Knochenfibrose: Ursachen, Symptome & Therapie
Knochenfibrose bezeichnet die krankhafte Umwandlung von normalem Knochengewebe in Bindegewebe. Sie kann die Stabilität der Knochen erheblich beeinträchtigen.
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Knochenfibrose bezeichnet die krankhafte Umwandlung von normalem Knochengewebe in Bindegewebe. Sie kann die Stabilität der Knochen erheblich beeinträchtigen.
Was ist Knochenfibrose?
Knochenfibrose (auch Osteofibrose genannt) ist eine Erkrankung, bei der normales Knochengewebe durch faseriges Bindegewebe ersetzt wird. Dieser Umbauprozess beeinträchtigt die mechanische Stabilität und die normale Funktion des Knochens. Knochenfibrose kann als eigenständige Erkrankung oder als Begleiterscheinung anderer Grunderkrankungen auftreten.
Ursachen
Die Knochenfibrose kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Primärer Hyperparathyreoidismus: Eine übermäßige Produktion von Parathormon (PTH) führt zu verstärktem Knochenabbau und anschließender fibröser Umwandlung, bekannt als Osteitis fibrosa cystica.
- Sekundärer Hyperparathyreoidismus: Häufig bei chronischer Niereninsuffizienz, bei der ein gestörter Mineralstoffwechsel den Knochen dauerhaft schädigt.
- Morbus Paget: Eine chronische Knochenstoffwechselerkrankung mit abnormalem Knochenumbau.
- Fibröse Dysplasie: Eine genetisch bedingte Störung, bei der Knochengewebe durch fibröses Gewebe ersetzt wird.
- Strahlenschäden: Strahlentherapie im Bereich von Knochen kann fibrotische Veränderungen auslösen.
- Tumorerkrankungen und Metastasen: Knochenmetastasen können lokale Fibrosierungen verursachen.
- Myelofibrose: Eine Erkrankung des Knochenmarks, bei der das blutbildende Mark durch Bindegewebe ersetzt wird.
Symptome
Die Symptome der Knochenfibrose sind vielfältig und hängen von der Schwere und Lokalisation der Erkrankung ab:
- Knochenschmerzen, besonders bei Belastung
- Erhöhte Knochenbrüchigkeit und erhöhtes Frakturrisiko
- Knochenverformungen und -auftreibungen
- Muskelschwäche und allgemeine Erschöpfung
- Bei Beteiligung des Knochenmarks: Blutarmut (Anämie), Infektanfälligkeit und Blutungsneigung
- Schmerzen in den betroffenen Skelettabschnitten (z. B. Wirbelsäule, Becken, Oberschenkel)
Diagnose
Die Diagnose der Knochenfibrose erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden:
- Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) zeigen typische Veränderungen im Knochengewebe.
- Skelettszintigrafie: Nuklearmedizinische Untersuchung zur Beurteilung des Knochenstoffwechsels.
- Laborwerte: Bestimmung von Kalzium, Phosphat, Parathormon (PTH), alkalischer Phosphatase und anderen Markern des Knochenstoffwechsels.
- Knochenbiopsie: Die histologische Untersuchung einer Gewebeprobe liefert den eindeutigen Nachweis der fibrösen Umwandlung.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
Behandlung des Hyperparathyreoidismus
Bei primärem Hyperparathyreoidismus ist die chirurgische Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse (Parathyreoidektomie) die Therapie der Wahl. Bei sekundärem Hyperparathyreoidismus im Rahmen einer Niereninsuffizienz werden Phosphatbinder, Vitamin-D-Analoga und Kalzimimetika eingesetzt.
Medikamentöse Therapie
- Bisphosphonate (z. B. Zoledronat) hemmen den Knochenabbau und werden bei verschiedenen Formen der Knochenfibrose eingesetzt.
- Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper, der ebenfalls den Knochenabbau hemmt.
- Schmerzmedikamente zur Symptomlinderung
Operative Maßnahmen
Bei schwerwiegenden Knochenverformungen oder instabilen Frakturen kann eine operative Versorgung notwendig sein, z. B. durch Osteosynthese oder den Einsatz von Endoprothesen.
Therapie der Myelofibrose
Bei Myelofibrose kommen JAK-Inhibitoren (z. B. Ruxolitinib) sowie in ausgewählten Fällen eine allogene Stammzelltransplantation als potenziell heilende Therapie infrage.
Prognose
Die Prognose der Knochenfibrose hängt stark von der Grunderkrankung, dem Ausmaß der Knochenveränderungen und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Frühzeitige Behandlung der Ursache kann das Fortschreiten der Fibrose stoppen oder verlangsamen. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind bleibende Knochenveränderungen möglich.
Quellen
- Lüllmann-Rauch, R. & Asan, E. - Taschenlehrbuch Histologie, 6. Auflage. Thieme Verlag, 2019.
- Herold, G. et al. - Innere Medizin 2023. Eigenverlag Gerd Herold, Köln, 2023.
- World Health Organization (WHO) - Chronic kidney disease and bone disorders. WHO Technical Report, verfügbar unter: www.who.int
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