Ductuli prostatici – Ausführungsgänge der Prostata
Die Ductuli prostatici sind kleine Ausführungsgänge der Prostata, die das Prostatasekret in die Harnröhre leiten und eine wichtige Rolle bei der Spermaflüssigkeit spielen.
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Die Ductuli prostatici sind kleine Ausführungsgänge der Prostata, die das Prostatasekret in die Harnröhre leiten und eine wichtige Rolle bei der Spermaflüssigkeit spielen.
Definition und Anatomie
Die Ductuli prostatici (Einzahl: Ductulus prostaticus) sind die kleinen Ausführungsgänge der Prostatadrüse (Vorsteherdrüse) des Mannes. Die Prostata besteht aus zahlreichen tubuloalveolären Drüsen, deren Sekret über diese feinen Kanälchen in die Harnröhre (Urethra) abgegeben wird. Die Mündungen der Ductuli prostatici befinden sich überwiegend beidseitig des Colliculus seminalis (Samenhügel) in der prostatischen Harnröhre (Pars prostatica urethrae). Die Gesamtzahl der Ausführungsgänge wird auf etwa 15 bis 30 geschätzt.
Funktion
Die Hauptaufgabe der Ductuli prostatici besteht darin, das von den Drüsenzellen der Prostata produzierte Sekret gezielt in die Harnröhre zu transportieren. Dieses Prostatasekret macht etwa 20 bis 30 Prozent des Ejakulatvolumens aus und enthält wichtige Bestandteile wie:
- Prostataspezifisches Antigen (PSA): ein Enzym, das zur Verflüssigung des Spermas beiträgt
- Zitronensäure: schafft ein optimales Milieu für Spermien
- Zink: wirkt antimikrobiell und stabilisiert die Spermien-DNA
- Saure Phosphatase: ein weiteres Enzym mit Bedeutung für die Spermienreifung
Die Ductuli prostatici gewährleisten also die regelrechte Einmündung des Prostatasekrets in den Samenleiter und tragen so wesentlich zur Fruchtbarkeit des Mannes bei.
Histologischer Aufbau
Die Ausführungsgänge sind von einem zweischichtigen Epithel ausgekleidet, das aus luminalen (sekretorischen) Zellen und basalen Zellen besteht. Die luminalen Zellen sind zylindrisch bis kubisch geformt und exprimieren charakteristische Marker wie den Androgenrezeptor sowie PSA. Die Basalzellen bilden eine Reserveschicht und sind an der Regeneration des Gewebes beteiligt. Zwischen den beiden Zellschichten finden sich vereinzelt neuroendokrine Zellen, die regulatorische Peptide produzieren.
Klinische Bedeutung
Prostatitis
Bei einer Prostatitis (Entzündung der Prostata) kann es zu einer Obstruktion oder Entzündung der Ductuli prostatici kommen. Verstopfte Ausführungsgänge können zur Stauung des Prostatasekrets und zur Entstehung von Prostatasteinen (Prostatakonkrementen) beitragen. Typische Beschwerden sind Schmerzen im Beckenbereich, Brennen beim Wasserlassen und eingeschränkte Harnströmung.
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Im Rahmen einer benignen Prostatahyperplasie kann das vergrößerte Drüsengewebe die Ductuli prostatici komprimieren und deren Abfluss behindern. Dies kann zu Harnentleerungsstörungen führen und das Risiko von Infektionen oder Steinbildung erhöhen.
Prostatakarzinom
Das Prostatakarzinom entsteht in der Mehrzahl der Fälle im Bereich der Drüsenazini und Ductuli prostatici, insbesondere in der peripheren Zone der Prostata. Veränderungen im Epithel der Ausführungsgänge, wie die prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN), gelten als mögliche Vorstufen eines Karzinoms. Eine frühzeitige Diagnose über PSA-Bestimmung und Biopsie ist entscheidend.
Retrograde Ejakulation und Fertilität
Funktionsstörungen der Ductuli prostatici oder ihrer Mündungsregion können die Zusammensetzung des Ejakulats beeinflussen und zur männlichen Subfertilität beitragen. In solchen Fällen kann eine urologische Abklärung notwendig sein.
Diagnostik
Die Ductuli prostatici selbst sind aufgrund ihrer geringen Größe in der Bildgebung (z. B. transrektaler Ultraschall oder MRT) nur indirekt darstellbar. Ihre Funktion wird klinisch vor allem über die Analyse des Prostatasekrets und des Ejakulats sowie über den PSA-Wert im Blut beurteilt. Eine direkte histologische Beurteilung erfolgt im Rahmen einer Prostatabiopsie.
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.W. (2007). Anatomie. 10. Auflage. Steinkopff Verlag, Darmstadt.
- McNeal, J.E. (1988). Normal histology of the prostate. American Journal of Surgical Pathology, 12(8), 619-633. PubMed PMID: 3400356.
- World Health Organization (WHO) (2021). WHO Laboratory Manual for the Examination and Processing of Human Semen. 6th Edition. WHO Press, Geneva.
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