Dysgnathie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Dysgnathie bezeichnet eine Fehlstellung der Kiefer oder des Bisses. Sie kann Kauen, Sprechen und das Erscheinungsbild beeinflussen und wird kieferorthopädisch oder chirurgisch behandelt.
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Dysgnathie bezeichnet eine Fehlstellung der Kiefer oder des Bisses. Sie kann Kauen, Sprechen und das Erscheinungsbild beeinflussen und wird kieferorthopädisch oder chirurgisch behandelt.
Was ist eine Dysgnathie?
Der Begriff Dysgnathie (von griechisch dys = schlecht, gnathos = Kiefer) bezeichnet eine Fehlstellung oder Fehlfunktion der Kiefer, des Gebisses oder des Bisses. Dabei stimmt die räumliche Lage des Ober- und Unterkiefers nicht überein, sodass die Zähne beim Zusammenbeißen nicht korrekt aufeinandertreffen. Dysgnathien können sowohl das Aussehen als auch die Funktion des Kauapparats erheblich beeinträchtigen.
Formen der Dysgnathie
Dysgnathien werden nach der Lage der Kiefer und der Art der Bissabweichung eingeteilt:
- Progenie (Progenie mandibularis): Der Unterkiefer steht zu weit vor (Vorbisskiefer, auch als Unterbeißer bezeichnet).
- Retrognathie: Ein Kiefer – meist der Unterkiefer – ist zu weit zurückverlagert (Rückbiss).
- Prognathie: Der Oberkiefer steht zu weit vor (Vorbisskiefer).
- Offener Biss: Zwischen Ober- und Unterkiefer besteht im geschlossenen Zustand eine Lücke, sodass die Frontzähne nicht aufeinandertreffen.
- Tiefer Biss (Deckbiss): Die oberen Frontzähne überdecken die unteren Frontzähne zu stark.
- Kreuzbiss: Einzelne oder mehrere Zähne des Oberkiefers stehen innerhalb der Unterkieferzähne.
Ursachen
Die Entstehung einer Dysgnathie ist meist multifaktoriell, das heißt, mehrere Ursachen wirken zusammen:
- Genetische Faktoren: Fehlstellungen können vererbt werden, z. B. ein zu kleiner oder zu großer Kiefer.
- Wachstumsstörungen: Ungleichmäßiges Wachstum von Ober- und Unterkiefer in der Kindheit oder Jugend.
- Habits (Gewohnheiten): Langfristiges Daumenlutschen, Schnullergebrauch oder Mundatmung kann die Kieferentwicklung beeinflussen.
- Traumata: Kieferverletzungen können zu Fehlstellungen führen.
- Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Akromegalie (Wachstumshormonüberschuss) oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten können Dysgnathien verursachen.
Symptome
Die Beschwerden bei einer Dysgnathie sind vielfältig und hängen vom Schweregrad der Fehlstellung ab:
- Eingeschränkte Kaufunktion und Schwierigkeiten beim Zerkleinern von Speisen
- Sprachprobleme, z. B. Lispeln
- Kiefergelenksschmerzen (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD)
- Kopf- und Nackenschmerzen
- Ästhetische Beeinträchtigungen des Gesichtsprofils
- Erhöhter Abrieb (Attrition) der Zähne
- Schwierigkeiten beim Mundöffnen oder -schließen
Diagnose
Die Diagnose einer Dysgnathie erfolgt durch eine umfassende Untersuchung:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung des Gesichtsprofils, der Zahnstellung und der Bisslage durch Zahnarzt oder Kieferorthopäde.
- Röntgendiagnostik: Fernröntgenseitenaufnahme (FRS) und Orthopantomogramm (OPG) zur genauen Analyse der Kieferstruktur.
- Modellanalyse: Abformungen der Zahnreihen zur dreidimensionalen Auswertung.
- Digitale Planung: Heutzutage kommen auch 3D-Bildgebungsverfahren (DVT) und digitale Simulationen zum Einsatz.
- Funktionsanalyse: Untersuchung der Kiefergelenksfunktion bei Verdacht auf CMD.
Behandlung
Die Therapie einer Dysgnathie richtet sich nach Art und Schweregrad der Fehlstellung sowie dem Alter des Patienten:
Kieferorthopädische Behandlung
Bei Kindern und Jugendlichen können herausnehmbare oder festsitzende Zahnspangen (z. B. Brackets, Aligner) sowie funktionskieferorthopädische Geräte die Kieferentwicklung lenken und Fehlstellungen korrigieren. Im Wachstumsalter sind die Erfolgsaussichten besonders gut.
Kieferchirurgische Behandlung (Umstellungsosteotomie)
Bei ausgewachsenen Patienten mit schwerwiegender Dysgnathie ist häufig eine operative Korrektur notwendig. Dabei wird der Ober- oder Unterkiefer (oder beide) chirurgisch in die korrekte Position gebracht und mit Titanimplantaten fixiert. Dieser Eingriff wird als Umstellungsosteotomie bezeichnet und erfolgt meist in Kombination mit einer kieferorthopädischen Vor- und Nachbehandlung.
Kombinierte Therapie
In vielen Fällen ist eine Kombination aus Kieferorthopädie und Kieferchirurgie die wirksamste Behandlungsmethode. Die kieferorthopädische Vorbereitung dauert in der Regel 12 bis 18 Monate, gefolgt vom chirurgischen Eingriff und einer anschließenden kieferorthopädischen Feineinstellung.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO): Leitlinien zur kieferorthopädischen Behandlung von Dysgnathien. www.dgkfo.de
- Proffit WR, Fields HW, Sarver DM: Contemporary Orthodontics. 6. Auflage. Elsevier, 2018.
- Arnett GW, McLaughlin RP: Facial and Dental Planning for Orthodontists and Oral Surgeons. Mosby, 2004.
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