Diagnostische Laparoskopie – Ablauf & Indikationen
Die diagnostische Laparoskopie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Untersuchung der Bauchorgane mithilfe einer kleinen Kamera. Sie hilft Ärzten, unklare Bauchbeschwerden sicher abzuklären.
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Die diagnostische Laparoskopie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Untersuchung der Bauchorgane mithilfe einer kleinen Kamera. Sie hilft Ärzten, unklare Bauchbeschwerden sicher abzuklären.
Was ist eine diagnostische Laparoskopie?
Die diagnostische Laparoskopie ist ein minimal-invasives chirurgisches Verfahren, bei dem ein Chirurg das Innere des Bauchraums und des Beckens mithilfe eines dünnen, kamerabestückten Instruments – dem sogenannten Laparoskop – direkt betrachtet. Das Laparoskop wird durch einen kleinen Schnitt (ca. 5–10 mm) in der Bauchdecke eingeführt. Dieses Verfahren ermöglicht es, Organe wie Leber, Gallenblase, Darm, Gebärmutter, Eierstöcke und Blinddarm zu beurteilen, ohne einen großen Bauchschnitt vornehmen zu müssen.
Wann wird eine diagnostische Laparoskopie durchgeführt?
Die diagnostische Laparoskopie kommt zum Einsatz, wenn andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT keine eindeutige Diagnose liefern konnten. Typische Indikationen sind:
- Chronische oder akute Bauchschmerzen unklarer Ursache
- Verdacht auf Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
- Abklärung von Unfruchtbarkeit (Infertilität)
- Verdacht auf eine Ektopische Schwangerschaft (Eileiterschwangerschaft)
- Beurteilung von Tumoren oder Zysten im Bauchraum
- Staging (Stadieneinteilung) von Krebserkrankungen, z. B. bei Bauchspeicheldrüsen- oder Magenkrebs
- Abklärung von Verletzungen nach einem Bauchtrauma
Wie läuft das Verfahren ab?
Vorbereitung
Die Untersuchung wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Patient muss vorher nüchtern sein (üblicherweise mindestens 6 Stunden ohne Nahrung und Flüssigkeit). Eine ausführliche Aufklärung durch den Arzt sowie ein präoperatives Gespräch sind obligatorisch.
Durchführung
Zunächst wird der Bauchraum mit Kohlendioxidgas (CO₂) aufgebläht (Pneumoperitoneum), um ausreichend Platz für die Betrachtung der Organe zu schaffen. Anschließend wird das Laparoskop durch einen kleinen Schnitt nahe dem Nabel eingeführt. Bei Bedarf können ein oder zwei weitere kleine Schnitte für Zusatzinstrumente gesetzt werden, um Gewebe zu tasten, zu bewegen oder Biopsien (Gewebeproben) zu entnehmen. Die Dauer des Eingriffs beträgt je nach Fragestellung zwischen 20 und 60 Minuten.
Nachsorge
Nach dem Eingriff erholt sich der Patient für einige Stunden im Aufwachraum. Leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl im Bauch- und Schulterbereich (durch das CO₂-Gas) sind normal und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Die meisten Patienten können das Krankenhaus noch am selben Tag oder am nächsten Tag verlassen.
Vorteile gegenüber offener Chirurgie
- Deutlich kleinere Schnitte und damit weniger Narbenbildung
- Geringeres Infektionsrisiko
- Kürzerer Krankenhausaufenthalt
- Schnellere Erholung und Rückkehr zum Alltag
- Weniger postoperative Schmerzen
Risiken und mögliche Komplikationen
Die diagnostische Laparoskopie gilt als sicheres Verfahren, birgt jedoch wie jeder chirurgische Eingriff gewisse Risiken:
- Blutungen aus verletzten Blutgefäßen
- Verletzungen benachbarter Organe (z. B. Darm, Blase)
- Infektionen der Wunden oder des Bauchraums
- Reaktionen auf die Vollnarkose
- Thrombose oder Lungenembolie (selten)
- In seltenen Fällen Umstieg auf offene Chirurgie notwendig
Diagnostische vs. operative Laparoskopie
Die diagnostische Laparoskopie dient ausschließlich der Befunderhebung. Werden dabei behandlungsbedürftige Befunde entdeckt, kann der Eingriff in vielen Fällen direkt in eine therapeutische (operative) Laparoskopie umgewandelt werden – beispielsweise zur Entfernung von Endometrioseherden, Zysten oder dem Blinddarm.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Diagnostik und Therapie der Endometriose (2020). Verfügbar unter: www.awmf.org
- Cuschieri A. et al. – Minimal Access Surgery: Principles and Practice. Chapman & Hall Medical, London.
- Sauerland S. et al. – Laparoscopy for abdominal emergencies: evidence-based guidelines of the European Association for Endoscopic Surgery. Surgical Endoscopy, 2006; 20(1): 14–29.
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