Dermatosklerose – Ursachen, Symptome & Behandlung
Dermatosklerose ist eine Verhärtung und Verdickung der Haut, die häufig bei chronischer venöser Insuffizienz auftritt. Sie entsteht durch Bindegewebsumbau und gilt als Warnsignal für fortgeschrittene Gefäßerkrankungen.
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Dermatosklerose ist eine Verhärtung und Verdickung der Haut, die häufig bei chronischer venöser Insuffizienz auftritt. Sie entsteht durch Bindegewebsumbau und gilt als Warnsignal für fortgeschrittene Gefäßerkrankungen.
Was ist Dermatosklerose?
Die Dermatosklerose ist eine Erkrankung der Haut, bei der es zu einer fortschreitenden Verhärtung, Verdickung und Fibrosierung (Vernarbung) des Hautgewebes sowie des darunter liegenden Unterhautfettgewebes kommt. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern derma (Haut) und sklerosis (Verhärtung) zusammen. Die Dermatosklerose tritt am häufigsten an den Unterschenkeln auf und ist eng mit einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI) verbunden – also einer dauerhaften Schwäche der Venenfunktion in den Beinen.
Im klinischen Alltag gilt die Dermatosklerose als Zeichen eines fortgeschrittenen Venenleidens und wird in der Klassifikation der chronischen Venenerkrankung (CEAP-Klassifikation) der Kategorie C4b zugeordnet. Ohne angemessene Behandlung kann sie sich weiterentwickeln und das Risiko für schlecht heilende Wunden, wie das Ulcus cruris (offenes Bein), erheblich erhöhen.
Ursachen
Die Dermatosklerose entsteht als Folge eines langanhaltend erhöhten Drucks in den Venen der Beine. Dieser venöse Staudruck führt zu einer Reihe von Gewebeveränderungen:
- Chronische venöse Insuffizienz: Undichte oder funktionsuntüchtige Venenklappen verursachen einen Rückstau des Blutes, was den Druck in den oberflächlichen Hautgefäßen erhöht.
- Mikrozirkulationsstörungen: Der erhöhte Druck schädigt die kleinen Blutgefäße (Kapillaren) in der Haut, was zu Flüssigkeitsaustritt und chronischen Entzündungsreaktionen führt.
- Fibroblasten-Aktivierung: Durch die anhaltende Entzündung werden Bindegewebszellen (Fibroblasten) aktiviert, die vermehrt Kollagen produzieren – dadurch verhärtet und verdickt sich die Haut.
- Weitere Ursachen: Auch Erkrankungen wie Sklerodermie (systemische Sklerose), Lymphödeme, chronische Entzündungsprozesse oder wiederholte Traumata können zur Dermatosklerose beitragen.
Symptome
Die Dermatosklerose entwickelt sich meist schleichend und ist durch charakteristische Hautveränderungen erkennbar:
- Verhärtung und Verdickung der Haut, besonders am Unterschenkel (sogenannte Gamaschenhaut)
- Bräunlich-rötliche Verfärbung der Haut (Hämosiderose) durch Ablagerungen von Blutabbauprodukt
- Spannungsgefühl, Druck- und Schweregefühl in den betroffenen Bereichen
- Juckreiz und trockene, schuppige Haut (Stauungsekzem)
- Eingeschränkte Beweglichkeit im Sprunggelenk durch die Verhärtung des Gewebes
- Im fortgeschrittenen Stadium: schlecht heilende Wunden oder offene Geschwüre (Ulcus cruris venosum)
Diagnose
Die Diagnose der Dermatosklerose erfolgt in erster Linie klinisch, also durch die Beurteilung des Hautbefundes durch einen Arzt oder eine Ärztin. Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:
- Doppler- und Duplexsonographie: Ultraschalluntersuchung der Beinvenen zur Beurteilung der Venenfunktion und zum Nachweis einer venösen Insuffizienz
- Phlebographie: Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel in speziellen Fällen
- Hautbiopsie: Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung, wenn andere Erkrankungen (z. B. Sklerodermie) ausgeschlossen werden müssen
- Knöchel-Arm-Index (ABI): Messung zur Beurteilung der arteriellen Durchblutung, um eine begleitende arterielle Erkrankung auszuschließen
Behandlung
Die Behandlung der Dermatosklerose richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Ziel ist es, den venösen Druck zu senken, die Entzündung zu reduzieren und die Hautbarriere zu stabilisieren.
Kompressionstherapie
Die Kompressionstherapie ist die wichtigste Maßnahme bei venös bedingter Dermatosklerose. Durch medizinische Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsbandagen wird der venöse Rückfluss verbessert und der Staudruck in den Beinvenen gesenkt. Sie sollte konsequent und langfristig angewendet werden.
Pflege und lokale Behandlung
- Regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes zur Behandlung von Trockenheit und Ekzemen
- Kortikosteroid-haltige Präparate bei begleitendem Stauungsekzem (kurzfristig)
- Wundversorgung bei bestehenden Ulzerationen
Chirurgische und interventionelle Therapie
Bei ausgeprägtem Venenleiden können interventionelle oder operative Eingriffe sinnvoll sein, zum Beispiel:
- Sklerotherapie (Verödung von Krampfadern)
- Endovenöse Laserbehandlung oder Radiofrequenzablation
- Stripping-Operation bei großen Stammkrampfadern
Allgemeine Maßnahmen
- Regelmäßige körperliche Bewegung zur Aktivierung der Muskelpumpe
- Hochlagerung der Beine
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Vermeidung langen Stehens oder Sitzens ohne Bewegung
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der chronischen venösen Insuffizienz (CVI), 2020.
- Rabe E, Partsch H, Morrison N et al. - Risks and contraindications of medical compression treatment -- A critical reappraisal. An international consensus statement. Phlebology. 2020;35(7):447-460.
- Dissemond J, Protz K, Hug J et al. - Kompressionstherapie bei chronischen Wunden. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. 2016.
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