Lyssa (Tollwut): Symptome, Ursachen und Behandlung
Lyssa (Tollwut) ist eine lebensbedrohliche Viruserkrankung, die durch den Biss infizierter Tiere übertragen wird und das Nervensystem befällt.
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Lyssa (Tollwut) ist eine lebensbedrohliche Viruserkrankung, die durch den Biss infizierter Tiere übertragen wird und das Nervensystem befällt.
Was ist Lyssa?
Lyssa, auch bekannt als Tollwut oder Rabies, ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch das Rabiesvirus (ein Lyssavirus der Familie Rhabdoviridae) verursacht wird. Das Virus befällt das zentrale Nervensystem und führt ohne rechtzeitige Behandlung fast immer zum Tod. Lyssa gilt weltweit als eine der gefährlichsten Zoonosen – also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können.
Ursachen und Übertragung
Das Lyssavirus wird hauptsächlich durch den Speichel infizierter Tiere übertragen, in der Regel durch:
- Bisswunden von infizierten Tieren (z. B. Hunden, Füchsen, Fledermäusen, Waschbären)
- Kontakt von Speichel mit offenen Wunden oder Schleimhäuten
- Selten durch Kratzer infizierter Tiere
Weltweit sind Hunde die häufigste Übertragungsquelle beim Menschen, insbesondere in Asien und Afrika. In Europa und Nordamerika spielen Fledermäuse eine zunehmend wichtige Rolle als Reservoir des Virus.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1 bis 3 Monate, kann aber je nach Bissstelle und Virusmenge zwischen wenigen Tagen und mehreren Jahren variieren.
Frühphase (Prodromalphase)
- Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein
- Kribbeln, Schmerzen oder Taubheitsgefühl an der Bissstelle
- Angst, Unruhe, Schlafstörungen
Akute neurologische Phase
- Hydrophobie (Wasserscheu – Krämpfe beim Schlucken von Flüssigkeiten)
- Aerophobie (Angst vor Luftzug)
- Halluzinationen, Verwirrtheit, Aggressivität
- Muskelspasmen, Lähmungen
- Koma und Atemversagen im Endstadium
Diagnose
Die Diagnose von Lyssa ist klinisch schwierig, da die Symptome zunächst unspezifisch sind. Folgende diagnostische Methoden werden eingesetzt:
- PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) aus Speichel, Liquor oder Hautbiopsie
- Antikörpernachweis im Blut oder Liquor
- Direkter Fluoreszenz-Antikörper-Test (dFA) am Hirngewebe (meist postmortem)
- Klinische Beurteilung nach möglichem Tierkontakt
Behandlung
Postexpositionsprophylaxe (PEP)
Die wichtigste Maßnahme nach einem Verdachtsbiss ist die sofortige Wundversorgung und die Einleitung einer Postexpositionsprophylaxe (PEP). Diese besteht aus:
- Gründlicher Reinigung der Wunde mit Wasser und Seife
- Impfung mit einem Tollwut-Totimpfstoff (mehrere Dosen über mehrere Wochen)
- Bei noch nicht geimpften Personen: zusätzliche Gabe von Tollwut-Immunglobulin direkt in und um die Wunde
Bei rechtzeitiger Durchführung der PEP kann der Ausbruch der Krankheit nahezu vollständig verhindert werden.
Behandlung der manifesten Erkrankung
Ist die Krankheit erst ausgebrochen, gibt es keine gesicherte kurative Therapie. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch und symptomorientiert. Das sogenannte Milwaukee-Protokoll (medizinisch induziertes Koma) wurde in einzelnen Fällen versucht, mit sehr seltenen Überlebenden.
Prävention
- Präexpositionsprophylaxe (PrEP): Impfung für Risikogruppen (Tierärzte, Reisende in Endemiegebiete, Laborpersonal)
- Vermeidung von Kontakt mit wild lebenden oder unbekannten Tieren
- Impfung von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen
- Schnelles ärztliches Handeln nach jedem Tierbiss
Epidemiologie
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit schätzungsweise 59.000 Menschen an Tollwut, die meisten davon in Asien und Afrika. In Deutschland gilt die Tollwut bei Landsäugetieren seit 2008 als ausgerottet, jedoch besteht ein Risiko durch Fledermäuse und durch Reisen in Endemiegebiete.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Rabies – Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/rabies
- Robert Koch-Institut (RKI): Tollwut – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html
- Hemachudha T, Ugolini G, Wacharapluesadee S et al.: Human rabies: neuropathogenesis, diagnosis, and management. The Lancet Neurology. 2013;12(5):498–513.
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