Dehydroepiandrosteron (DHEA) – Hormon & Wirkung
Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, das als Vorläufer von Sexualhormonen dient und eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt.
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Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, das als Vorläufer von Sexualhormonen dient und eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt.
Was ist Dehydroepiandrosteron (DHEA)?
Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein Steroidhormon, das hauptsächlich in der Nebennierenrinde produziert wird. In geringeren Mengen wird es auch in den Gonaden (Eierstöcken und Hoden) sowie im Gehirn gebildet. DHEA gilt als das am häufigsten vorkommende zirkulierende Steroidhormon im menschlichen Körper und dient als wichtiger Vorläufer (Prohormon) für die Biosynthese von männlichen und weiblichen Sexualhormonen wie Testosteron und Östrogen.
Im Blut liegt DHEA überwiegend in seiner sulfatierten Form als DHEA-Sulfat (DHEAS) vor, die als Speicherform fungiert und bei Bedarf in die aktive Form umgewandelt werden kann.
Biologische Funktionen
DHEA erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Aufgaben:
- Vorläufer von Sexualhormonen: DHEA wird in peripheren Geweben in Androgene (z.B. Testosteron) und Östrogene umgewandelt, was besonders nach der Menopause bei Frauen von Bedeutung ist.
- Immunmodulation: DHEA beeinflusst das Immunsystem und kann entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen.
- Stoffwechsel: Das Hormon spielt eine Rolle bei der Regulierung des Körperfettanteils, der Insulinsensitivität und des Energiestoffwechsels.
- Knochen- und Muskelgesundheit: DHEA unterstützt den Erhalt der Knochendichte und Muskelmasse.
- Neuroprotektion: Im Gehirn wirkt DHEA als Neurosteroid und kann kognitive Funktionen sowie die Stimmung beeinflussen.
DHEA-Spiegel im Lebensverlauf
Die DHEA-Produktion unterliegt einer charakteristischen Altersabhängigkeit. Der Hormonspiegel erreicht seinen Höhepunkt im frühen Erwachsenenalter (zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr) und nimmt danach kontinuierlich ab. Mit 70 bis 80 Jahren beträgt der DHEA-Spiegel oft nur noch etwa 10 bis 20 Prozent des jugendlichen Maximalwertes. Dieser altersbedingter Rückgang wird als Adrenopause bezeichnet und mit verschiedenen Alterungsprozessen in Verbindung gebracht.
Medizinische Anwendung
Zugelassene Indikationen
In Deutschland und der EU ist DHEA als verschreibungspflichtiges Arzneimittel unter dem Namen Prasterone zur Behandlung der vulvovaginalen Atrophie bei postmenopausalen Frauen zugelassen. Es wird als Vaginalovulum angewendet und lindert Symptome wie Trockenheit, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Weitere klinische Einsatzgebiete
- Nebenniereninsuffizienz: Bei Patientinnen und Patienten mit Morbus Addison oder sekundärer Nebenniereninsuffizienz kann eine DHEA-Substitution zur Verbesserung von Wohlbefinden, Libido und Lebensqualität eingesetzt werden.
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): In einigen Studien zeigte DHEA positive Effekte auf die Krankheitsaktivität bei SLE.
- Anti-Aging und Sport: DHEA-Präparate werden oft als Nahrungsergänzungsmittel im Zusammenhang mit Anti-Aging und Leistungssteigerung vermarktet, jedoch ist die wissenschaftliche Evidenz hierfür begrenzt.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die therapeutische Dosierung von DHEA variiert je nach Indikation. Bei der Behandlung der Nebenniereninsuffizienz werden typischerweise 25 bis 50 mg täglich oral verabreicht. Die vaginale Anwendung bei vulvovaginaler Atrophie erfolgt mit 6,5 mg täglich. Eine Selbstmedikation mit DHEA-Nahrungsergänzungsmitteln sollte ohne ärztliche Beratung vermieden werden, da eine unkontrollierte Einnahme zu unerwünschten hormonellen Wirkungen führen kann.
Nebenwirkungen und Risiken
Die Anwendung von DHEA kann mit folgenden Nebenwirkungen verbunden sein:
- Androgenisierungserscheinungen bei Frauen (Akne, Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung)
- Östrogenbedingte Effekte (Brustspannen, Flüssigkeitseinlagerungen)
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
- Mögliche Beeinflussung hormonabhängiger Erkrankungen (z.B. hormonabhängige Tumoren)
- Wechselwirkungen mit anderen Hormonen und Medikamenten
Personen mit hormonabhängigen Erkrankungen wie Brust- oder Prostatakrebs sollten DHEA nicht anwenden.
Diagnostik: DHEA-Spiegel messen
Der DHEA- bzw. DHEAS-Spiegel kann durch eine einfache Blutuntersuchung bestimmt werden. DHEAS wird aufgrund seiner längeren Halbwertszeit bevorzugt gemessen. Die Bestimmung ist klinisch relevant bei:
- Verdacht auf Nebenniereninsuffizienz oder -überfunktion
- Abklärung von Androgenisierungserscheinungen (z.B. bei polyzystischem Ovarsyndrom)
- Diagnostik von Nebennierentumoren
- Beurteilung der Pubertätsentwicklung (Adrenarche)
Quellen
- Arlt W. - Dehydroepiandrosterone and ageing. Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism, 2004; 18(3): 363-380.
- European Medicines Agency (EMA) - Assessment report for Intrarosa (Prasterone), 2016. URL: https://www.ema.europa.eu
- Labrie F. et al. - DHEA and the formation of sex steroids in peripheral intracrine tissues. Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 2015; 145: 174-180.
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