Defibrillation – Herzrhythmus retten im Notfall
Defibrillation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem ein gezielter Stromstoß das Herz aus einem lebensbedrohlichen Rhythmus zurück in einen normalen Herzschlag versetzt.
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Defibrillation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem ein gezielter Stromstoß das Herz aus einem lebensbedrohlichen Rhythmus zurück in einen normalen Herzschlag versetzt.
Was ist Defibrillation?
Die Defibrillation ist ein medizinisches Notfallverfahren, bei dem ein kurzer, kontrollierter elektrischer Stromstoß durch den Brustkorb an das Herz abgegeben wird. Ziel ist es, gefährliche Herzrhythmusstörungen – insbesondere Kammerflimmern (Ventricular Fibrillation) und pulslose ventrikuläre Tachykardie – zu unterbrechen und den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen. Sie gehört zu den wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen in der Notfallmedizin.
Wann wird Defibrillation eingesetzt?
Eine Defibrillation ist notwendig, wenn das Herz aufhört, effektiv zu pumpen, weil die elektrische Aktivität der Herzmuskelzellen vollständig außer Kontrolle geraten ist. Die häufigsten Indikationen sind:
- Kammerflimmern (Ventricular Fibrillation, VF): Chaotische, unkoordinierte elektrische Aktivität in den Herzkammern ohne effektive Herzpumpfunktion.
- Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT): Sehr schnelle Herzschläge aus den Herzkammern ohne ausreichende Herzauswurfleistung.
Beide Zustände führen ohne sofortige Behandlung innerhalb von Minuten zum Tod. Eine Defibrillation ist bei diesen Rhythmen die einzig wirksame Therapie.
Wirkmechanismus
Der elektrische Impuls der Defibrillation depolarisiert gleichzeitig eine kritische Masse aller Herzmuskelzellen. Dadurch wird die chaotische elektrische Aktivität schlagartig unterbrochen. Danach hat der natürliche Schrittmacher des Herzens, der Sinusknoten, die Möglichkeit, die Kontrolle über den Herzrhythmus wieder zu übernehmen und einen normalen, geordneten Herzschlag einzuleiten.
Arten der Defibrillation
Manuelle Defibrillation
Wird ausschließlich von medizinischem Fachpersonal (z. B. Notarzt, Intensivmediziner) durchgeführt. Der Anwender analysiert den Herzrhythmus selbst und entscheidet über den Zeitpunkt und die Energie des Stromstoßes (typischerweise 150–360 Joule, abhängig vom Gerätetyp).
Automatisierte externe Defibrillation (AED)
Der Automatisierte Externe Defibrillator (AED) ist ein benutzerfreundliches Gerät, das auch von medizinischen Laien eingesetzt werden kann. Es analysiert den Herzrhythmus automatisch und gibt bei Bedarf eine Anweisung zum Auslösen des Stromstoßes. AEDs sind heute an vielen öffentlichen Orten (Bahnhöfe, Flughäfen, Sportstätten) verfügbar.
Implantierter Kardioverter-Defibrillator (ICD)
Ein ICD ist ein kleines Gerät, das operativ unter die Haut implantiert wird. Es überwacht den Herzrhythmus dauerhaft und gibt bei Bedarf automatisch einen Stromstoß ab. Er wird bei Patienten eingesetzt, die ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen haben.
Durchführung und Ablauf
Im Notfall wird die Defibrillation stets in Verbindung mit der kardiopulmonalen Reanimation (Herzdruckmassage und Beatmung) durchgeführt. Der typische Ablauf lautet:
- Sicherheit überprüfen und Notruf absetzen (112).
- Mit der Herzdruckmassage beginnen.
- AED einschalten und Elektroden auf dem Brustkorb des Betroffenen anbringen (eine Elektrode unterhalb der rechten Schulter, eine unterhalb der linken Achselhöhle).
- Rhythmusanalyse des AED abwarten.
- Bei empfohlenem Stromstoß: sicherstellen, dass niemand die Person berührt, und Knopf drücken.
- Herzdruckmassage sofort nach dem Stromstoß fortsetzen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die Defibrillation ist ein sicheres Verfahren, wenn sie korrekt angewendet wird. Mögliche Nebenwirkungen und Risiken umfassen:
- Rötungen oder leichte Verbrennungen der Haut an den Elektrodenstellen.
- Muskelschmerzen durch die Muskelkontraktion beim Stromstoß.
- In seltenen Fällen: vorübergehende Herzrhythmusstörungen nach dem Eingriff.
Wichtig: Niemand darf die betroffene Person berühren, während der Stromstoß abgegeben wird, um Verletzungen von Helfern zu vermeiden.
Quellen
- European Resuscitation Council (ERC) – Guidelines for Resuscitation 2021. Resuscitation, 2021.
- Zipes DP et al. – ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for Management of Patients with Ventricular Arrhythmias and the Prevention of Sudden Cardiac Death. Journal of the American College of Cardiology, 2006.
- World Health Organization (WHO) – Cardiovascular Diseases: Key Facts. WHO, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
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