Dihydroxyaceton (DHA) – Wirkung & Anwendung
Dihydroxyaceton (DHA) ist eine einfache Zuckerverbindung, die als Wirkstoff in Selbstbräunungsprodukten eingesetzt wird und die Haut ohne Sonneneinstrahlung bräunt.
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Dihydroxyaceton (DHA) ist eine einfache Zuckerverbindung, die als Wirkstoff in Selbstbräunungsprodukten eingesetzt wird und die Haut ohne Sonneneinstrahlung bräunt.
Was ist Dihydroxyaceton?
Dihydroxyaceton (kurz: DHA) ist eine einfache organische Verbindung aus der Gruppe der Zucker (Triosen). Es handelt sich um ein farbloses, wasserlösliches Pulver, das in der Natur als Zwischenprodukt im Stoffwechsel von Kohlenhydraten vorkommt. Im menschlichen Körper entsteht DHA unter anderem beim Abbau von Glukose (Glykolyse). In der kosmetischen Industrie ist Dihydroxyaceton vor allem als Wirkstoff in Selbstbräunungsprodukten bekannt und gilt dort als Goldstandard.
Chemische Eigenschaften
Dihydroxyaceton hat die chemische Formel C3H6O3 und gehört zu den einfachsten Zuckermolekülen (Triosen). Es liegt in seiner reinen Form als weißes kristallines Pulver vor und ist gut in Wasser und Alkohol löslich. In Lösung liegt DHA überwiegend als Dimer vor, das heißt, zwei DHA-Moleküle verbinden sich miteinander.
Wirkmechanismus in der Kosmetik
Die bräunende Wirkung von DHA auf die Haut beruht auf der sogenannten Maillard-Reaktion (auch als nicht-enzymatische Bräunungsreaktion bekannt). Dabei reagiert DHA mit freien Aminogruppen in den Proteinen der obersten Hautschicht, der Hornschicht (Stratum corneum). Diese chemische Reaktion führt zur Bildung brauner Pigmente, sogenannter Melanoidine, die der Haut einen bräunlichen Farbton verleihen.
- Die Färbung betrifft ausschließlich die abgestorbenen Hautzellen der Hornschicht.
- Die Bräune setzt nach etwa 2 bis 6 Stunden ein und erreicht ihr Maximum nach 24 bis 72 Stunden.
- Da die Hornschicht sich kontinuierlich erneuert, hält die Bräune in der Regel 5 bis 10 Tage an.
- DHA bietet keinen oder nur einen sehr geringen UV-Schutz (LSF unter 2) und ersetzt keinen Sonnenschutz.
Medizinische und therapeutische Anwendung
Neben der kosmetischen Verwendung wird Dihydroxyaceton auch in der Medizin eingesetzt, insbesondere bei Erkrankungen, die mit einer gestörten Pigmentierung der Haut einhergehen:
- Vitiligo: Bei dieser Erkrankung fehlt das Hautpigment Melanin in bestimmten Hautarealen. DHA-haltige Produkte können helfen, die betroffenen Stellen optisch anzugleichen.
- Albinismus: Auch hier kann DHA zur kosmetischen Angleichung der Hautfarbe eingesetzt werden.
- Narben und Hypopigmentierungen: DHA kann helfen, helle Narben oder unpigmentierte Hautstellen optisch zu kaschieren.
Anwendung und Sicherheit
DHA ist von der EU-Kommission und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als sicherer kosmetischer Wirkstoff zugelassen. Es gilt als gut verträglich und löst selten Hautirritationen aus. Dennoch sind einige Punkte zu beachten:
- DHA sollte nicht auf Schleimhäuten, in der Nähe der Augen, des Mundes oder der Nase aufgetragen werden.
- Das Einatmen von DHA-Sprays sollte vermieden werden, da Langzeitstudien zu möglichen Auswirkungen auf die Atemwege noch ausstehen.
- Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber DHA oder anderen Inhaltsstoffen von Selbstbräunungsprodukten sollten vor der Anwendung einen Allergietest durchführen.
- Schwangere und stillende Frauen sollten die Anwendung von DHA-Sprays auf großen Körperflächen nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin abwägen.
Dihydroxyaceton im Stoffwechsel
Neben seiner kosmetischen Bedeutung spielt Dihydroxyaceton eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel. Als Dihydroxyacetonphosphat (DHAP) ist es ein zentrales Zwischenprodukt der Glykolyse und der Gluconeogenese. Es entsteht beim enzymatischen Abbau von Fruktose-1,6-bisphosphat und wird im Stoffwechsel zur Energiegewinnung oder zur Synthese von Glycerol (einem Baustein von Fetten) weiterverwendet.
Quellen
- Fesq, H. et al. (2001): Dihydroxyacetone in a new formulation -- a powerful topical and safe product for sun-independent tanning. In: International Journal of Cosmetic Science, 23(3), 155-163.
- Petersen, A. B. et al. (2004): Dihydroxyacetone, the active browning ingredient in sunless tanning lotions, induces DNA strand breaks, cell-cycle retardation and apoptosis in human skin cells. In: Mutation Research, 560(2), 173-186.
- Cosmetics Europe / EU-Kommission: Anhang IV der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 -- zugelassene Farbstoffe in kosmetischen Mitteln, Stand 2023.
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