Dysphagia lusoria – Ursachen, Symptome & Therapie
Dysphagia lusoria ist eine seltene Schluckstörung, die durch eine fehlgebildete Arterie verursacht wird, die die Speiseröhre von außen einengt.
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Dysphagia lusoria ist eine seltene Schluckstörung, die durch eine fehlgebildete Arterie verursacht wird, die die Speiseröhre von außen einengt.
Was ist Dysphagia lusoria?
Dysphagia lusoria ist eine seltene Form der Schluckstörung (Dysphagie), die durch eine angeborene Gefäßfehlbildung ausgelöst wird. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: lusus naturae bedeutet so viel wie Laune der Natur. Ursache ist in den meisten Fällen eine aberrante Arteria subclavia dextra – das heißt, die rechte Schlüsselbeinarterie entspringt nicht wie üblich aus dem Aortenbogen, sondern verläuft als letzter Ast hinter der Speiseröhre (Ösophagus) entlang und drückt auf diese von außen.
Ursachen und Entstehung
Die Erkrankung ist angeboren und entsteht durch eine Fehlentwicklung des Aortenbogens während der Embryonalentwicklung. Die häufigste Ursache ist die aberrante rechte Arteria subclavia (Arteria lusoria), die in etwa 0,5–2 % der Bevölkerung vorkommt. Weitere, seltenere Ursachen können sein:
- Doppelter Aortenbogen (Aortenring), der die Speiseröhre und Luftröhre umschlingt
- Rechtsseitiger Aortenbogen mit aberranter linker Arteria subclavia
- Anomalien der Arteria carotis oder anderer großer Gefäße
Nicht alle Betroffenen entwickeln Beschwerden – viele Menschen mit einer aberranten Arteria subclavia bleiben zeitlebens symptomfrei. Symptome treten oft erst im Erwachsenenalter auf, wenn die Arterie mit zunehmendem Alter steifer und weiter wird.
Symptome
Das Leitsymptom ist die Dysphagie – also Schluckbeschwerden, insbesondere beim Schlucken fester Speisen. Typische Beschwerden umfassen:
- Gefühl eines Fremdkörpers oder Drucks hinter dem Brustbein beim Essen
- Schluckbeschwerden bei fester Nahrung, seltener bei Flüssigkeiten
- Regurgitation (Zurückfließen von Speisebrei in die Speiseröhre)
- Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie)
- Gewichtsverlust infolge der Schluckprobleme
- Gelegentlich Atemwegsbeschwerden, falls auch die Luftröhre betroffen ist
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch bildgebende Verfahren gesichert. Wichtige diagnostische Methoden sind:
- Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD): Spiegelung der Speiseröhre, bei der eine von außen wirkende Kompression sichtbar sein kann
- Ösophagusbreischluck (Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel): Zeigt eine charakteristische schräge Einengung der Speiseröhre
- CT-Angiographie des Brustkorbs: Goldstandard zur genauen Darstellung des Gefäßverlaufs und Bestätigung der Diagnose
- MRT-Angiographie: Strahlenfreie Alternative zur CT, besonders bei jüngeren Patienten
- Ösophagusmanometrie: Messung des Drucks in der Speiseröhre zum Ausschluss anderer Ursachen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden. Bei fehlenden oder nur milden Symptomen ist häufig keine Therapie erforderlich.
Konservative Maßnahmen
Bei leichten Beschwerden können diätetische Anpassungen helfen, etwa das bevorzugte Essen weicher oder pürierter Speisen sowie das sorgfältige Kauen der Nahrung.
Operative Behandlung
Bei ausgeprägten Symptomen ist eine chirurgische Korrektur angezeigt. Mögliche Verfahren sind:
- Transposition der Arteria lusoria: Die fehlverlaufende Arterie wird von ihrer ursprünglichen Position gelöst und an einer anatomisch korrekten Stelle neu angebunden – dies ist der bevorzugte Eingriff.
- Endovaskuläre Versorgung: Bei ausgewählten Patienten kann ein minimalinvasiver Eingriff mit einem Stentgraft in Betracht kommen.
- Bei einem doppelten Aortenbogen: Durchtrennung des kleineren Bogens zur Entlastung der Speise- und Luftröhre
Der Eingriff führt in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Die Prognose nach erfolgreicher Operation ist gut.
Quellen
- Janssen M, Baggen MGA, Veen HF et al. - Dysphagia lusoria: clinical aspects, manometric findings, diagnosis, and therapy. In: American Journal of Gastroenterology, 2000.
- Backer CL, Hillman ND, Mavroudis C - Resection of Kommerell diverticulum and left subclavian artery transfer for relief of dysphagia lusoria. In: European Journal of Cardio-Thoracic Surgery, 2001.
- Levitt B, Richter JE - Dysphagia lusoria: a comprehensive review. In: Diseases of the Esophagus, 2007.
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