Demisexuell – Bedeutung und Erklärung
Demisexuell beschreibt Menschen, die sexuelle Anziehung nur dann empfinden, wenn eine enge emotionale Bindung zur anderen Person besteht.
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Demisexuell beschreibt Menschen, die sexuelle Anziehung nur dann empfinden, wenn eine enge emotionale Bindung zur anderen Person besteht.
Was bedeutet demisexuell?
Demisexuell ist ein Begriff aus dem Bereich der sexuellen Orientierung. Menschen, die sich als demisexuell identifizieren, empfinden sexuelle Anziehung nicht spontan oder rein äußerlich bedingt, sondern erst dann, wenn eine tiefe emotionale Verbindung zu einer anderen Person entstanden ist. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Präfix demi- (halb) und sexuell zusammen und deutet darauf hin, dass Demisexualität auf dem Spektrum zwischen Asexualität und Allosexualität (vollständige sexuelle Anziehung) angesiedelt ist.
Einordnung im sexuellen Spektrum
Demisexualität wird häufig dem asexuellen Spektrum (auch: Ace-Spektrum) zugeordnet. Menschen auf diesem Spektrum erleben sexuelle Anziehung in geringerem Maß, unter anderen Bedingungen oder gar nicht. Demisexuelle Menschen können sich grundsätzlich zu Menschen jedes Geschlechts hingezogen fühlen – die Demisexualität sagt nichts über die Geschlechterpräferenz aus, sondern ausschließlich über die Bedingung, unter der sexuelle Anziehung entsteht.
- Asexualität: Kaum oder keine sexuelle Anziehung gegenüber anderen Menschen.
- Demisexualität: Sexuelle Anziehung nur nach dem Aufbau einer engen emotionalen Bindung.
- Allosexualität: Sexuelle Anziehung, die auch ohne vorherige emotionale Bindung entstehen kann.
Emotionale Bindung als Voraussetzung
Das zentrale Merkmal der Demisexualität ist, dass eine emotionale Bindung zwingend vorhanden sein muss, bevor sexuelle Anziehung entstehen kann. Diese Bindung muss nicht romantischer Natur sein – auch tiefe Freundschaften oder intensive Vertrauensverhältnisse können die Grundlage bilden. Dabei ist jedoch zu betonen, dass eine enge emotionale Bindung nicht automatisch sexuelle Anziehung auslöst; sie ist lediglich eine notwendige Voraussetzung.
Abgrenzung zu anderen Konzepten
Demisexualität ist keine Entscheidung, kein religiöses oder moralisches Gebot zur sexuellen Enthaltsamkeit und kein Anzeichen einer Erkrankung oder Störung. Sie beschreibt eine genuine Ausdrucksform menschlicher Sexualität. Es ist wichtig, Demisexualität von folgenden Konzepten abzugrenzen:
- Zölibat oder sexuelle Enthaltsamkeit: Eine bewusste Entscheidung, keinen Sex zu haben – unabhängig von sexueller Anziehung.
- Geringe Libido: Ein medizinischer Zustand, bei dem das allgemeine sexuelle Verlangen reduziert ist.
- Schüchternheit oder sozialer Rückzug: Demisexualität ist eine sexuelle Orientierung, keine Persönlichkeitseigenschaft.
Psychologische und gesellschaftliche Relevanz
Das Verständnis und die Anerkennung von Demisexualität haben in den vergangenen Jahren zugenommen, insbesondere im Rahmen der wachsenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit LGBTQIA+-Identitäten. Für Menschen, die sich als demisexuell identifizieren, kann die Benennung ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle für das psychische Wohlbefinden und die Selbstakzeptanz spielen. Studien zur Lebensqualität von Menschen auf dem asexuellen Spektrum zeigen, dass soziale Anerkennung und das Vorhandensein passender Sprache das Wohlbefinden deutlich verbessern können.
Demisexualität und Beziehungen
Demisexuelle Menschen führen häufig tiefe und bedeutungsvolle Beziehungen, da die emotionale Verbindung für sie eine zentrale Rolle spielt. Romantische Beziehungen können genauso intensiv und erfüllend sein wie bei allosexuellen Menschen – der Weg dorthin verläuft jedoch oft über eine längere Phase des gegenseitigen Kennenlernens und des Vertrauensaufbaus. Offene Kommunikation über die eigene Orientierung kann dabei helfen, Missverständnisse in Beziehungen zu vermeiden.
Quellen
- American Psychological Association (APA) - Sexual Orientation and Homosexuality. Verfügbar unter: https://www.apa.org/topics/lgbtq/sexual-orientation (aufgerufen 2024)
- Bogaert, A. F. - Asexuality: Prevalence and associated factors in a national probability sample. Journal of Sex Research, 41(3), 279-287 (2004)
- AVEN (Asexual Visibility and Education Network) - Overview. Verfügbar unter: https://www.asexuality.org (aufgerufen 2024)
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