Detrusor – Blasenmuskel: Funktion und Erkrankungen
Der Detrusor ist der Blasenmuskel, der die Harnblase umgibt und durch seine Kontraktion die Entleerung der Blase ermoeglicht. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Harnkontinenz und Miktion.
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Der Detrusor ist der Blasenmuskel, der die Harnblase umgibt und durch seine Kontraktion die Entleerung der Blase ermoeglicht. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Harnkontinenz und Miktion.
Was ist der Detrusor?
Der Detrusor (lateinisch: Musculus detrusor vesicae) ist der glaette Muskel der Harnblasenwand. Er besteht aus mehreren Schichten glatter Muskelzellen, die sich spiralfoermig, laengs und ringfoermig anordnen und gemeinsam ein funktionelles Netzwerk bilden. Der Detrusor ist verantwortlich fuer die Speicherung und gezielte Entleerung des Harns.
Anatomie und Aufbau
Die Blasenwand setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Der Detrusormuskel bildet die mittlere und dickste Schicht. Er besteht aus:
- Innerer Laengsschicht: laeuft parallel zur Blasenachse
- Mittlerer Kreisschicht: umgibt ringfoermig die Blase
- Aeusserer Laengsschicht: verlaeuft erneut laengsgerichtet
Am Blasenausgang verdichtet sich der Detrusor zum sogenannten inneren Blasenschliessmuskel (Sphincter internus), der unwillkuerlich kontrolliert wird und ebenfalls zur Kontinenz beitraegt.
Funktion des Detrusors
Der Detrusor erfuellt zwei wesentliche Aufgaben im Rahmen der Miktion (Wasserlassen):
- Speicherphase: Waehrend sich die Blase mit Urin fuellt, bleibt der Detrusor entspannt und dehnbar. Dadurch steigt der intravesikale Druck nur wenig an, was eine grosse Speicherkapazitaet ermoeglichst.
- Entleerungsphase: Auf Nervenreize hin kontrahiert der Detrusor, der Blasendruck steigt, und der Urin wird durch die Harnroehre ausgepresst.
Die Steuerung erfolgt ueber das autonome Nervensystem: Parasympathische Nervenfasern (ueber den Nervus pelvicus) stimulieren die Kontraktion des Detrusors, sympathische Fasern hemmen ihn und foerdern die Relaxation waehrend der Fuellungsphase.
Haeufige Erkrankungen des Detrusors
Detrusor-Ueberaktivitaet (OAB)
Bei der ueberaktiven Blase (Overactive Bladder, OAB) kontrahiert der Detrusor unkontrolliert und vorzeitig. Betroffene leiden unter haeufigem Harndrang, Dranginkontinenz und Nykturie (Wasserlassen in der Nacht). Die Ursachen koennen neurologisch (z.B. nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose) oder idiopathisch sein.
Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie
Bei dieser Stoerung kontrahieren Detrusor und Sphinkter gleichzeitig, anstatt koordiniert zu arbeiten. Dies fuehrt zu einer gestoeorten Blasenentleerung und erhoehtem Restharn. Haeufige Ursache sind Rueckenmarksverletzungen oder neurologische Erkrankungen.
Detrusorhypoaktivitaet
Bei einer hypoaktiven Blase ist die Kontraktionskraft des Detrusors vermindert, was zu unvollstaendiger Blasenentleerung, Restharn und chronischen Harnwegsinfektionen fuehren kann. Dies tritt haeufig bei aelteren Menschen oder bei diabetischer Neuropathie auf.
Diagnose
Zur Beurteilung der Detrusorfunktion stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfuegung:
- Urodynamik: Misst Blasendruck, Blasenkapazitaet und Detrusorverhalten waehrend Fuellung und Entleerung
- Zystometrie: Teiluntersuchung der Urodynamik, bewertet speziell die Fuellungsphase
- Uroflowmetrie: Misst den Harnfluss und gibt Hinweise auf Entleerungsstoerungen
- Rueckstandsurinmessung (Restharnbestimmung): Ultraschallbasierte Messung nach der Miktion
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung:
- Anticholinergika / Antimuskarinika (z.B. Oxybutynin, Solifenacin): Hemmen die Detrusorkontraktion bei Ueberaktivitaet
- Beta-3-Agonisten (z.B. Mirabegron): Entspannen den Detrusor in der Speicherphase
- Botulinumtoxin-Injektion: Direkte Injektion in den Detrusor bei therapieresistenter Ueberaktivitaet
- Sakrale Neuromodulation: Elektrische Stimulation der Sakralnerven zur Regulierung der Blasenfunktion
- Blasentraining und Beckenbodenphysiotherapie: Konservative Massnahmen zur Verbesserung der Harnkontinenz
Quellen
- Abrams P. et al. - The standardisation of terminology of lower urinary tract function: report from the Standardisation Sub-committee of the International Continence Society. Neurourology and Urodynamics, 2002.
- Wein AJ, Kavoussi LR et al. - Campbell-Walsh Urology. 11th Edition. Elsevier, 2016.
- Deutsche Gesellschaft fuer Urologie (DGU) - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der ueberaktiven Blase. AWMF-Registernummer 043-047, 2019.
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