Duokopfprothese – Definition, Anwendung & Risiken
Die Duokopfprothese ist ein Hüftimplantat mit doppeltem Gelenkkopf, das vor allem bei Oberschenkelhalsfrakturen eingesetzt wird. Sie ersetzt den natürlichen Hüftkopf und ermöglicht rasche Mobilisation.
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Die Duokopfprothese ist ein Hüftimplantat mit doppeltem Gelenkkopf, das vor allem bei Oberschenkelhalsfrakturen eingesetzt wird. Sie ersetzt den natürlichen Hüftkopf und ermöglicht rasche Mobilisation.
Was ist eine Duokopfprothese?
Die Duokopfprothese (auch Duokopfendoprothese) ist eine spezielle Form der Hüftendoprothese. Sie besteht aus einem Schaft, der in den Oberschenkelknochen eingebracht wird, und einem doppelt aufgebauten Gelenkkopf. Dieser Doppelkopf enthält einen inneren Metallkopf sowie eine äußere Polyethylenschale, die sich beide unabhängig voneinander bewegen können. Dabei artikuliert der äußere Kopf direkt mit der körpereigenen Hüftpfanne (Acetabulum), ohne dass diese operativ ersetzt werden muss.
Wann wird eine Duokopfprothese eingesetzt?
Die Duokopfprothese wird vor allem bei folgenden Indikationen verwendet:
- Mediale Schenkelhalsfraktur: Knochenbruch des Oberschenkelhalses nahe dem Hüftkopf, häufig bei älteren Patientinnen und Patienten nach einem Sturz
- Stark eingeschränkte körperliche Aktivität und geringere Lebenserwartung, bei denen ein vollständiger Hüftgelenkersatz (Totalendoprothese) nicht notwendig ist
- Osteoporose-bedingte Frakturen, bei denen eine Versorgung mit Osteosynthese (Schrauben, Nägel) nicht ausreichend stabil wäre
Im Gegensatz zur Totalendoprothese (TEP), bei der auch die Hüftpfanne ersetzt wird, bleibt bei der Duokopfprothese die natürliche Pfanne erhalten. Dies verkürzt die Operationszeit und reduziert das operative Trauma.
Aufbau und Wirkmechanismus
Der charakteristische Doppelkopfaufbau der Duokopfprothese ermöglicht zwei Bewegungsebenen:
- Innere Artikulation: Der Metallkopf dreht sich in der Polyethylenschale – dies reduziert die Reibung und schützt die natürliche Hüftpfanne.
- Äußere Artikulation: Der gesamte Doppelkopf bewegt sich in der körpereigenen Hüftpfanne.
Durch diese Doppelbeweglichkeit werden Belastungsspitzen im Gelenk verringert und die Hüftpfanne geschont.
Verankerung des Implantats
Der Prothesenschaft kann auf zwei Arten verankert werden:
- Zementiert: Mit speziellem Knochenzement (Polymethylmethacrylat) fixiert – bevorzugt bei älteren Patientinnen und Patienten mit schlechter Knochenqualität
- Unzementiert: Durch Einwachsen des Knochens in eine spezielle poröse Oberfläche – eher bei jüngeren Personen mit guter Knochensubstanz
Vorteile der Duokopfprothese
- Kürzere Operationsdauer im Vergleich zur TEP
- Geringeres Operationstrauma durch Erhalt der natürlichen Hüftpfanne
- Rasche Mobilisation nach der Operation möglich
- Geeignet für ältere und multimorbide Patientinnen und Patienten
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff und jedem Implantat können Komplikationen auftreten:
- Prothesenlockerung: Langfristig kann der Schaft im Knochen locker werden
- Hüftluxation: Herausspringen des Gelenkkopfes aus der Pfanne
- Pfannenprotrusio: Einwandern des äußeren Kopfes in die Hüftpfanne über die Jahre, besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten
- Infektion: Periprothetische Infektion als schwerwiegende Komplikation
- Thrombose und Lungenembolie: Risiko durch Immobilität perioperativ
Rehabilitation nach der Operation
Die Rehabilitation beginnt in der Regel bereits am ersten postoperativen Tag mit physiotherapeutischer Beübung. Ziel ist eine rasche Wiederherstellung der Gehfähigkeit. Gangschulung, Kräftigungsübungen und die Vermittlung von Schutzhaltungen sind zentrale Bestandteile der Nachbehandlung. Die vollständige Belastung des operierten Beins ist häufig schon kurz nach dem Eingriff möglich.
Abgrenzung zur Totalendoprothese
Bei jüngeren, aktiveren Patientinnen und Patienten oder bei bestehender Hüftarthrose wird in der Regel eine Totalendoprothese bevorzugt, da hierbei auch die Pfanne ersetzt wird und eine längere Standzeit des Implantats erwartet werden kann. Die Duokopfprothese ist vor allem für ältere, weniger aktive Personen konzipiert, bei denen eine möglichst kurze und schonende Operation im Vordergrund steht.
Quellen
- Bonnaire F, Lein T, Bula P. Schenkelhalsfrakturen des Erwachsenen: Klassifikation, Biomechanik und therapeutische Optionen. Unfallchirurg. 2011;114(6):491-500.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). S2e-Leitlinie: Schenkelhalsfraktur des Erwachsenen. AWMF-Registernummer 012-001. Berlin: AWMF; 2015.
- Breusch SJ, Malchau H (Hrsg.). The Well-Cemented Total Hip Arthroplasty. Heidelberg: Springer; 2005.
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