Discus articularis – Funktion und Erkrankungen
Der Discus articularis ist eine faserknorpelige Scheibe in bestimmten Gelenken, die Druckkräfte verteilt, die Gelenkflächen schützt und die Beweglichkeit verbessert.
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Der Discus articularis ist eine faserknorpelige Scheibe in bestimmten Gelenken, die Druckkräfte verteilt, die Gelenkflächen schützt und die Beweglichkeit verbessert.
Was ist der Discus articularis?
Der Discus articularis ist eine faserknorpelige Zwischenscheibe, die in bestimmten Gelenken des menschlichen Körpers vorkommt. Er liegt zwischen den knöchernen Gelenkflächen und ist an der Gelenkkapsel befestigt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, auftretende Druckkräfte gleichmäßig zu verteilen, Stöße abzupuffern und die Kongruenz (Passgenauigkeit) der Gelenkflächen zu verbessern. Damit ist er ein wesentliches strukturelles Element für die Stabilität und Funktionsfähigkeit der betroffenen Gelenke.
Vorkommen im menschlichen Körper
Nicht jedes Gelenk besitzt einen Discus articularis. Er tritt vor allem in Gelenken auf, in denen die Gelenkflächen in ihrer Form nicht optimal aufeinander abgestimmt sind oder besonders hohe Belastungen auftreten. Zu den wichtigsten Gelenken mit einem Discus articularis gehören:
- Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis): Der Discus schützt hier das Gelenk vor Überlastung und ermöglicht die komplexen Kau- und Sprechbewegungen des Unterkiefers.
- Sternoklavikulargelenk (Articulatio sternoclavicularis): Das Gelenk zwischen Brustbein und Schlüsselbein; der Discus verbessert hier die Gelenkpassform und nimmt Stoßbelastungen auf.
- Distales Radioulnargelenk (Articulatio radioulnaris distalis): Im Handgelenksbereich trägt der Discus zur Kraftübertragung und Stoßdämpfung zwischen Elle und Speiche bei.
- Kniegelenk (Articulatio genus): Hier werden die Zwischenscheiben als Menisci bezeichnet, die funktionell dem Discus articularis entsprechen und die Stabilität sowie Druckverteilung im Knie gewährleisten.
Aufbau und Struktur
Der Discus articularis besteht überwiegend aus Faserknorpel (Fibrocartilago), der sowohl kollagene Fasern als auch eine Grundsubstanz aus Proteoglykanen enthält. Diese Zusammensetzung verleiht ihm eine hohe Druck- und Zugfestigkeit. In der Regel ist er mit der Gelenkkapsel verwachsen und teilt den Gelenkspalt in zwei Kammern, was als bikammerale Gelenkstruktur bezeichnet wird. Dadurch können in jeder Kammer unterschiedliche Bewegungen stattfinden, was die funktionelle Vielseitigkeit des Gelenks erhöht.
Funktion des Discus articularis
Die zentralen Funktionen des Discus articularis lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Druckverteilung: Er verteilt Belastungskräfte gleichmäßig auf die Gelenkflächen und verhindert so lokale Überlastungen.
- Stoßdämpfung: Er absorbiert mechanische Stoßkräfte und schützt den subchondralen Knochen (den Knochen unterhalb des Gelenkknorpels).
- Kongruenzverbesserung: Er gleicht Formunterschiede zwischen den Gelenkflächen aus und verbessert so die Passgenauigkeit des Gelenks.
- Erweiterung des Bewegungsumfangs: Durch die bikamerale Unterteilung des Gelenkspalts ermöglicht er komplexere und vielgestaltigere Gelenkbewegungen.
- Stabilisierung: Er trägt zur mechanischen Stabilisierung des Gelenks bei, insbesondere unter Belastung.
Häufige Erkrankungen und Verletzungen
Da der Discus articularis mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, kann er durch Verschleiß, Verletzungen oder Fehlfunktionen geschädigt werden. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- Discusverlagerung (Discusdislokation): Besonders häufig im Kiefergelenk. Dabei verlagert sich die Knorpelscheibe aus ihrer normalen Position, was zu Knackgeräuschen, Schmerzen und eingeschränkter Mundöffnung führen kann.
- Discusperforation: Ein Einriss oder Durchbruch des Discus, oft als Folge von chronischer Überlastung oder Entzündung.
- Arthrose (Osteoarthrose): Degenerativer Verschleiß des Discus und der angrenzenden Knorpelflächen, häufig im Kiefer- oder Handgelenkbereich.
- Traumatische Läsionen: Verletzungen durch Unfälle oder starke mechanische Einwirkungen können zu Rissen oder vollständigem Abriss des Discus führen.
Diagnose
Zur Beurteilung des Discus articularis stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Klinische Untersuchung: Palpation (Abtasten) des Gelenks, Beurteilung von Bewegungsumfang, Schmerzprovokation und Gelenkgeräuschen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT gilt als Goldstandard zur Beurteilung von Weichteilstrukturen wie dem Discus articularis. Es ermöglicht die genaue Darstellung von Lage, Form und Integrität des Discus.
- Arthroskopie: Eine minimalinvasive Gelenkspiegelung, die sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt werden kann.
- Sonographie (Ultraschall): In einigen Gelenken, z.B. dem Kiefer- oder Schultergelenk, kann Ultraschall ergänzende Informationen liefern.
Behandlung
Die Therapie von Discusschäden richtet sich nach der Ursache, dem Ausmaß der Schädigung und dem betroffenen Gelenk. Mögliche Behandlungsansätze umfassen:
- Konservative Therapie: Physiotherapie, Schienen (z.B. Aufbissschienen beim Kiefergelenk), physikalische Therapie, entzündungshemmende Medikamente (z.B. NSAR) sowie Verhaltensmodifikation zur Entlastung des Gelenks.
- Minimal-invasive Eingriffe: Arthroskopische Therapie zur Reposition (Rückverlagerung) des Discus oder zur Lösung von Verwachsungen.
- Operative Therapie: Bei schwerwiegenden Schäden kann ein chirurgischer Eingriff zur Rekonstruktion oder zum Ersatz des Discus notwendig sein.
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.W. (2018). Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Springer Medizin Verlag, Berlin.
- Netter, F.H. (2019). Atlas der Anatomie des Menschen. 7. Auflage. Elsevier, München.
- Okeson, J.P. (2013). Management of Temporomandibular Disorders and Occlusion. 7th edition. Elsevier Mosby, St. Louis.
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