Diazepam: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Diazepam ist ein Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird bei Angststörungen, Muskelverspannungen, Krampfanfällen und als Narkosemittel eingesetzt.
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Diazepam ist ein Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird bei Angststörungen, Muskelverspannungen, Krampfanfällen und als Narkosemittel eingesetzt.
Was ist Diazepam?
Diazepam ist ein Arzneimittel aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine und gehört zu den meistverordneten Beruhigungs- und Schlafmitteln weltweit. Es wirkt dämpfend auf das Zentralnervensystem und wird seit den 1960er Jahren in der Medizin eingesetzt. In Deutschland ist Diazepam verschreibungspflichtig und unterliegt dem Betäubungsmittelrecht, da es ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzt.
Anwendungsgebiete
Diazepam wird bei einer Reihe von medizinischen Indikationen eingesetzt:
- Angststörungen und akute Angstzustände
- Muskelverspannungen und Muskelkrämpfe zentralnervösen Ursprungs
- Epileptische Anfälle und Status epilepticus
- Alkoholentzugssyndrom zur Vermeidung von Entzugskrämpfen
- Prämedikation vor operativen Eingriffen
- Kurzzeitige Behandlung von schwerem, belastendem Schlaflosigkeit
- Unterstützend bei Tetanus-Behandlung
Wirkmechanismus
Diazepam entfaltet seine Wirkung durch Bindung an den sogenannten GABA-A-Rezeptor im Gehirn. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Botenstoff im zentralen Nervensystem. Diazepam verstärkt die Wirkung von GABA, indem es die Häufigkeit der Öffnung der Chloridionenkanäle erhöht. Dies führt zu einer verstärkten Hemmung der Nervenzellen und damit zu folgenden Effekten:
- Anxiolytisch (angstlösend)
- Sedierend (beruhigend und schlaffördernd)
- Muskelrelaxierend (muskelentspannend)
- Antikonvulsiv (krampflösend)
- Amnestisch (gedächtnisdämpfend)
Dosierung und Anwendung
Diazepam ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tabletten, Tropfen, Injektionslösung und Rektiolen (Zäpfchen zur rektalen Anwendung, z. B. bei Fieberkrämpfen bei Kindern). Die Dosierung richtet sich nach Indikation, Alter und Körpergewicht und sollte stets individuell vom Arzt festgelegt werden.
Typische Erwachsenendosierungen liegen bei 2 bis 10 mg pro Einzeldosis, wobei die Tagesdosis je nach Anwendungsgebiet variiert. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich gehalten werden, in der Regel nicht länger als 2 bis 4 Wochen, um eine Abhängigkeit zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen von Diazepam umfassen:
- Müdigkeit und Benommenheit
- Schwindel und Koordinationsstörungen
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Muskelschwäche
- Paradoxe Reaktionen (besonders bei älteren Patienten): Unruhe, Erregung, Aggressivität
- Atemdepression bei hohen Dosen
- Entwicklung von Toleranz und körperlicher sowie psychischer Abhängigkeit
Wechselwirkungen
Diazepam kann mit zahlreichen anderen Substanzen interagieren. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von:
- Anderen zentral dämpfenden Mitteln (z. B. Alkohol, Opioide, Schlafmittel): verstärkte Sedierung und Atemdepression
- CYP3A4-Inhibitoren (z. B. bestimmte Antimykotika, Makrolidantibiotika): erhöhte Diazepamkonzentration im Blut
- Rifampicin oder Phenytoin: beschleunigter Abbau von Diazepam, verminderte Wirkung
Kontraindikationen
Diazepam darf nicht eingenommen werden bei:
- Myasthenia gravis (Muskelerkrankung)
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Schlafapnoe-Syndrom
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Benzodiazepinen
- Schwangerschaft (insbesondere im ersten Trimester) und Stillzeit
Abhängigkeit und Absetzen
Bei längerer Einnahme kann sich eine physische und psychische Abhängigkeit entwickeln. Ein abruptes Absetzen kann zu ernsthaften Entzugssymptomen führen, darunter Angst, Zittern, Schlaflosigkeit und in schweren Fällen Krampfanfälle. Daher muss Diazepam stets langsam und schrittweise unter ärztlicher Aufsicht abgesetzt werden.
Quellen
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm -- ratiopharm GmbH, aktueller Stand gemäß Zulassung.
- Lüllmann H., Mohr K., Hein L.: Pharmakologie und Toxikologie, 18. Auflage, Thieme Verlag, 2016.
- World Health Organization (WHO): Model List of Essential Medicines, 23rd Edition, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
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