Dyskinesie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Dyskinesie bezeichnet unwillkürliche, unkontrollierte Bewegungen, die durch Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden können. Sie betreffen häufig Gesicht, Arme oder Rumpf.
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Dyskinesie bezeichnet unwillkürliche, unkontrollierte Bewegungen, die durch Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden können. Sie betreffen häufig Gesicht, Arme oder Rumpf.
Was ist eine Dyskinesie?
Der Begriff Dyskinesie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie fehlerhafte oder gestörte Bewegung. Es handelt sich um unwillkürliche, unkontrollierte Bewegungen, die nicht absichtlich ausgeführt werden und die der betroffenen Person oft nicht vollständig bewusst sind. Diese Bewegungen können verschiedene Körperteile betreffen, darunter Gesicht, Zunge, Lippen, Arme, Beine oder den Rumpf. Dyskinesien sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das im Rahmen verschiedener neurologischer Erkrankungen oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten kann.
Ursachen
Dyskinesien können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Die häufigsten Ursachen lassen sich in folgende Kategorien einteilen:
- Medikamenteninduzierte Dyskinesie: Besonders häufig treten Dyskinesien als Nebenwirkung von Medikamenten auf, die den Dopaminhaushalt im Gehirn beeinflussen. Dazu zählen vor allem Neuroleptika (Antipsychotika) sowie Levodopa, ein wichtiges Parkinson-Medikament.
- Parkinson-Erkrankung: Bei Parkinson-Patienten können Dyskinesien sowohl als Krankheitssymptom als auch als Folge der Langzeitbehandlung mit Levodopa auftreten.
- Tardive Dyskinesie: Eine spezifische Form, die durch die Langzeiteinnahme von Antipsychotika oder anderen dopaminblockierenden Medikamenten entsteht und sich vor allem in unwillkürlichen Bewegungen im Gesichtsbereich äußert.
- Huntington-Erkrankung: Eine genetisch bedingte neurodegenerative Erkrankung, die typischerweise mit ausgeprägten Dyskinesien (sogenannten Chorea-Bewegungen) einhergeht.
- Zerebralparese: Eine Hirnschädigung, die häufig vor oder während der Geburt entsteht und unter anderem dyskinetische Bewegungsstörungen verursachen kann.
- Stoffwechselerkrankungen und andere neurologische Erkrankungen können in selteneren Fällen ebenfalls Dyskinesien auslösen.
Symptome
Die Erscheinungsformen von Dyskinesien sind vielfältig und hängen von der zugrunde liegenden Ursache sowie den betroffenen Körperregionen ab. Typische Symptome umfassen:
- Unwillkürliche Zungenbewegungen, Schmatzen oder Grimassieren (besonders bei tardiver Dyskinesie)
- Zuckende oder schleudernde Bewegungen der Arme und Beine (Chorea)
- Langsame, wurmförmige Bewegungen der Hände und Finger (Athetose)
- Verdrehende, anhaltende Muskelkontraktionen (Dystonie)
- Rhythmische, zitternde Bewegungen (Tremor)
- Schnelle, zuckende Bewegungen einzelner Muskeln (Myoklonus)
Die Symptome können leicht bis schwer ausgeprägt sein und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Diagnose
Die Diagnose einer Dyskinesie erfolgt in der Regel durch einen Neurologen. Folgende Schritte sind dabei üblich:
- Anamnese: Ausführliches Gespräch über Symptome, Medikamenteneinnahme und Vorerkrankungen
- Neurologische Untersuchung: Beurteilung der Bewegungsmuster und des Muskeltonus
- Bildgebende Verfahren: MRT oder CT des Gehirns zum Ausschluss struktureller Ursachen
- Laboruntersuchungen: Bluttests zur Abklärung von Stoffwechselerkrankungen
- Genetische Tests: Bei Verdacht auf erbliche Erkrankungen wie Chorea Huntington
Zur standardisierten Bewertung werden häufig spezielle Bewertungsskalen wie die AIMS (Abnormal Involuntary Movement Scale) eingesetzt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Dyskinesie und dem Schweregrad der Symptome:
Medikamentöse Behandlung
- Anpassung bestehender Medikamente: Bei medikamenteninduzierten Dyskinesien ist die Dosisreduktion oder das Absetzen des auslösenden Medikaments oft der erste Schritt.
- Valbenazin und Deutetrabenazin: Speziell für tardive Dyskinesien zugelassene Medikamente, die den Dopamintransport hemmen.
- Tetrabenazin: Wird zur Behandlung von Chorea-Bewegungen, z. B. bei Chorea Huntington, eingesetzt.
- Botulinum-Toxin (Botox): Bei lokalen dystonischen Dyskinesien können Injektionen zur Linderung eingesetzt werden.
Nicht-medikamentöse Behandlung
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden im Gehirn implantiert werden, um die fehlerhafte Nervenaktivität zu regulieren. Besonders wirksam bei Parkinson-assoziierten Dyskinesien.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Unterstützen die Funktionsfähigkeit und helfen, den Alltag trotz der Bewegungsstörungen zu bewältigen.
- Logopädie: Bei Dyskinesien, die Sprechen oder Schlucken beeinträchtigen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinien zu Bewegungsstörungen. www.dgn.org
- Bhidayasiri R, Fahn S, Weiner WJ et al. - Evidence-Based Guideline: Treatment of Tardive Syndromes. Neurology, 2013.
- Jankovic J, Tolosa E (Hrsg.) - Parkinson's Disease and Movement Disorders. 6. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, 2015.
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