Lown-Klassifikation – Herzrhythmusstörungen einteilen
Die Lown-Klassifikation ist ein medizinisches Bewertungssystem zur Einstufung ventrikulärer Herzrhythmusstörungen anhand ihrer Häufigkeit und Gefährlichkeit.
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Die Lown-Klassifikation ist ein medizinisches Bewertungssystem zur Einstufung ventrikulärer Herzrhythmusstörungen anhand ihrer Häufigkeit und Gefährlichkeit.
Was ist die Lown-Klassifikation?
Die Lown-Klassifikation ist ein in der Kardiologie weit verbreitetes Einteilungssystem, das ventrikuläre Herzrhythmusstörungen – sogenannte ventrikuläre Arrhythmien – nach ihrer Art, Häufigkeit und ihrem potenziellen Gefährdungsgrad systematisch bewertet. Sie wurde in den 1970er-Jahren von dem amerikanischen Kardiologen Bernard Lown entwickelt und dient bis heute als klinisches Orientierungsinstrument bei der Einschätzung des Risikos von Herzrhythmusstörungen.
Grundlage der Klassifikation ist in der Regel die Auswertung eines Langzeit-EKGs (Holter-EKG), bei dem die elektrische Aktivität des Herzens über 24 Stunden oder länger aufgezeichnet wird. Anhand der dabei detektierten ventrikulären Extrasystolen (VES) wird der Befund einer der Klassen zugeordnet.
Die Klassen der Lown-Klassifikation
Die Lown-Klassifikation unterteilt ventrikuläre Arrhythmien in fünf Hauptklassen, wobei höhere Klassen ein potenziell größeres Risiko für schwerwiegende Herzereignisse anzeigen:
- Klasse 0: Keine ventrikulären Extrasystolen nachweisbar.
- Klasse 1: Seltene, einförmige (monomorphe) VES – weniger als 30 pro Stunde.
- Klasse 2: Häufige, einförmige VES – 30 oder mehr pro Stunde.
- Klasse 3: Vielgestaltige (polymorphe) VES – Extrasystolen mit unterschiedlicher Morphologie im EKG.
- Klasse 4a: Couplets – zwei aufeinanderfolgende VES.
- Klasse 4b: Salven – drei oder mehr aufeinanderfolgende VES (nicht anhaltende ventrikuläre Tachykardie).
- Klasse 5: R-auf-T-Phänomen – eine VES fällt auf die vulnerable Phase der vorherigen Herzaktion (T-Welle), was das Risiko für gefährliches Kammerflimmern erhöht.
Klinische Bedeutung und Anwendung
Die Lown-Klassifikation wird vor allem bei Patientinnen und Patienten mit bekannter oder vermuteter koronarer Herzkrankheit (KHK), nach einem Herzinfarkt oder bei anderen strukturellen Herzerkrankungen eingesetzt, um das individuelle Arrhythmierisiko abzuschätzen. Klassen 4 und 5 gelten dabei als sogenannte hochgradige ventrikuläre Arrhythmien und erfordern in der Regel eine weitergehende kardiologische Abklärung und Behandlung.
Ein wichtiger Aspekt bei der klinischen Nutzung ist, dass die Lown-Klassifikation allein keine Therapieentscheidung begründet. Sie muss stets im Gesamtkontext der Herzfunktion – insbesondere der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) – und der Symptomatik des Patienten bewertet werden.
Grenzen und Weiterentwicklung
Die Lown-Klassifikation wurde in der modernen Kardiologie teilweise durch differenziertere Risikostratifizierungssysteme ergänzt oder ersetzt, da sie keine Aussage über die Grunderkrankung oder den funktionellen Zustand des Herzens trifft. Dennoch bleibt sie ein nützliches und anerkanntes Werkzeug in der täglichen klinischen Praxis, insbesondere zur schnellen Einordnung von Langzeit-EKG-Befunden.
Quellen
- Lown B, Wolf M. Approaches to sudden death from coronary heart disease. Circulation. 1971;44(1):130-142.
- Mewis C, Riessen R, Spyridopoulos I (Hrsg.). Kardiologie compact – Alles für Station und Facharztprüfung. 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2006.
- Erdmann E (Hrsg.). Klinische Kardiologie – Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der herznahen Gefäße. 8. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2011.
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