Kraniektomie – Eingriff, Ablauf & Risiken
Die Kraniektomie ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil des Schädelknochens entfernt wird, um den Druck im Gehirn zu senken und lebensbedrohliche Zustände zu behandeln.
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Die Kraniektomie ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil des Schädelknochens entfernt wird, um den Druck im Gehirn zu senken und lebensbedrohliche Zustände zu behandeln.
Was ist eine Kraniektomie?
Die Kraniektomie ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem ein Knochenstück des Schädels dauerhaft oder vorübergehend entfernt wird. Im Gegensatz zur Kraniotomie, bei der der Knochen nach dem Eingriff wieder eingesetzt wird, bleibt bei der Kraniektomie die Öffnung zunächst offen. Ziel des Eingriffs ist es, den intrakraniellen Druck (Druck im Inneren des Schädels) zu senken und das Gehirngewebe vor weiteren Schäden zu schützen.
Wann wird eine Kraniektomie durchgeführt?
Eine Kraniektomie wird in der Regel als Notfallmaßnahme oder bei geplanten neurochirurgischen Eingriffen eingesetzt. Typische Indikationen sind:
- Schweres Schädel-Hirn-Trauma: nach Unfällen mit starkem Hirnschwellung
- Ischämischer Schlaganfall: insbesondere bei malignem Mediainfarkt mit massiver Hirnödem-Bildung
- Hirnblutungen: z. B. epidurale oder subdurale Hämatome mit erhöhtem Hirndruck
- Hirntumore: zur Entfernung von Tumoren oder Entlastung des umgebenden Gewebes
- Hirnabszesse: zur Drainage von Eiteransammlungen im Gehirn
- Schwere Hirninfektionen: bei ausgeprägter Entzündung mit Druckerhöhung
Arten der Kraniektomie
Dekompressive Kraniektomie
Die dekompressive Kraniektomie ist die häufigste Form und wird eingesetzt, wenn der Hirndruck medikamentös nicht mehr kontrollierbar ist. Durch die Entfernung eines Teils des Schädelknochens erhält das geschwollene Gehirn mehr Raum, sodass es sich ausdehnen kann, ohne zusätzlichen Schaden zu nehmen.
Frontale, temporale und okzipitale Kraniektomie
Je nach Lage des betroffenen Hirnbereichs wird die Schädelöffnung an verschiedenen Stellen vorgenommen: an der Stirn (frontal), an der Schläfe (temporal) oder am Hinterkopf (okzipital). Die hemikranielle Dekompression umfasst eine besonders große Schädelöffnung auf einer Seite des Kopfes.
Ablauf des Eingriffs
Die Kraniektomie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Chirurg schneidet die Kopfhaut auf, löst den Schädelknochen und entfernt das entsprechende Knochenstück. Anschließend wird die harte Hirnhaut (Dura mater) geöffnet oder erweitert, um zusätzlichen Raum zu schaffen. Die Kopfhaut wird wieder vernäht. Der entnommene Knochen wird steril aufbewahrt – entweder in einer Knochenbank oder in der Bauchdecke des Patienten – und zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt (Kranioplastik).
Nach der Operation: Kranioplastik
Sobald das Gehirn sich erholt hat und der Hirndruck normalisiert ist – meist nach einigen Wochen bis Monaten – wird der entnommene Knochen oder ein Implantat aus Titan oder Kunststoff wieder in den Schädel eingesetzt. Dieser zweite Eingriff wird als Kranioplastik bezeichnet und dient sowohl dem Schutz des Gehirns als auch der Wiederherstellung der normalen Schädelform.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Kraniektomie Risiken:
- Infektionen (Wundinfektionen, Meningitis)
- Nachblutungen
- Liquoransammlungen (Hydrozephalus)
- Schädigung von Hirngewebe
- Epileptische Anfälle
- Sinking-Skin-Flap-Syndrom: Einsinken der Kopfhaut über der Öffnung, das neurologische Symptome verursachen kann
- Risiken durch die Narkose
Prognose und Rehabilitation
Die Prognose nach einer Kraniektomie hängt stark von der Grunderkrankung, dem Ausmaß der Hirnschädigung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Nach dem Eingriff ist eine intensive neurochirurgische Nachsorge sowie eine umfassende Rehabilitation – bestehend aus Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie – notwendig, um verlorene Funktionen bestmöglich wiederherzustellen.
Quellen
- Unterberg, A. et al. (2012): Dekompressive Kraniektomie beim schweren Schädel-Hirn-Trauma. Der Unfallchirurg, 115(3), 195-202.
- Vahedi, K. et al. (2007): Early decompressive surgery in malignant infarction of the middle cerebral artery. The Lancet Neurology, 6(3), 215-222.
- Cooper, D. J. et al. (2011): Decompressive craniectomy in diffuse traumatic brain injury. New England Journal of Medicine, 364(16), 1493-1502.
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