziale Begleitung durch Fachpersonal, Ernährungsberater und Psychologen ein wichtiger Bestandteil der Gesamtbehandlung.
Prognose
Die Prognose bei Kachexie hängt maßgeblich von der zugrundeliegenden Erkrankung und dem Stadium der Kachexie ab. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann den Verlauf positiv beeinflussen. Im fortgeschrittenen Stadium, insbesondere bei onkologischen Erkrankungen, ist die sogenannte refraktäre Kachexie nicht mehr reversibel und erfordert eine palliative Begleitung mit Fokus auf Lebensqualität.
Quellen
- Fearon K et al. - Definition and classification of cancer cachexia: an international consensus. Lancet Oncol. 2011;12(5):489-495. PubMed.
- Evans WJ et al. - Cachexia: a new definition. Clin Nutr. 2008;27(6):793-799. PubMed.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) - Leitlinie Klinische Ernährung, 2023. AWMF-Register.
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